"Die russischen Streitkräfte wachsen":Marine-Inspekteur warnt vor Bedrohung durch Russland auf See
Tief fliegende Flugzeuge, aggressive Näherungen: Die Bedrohung durch Russland in der Ostsee nehme zu, warnt Vizeadmiral Kaack. Gleichzeitig fehle der Marine Personal.
Wegen der zunehmenden Bedrohung durch Russland hat die Nato ihre Patrouillen in der Ostsee verstärkt.
Quelle: dpaDer Inspekteur der Deutschen Marine, Vizeadmiral Jan Christian Kaack, hat vor einer zunehmenden Bedrohung durch Russland auf See gewarnt. Der "Süddeutschen Zeitung" sagte er:
Die Bedrohung ist real.
Jan Christian Kaack, Marine-Inspekteur
Besonders in der Ostsee habe die Aggressivität in den vergangenen zwei Jahren zugenommen, sagte der Vizeadmiral. Die Marine beobachte vermehrt tief anfliegende russische Flugzeuge über Nato-Schiffen und aggressivere Annäherungen.
Um in der Nordsee für Sicherheit zu sorgen, brauche es verschiedene Systeme, erklärt Sicherheitsexperte Brake. Man müsse Verteidigung von Anfang an denken.
26.01.2026 | 10:12 minMarine bereitet sich mit Planspielen vor
Das sei "gefährlich, denn dadurch kann es leicht zu einer Eskalation durch Zufall kommen", sagte Kaack.
Die russischen Streitkräfte wachsen sowohl an Menschen als auch an Fähigkeiten - Fähigkeiten, die sie im Ukraine-Krieg tagtäglich erproben.
Jan Christian Kaack, Marine-Inspekteur
Wegen des Vorwurfs hybrider Angriffe auf Deutschland bestellte die Bundesregierung im Dezember den russischen Botschafter ein. Es ging um Cyberangriffe, Spionage, Sabotage und Wahlkampf-Einmischung.
13.12.2025 | 2:49 minDie Marine beobachte sehr genau, was die russischen Seestreitkräfte in der Ostsee, der Nordsee, der Arktis und im Nordatlantik treiben. Um Eskalationen zu verhindern, würden die Kommandanten gezielt auf solche Situationen vorbereitet. Es gebe klare Verhaltensregeln, sagte Kaack. Zudem würden diese Szenarien in militärischen Planspielen regelmäßig durchgespielt.
Kaack lobt schnellere Reaktion bei Sabotage in Ostsee
Positiv bewertete der Marineinspekteur die Nato-Mission "Baltic Sentry", die vor einem Jahr zum Schutz von Pipelines und Unterseekabeln in der Ostsee gestartet ist. Immer wieder hatte es dort Sabotageakte von Schiffen mit Verbindungen zu Russland etwa an Unterseekabeln gegeben. Die Reaktionszeit bei verdächtigen Ereignissen habe von 17 Stunden auf eine Stunde verkürzt werden können, sagte Kaack.
Die Polizei hat zwei Männer festgenommen, die im vergangenen Jahr als Arbeiter auf einer Hamburger Werft neue Marine-Schiffe beschädigt haben sollen. Die Hintergründe sind bisher unklar.
03.02.2026 | 1:14 minAls größtes Problem nannte Kaack den Personalmangel in den Seestreitkräften:
Das größte Defizit ist, dass wir nicht genug Menschen haben.
Jan Christian Kaack, Marine-Inspekteur
Kaack setzt auf den neuen freiwilligen Wehrdienst: "2026 wird unser Jahr des Aufwuchses, ein Jahr des Aufbruchs: Wir bringen Innovationen und Wehrdienst zusammen."
Bei der Innovation hake es allerdings noch. So gebe es derzeit massive Probleme bei der Beschaffung einer neuen Fregatte - die Auslieferung verzögert sich um mehrere Jahre.
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