Sapad: Russland und Belarus zeigen militärische Stärke vor Nato

ZDF-Korrespondent Klauser:Militärmanöver Sapad: "Mit den Muskeln spielen"

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Seit mehreren Tagen trainieren Russland und Belarus beim gemeinsamen Großmanöver Sapad 2025. Das Manöver diene auch "als Drohkulisse", berichtet ZDF-Korrespondent Felix Klauser.

Militärmanöver: "Mit den Muskeln spielen"

"Russland möchte zeigen, dass man auch außerhalb der Ukraine in der Lage ist, Truppen und Material zusammenzuziehen", berichtet ZDF-Russland-Korrespondent Felix Klauser aus Borissow in Belarus.

15.09.2025 | 2:30 min

Inmitten der Spannungen nach dem Eindringen russischer Drohnen halten Russland und Belarus ihr gemeinsames Großmanöver Sapad 2025 ("Westen 2025") an der Ostflanke der Nato ab.

Am Sonntag habe Russland im Rahmen der Militärübung eine Hyperschall-Rakete vom Typ Zirkon getestet, berichtet ZDF-Russland-Korrespondent Felix Klauser aus Borissow in Belarus. "Ich denke, sie macht sehr gut deutlich, worum es bei diesem Manöver geht, nämlich darum, mit den Muskeln zu spielen", betont er.

Russland möchte zeigen, dass man auch außerhalb der Ukraine in der Lage ist, Truppen und Material in dieser Größenordnung zusammenzuziehen.

Felix Klauser, ZDF-Korrespondent

Auf dem Truppenübungsplatz Borissow in Belarus: Westliche Militärbeobachter beim Grossmanöver SAPAD 2025

Belarus und Russland halten eine groß angelegte Militärübung ab. Unter zahlreichen internationalen Beobachtern waren unerwartet auch US-amerikanische Vertreter vor Ort.

15.09.2025 | 2:33 min

Mit dem Manöver verfolgt Russland Klauser zufolge drei Ziele:

  1. Aufbau einer Drohkulisse
  2. Verunsicherung im Westen verstärken
  3. Fokus der Aufmerksamkeit vom Krieg in der Ukraine weglenken

ZDF-Korrespondent: Moskau versucht "Grenzen auszutesten"

Die russischen Luftraumverletzungen in Polen und Rumänien bezeichnet Klauser als "die Arten von Provokationen, vor denen westliche Beobachter im Vorfeld dieser Sapad-Übung immer wieder gewarnt" hätten. Russland versuche immer wieder zu sehen, wie weit es gehen könne.

Man versucht Grenzen auszutesten - und man möchte sehen, wie die Nato darauf reagiert.

Felix Klauser, ZDF-Korrespondent

Kampfflugzeuge haben bei dem umstrittenen russisch-belarussischen Manöver "Sapad" (West) IR-Täuschkörper gegen Lenkwaffen mit Infrarotsuchkopf ausgestoßen. Das britische Verteidigungsministerium hält es für sehr wahrscheinlich, dass Russland eine für September geplante Militärübung abgesagt hat.

Russland und Belarus haben ihr gemeinsames Manöver Sapad an der Nato-Ostflanke gestartet. Nach dem letzten Drohnenvorfall in Polen schürt die Militärübung Sorgen im Westen.

12.09.2025 | 2:16 min

Eskalationspotenzial "vergleichsweise begrenzt"

Klauser schätzt allerdings, dass das Eskalationspotenzial im Umfeld der diesjährigen Sapad-Übung "vergleichsweise begrenzt" ist. So habe beispielsweise Belarus nach dem Drohnenvorfall in Polen versucht, sehr schnell zu betonen, dass man Polen gewarnt und damit das Schadenspotenzial dieser Drohnen reduziert habe.

Nichtsdestotrotz: Die Gefahr weiterer Provokationen - und damit auch die Gefahr von Fehleinschätzungen - bleibt natürlich weiterhin hoch.

ZDF-Korrespondent Felix Klauser

Manöver als Machtdemonstration
:Warum "Sapad" kein Eskalationsrisiko birgt

Die Militärübung von Russland und Belarus ist in diesem Jahr kleiner als die vorherigen Sapad-Manöver. Ihr Hauptzweck ist Propaganda - eine Gefahr für Europa besteht nicht.
von Christian Mölling, András Rácz
mit Video2:16
Auf diesem Foto aus einem vom Pressedienst des russischen Verteidigungsministeriums am 12.09.2025, verbreiteten Video ist der Raketenkreuzer Marschall Ustinow der Nordflotte der russischen Marine während gemeinsamer Militärübungen zwischen Russland und Belarus zu sehen.
Quelle: ZDF

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