Ukraine-Gespräche in Berlin:Expertin: "Fortschritt" - aber keine Sicherheitsgarantie
Sicherheitsexpertin Major sieht in den Ukraine-Verhandlungen Fortschritte, warnt jedoch vor allzu großen Hoffnungen. Echte Sicherheitsgarantien gebe es in dem Dokument nicht.
Nach den Gesprächen über ein Ende des Ukraine-Kriegs in Berlin gibt es so viel Bewegung wie nie zuvor. Doch zentrale Fragen bleiben, etwa zur Absicherung eines Waffenstillstands.
16.12.2025 | 1:58 minDie Sicherheitsexpertin Claudia Major hat die Ergebnisse der Ukraine-Gespräche in Berlin zurückhaltend bewertet. "Es ist in der Tat ein Fortschritt, dass es eine konzertierte Position zwischen den Ukrainern, den Europäern und den USA gibt. Das hatten wir zuvor nicht", sagte die Politikwissenschaftlerin im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF.
Allerdings seien bisherige Verhandlungen "immer an dieser russischen Bereitschaft gescheitert", sich auf einen Waffenstillstand und auf einen Friedensprozess "überhaupt einzulassen". "Und deswegen bin ich etwas verhaltener, was den Optimismus angeht."
Die Ukraine-Verhandlungen in Berlin gehen zu Ende. Dass die USA, Europa und die Ukraine eine geeinte Position beibehalten, sei entscheidend, so ZDF-Korrespondentin Andrea Maurer.
16.12.2025 | 1:21 minZDF-Korrespondentin: Putin für Friedensverhandlungen entscheidend
ZDF-Hauptstadtkorrespondentin Andrea Maurer betonte, dass die in Berlin erzielte Dynamik anhalten müsse. "Dass also weiter eine geeinte Position zwischen den USA, den Europäern und der Ukraine bestehen bleibt und dass Putin die ernst nimmt." Für mögliche Friedensverhandlungen sei der russische Präsident entscheidend.
Eine Schutztruppe mit Soldaten aus verschiedenen Staaten könnte die Ukraine sichern, wenn dort ein Waffenstillstand gelungen ist. Das ist ein Ergebnis des Ukraine-Gipfels in Berlin.
16.12.2025 | 2:00 minFür Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gebe es in dieser Woche mit dem EU-Gipfel noch einen weiteren entscheidenden Termin mit Blick auf die Ukraine, sagte Maurer. Da der Kanzler dafür werbe, eingefrorenes, russisches Vermögen für die Finanzierung der Ukraine zu nutzen, die USA dagegen seien und der Kreml von Diebstahl spreche, würden es harte Verhandlungen für Deutschland und für die Europäer am Donnerstag.
Was bei den Ukraine-Verhandlungen heute erreicht wurde, berichten die ZDF-Korrespondenten Wulf Schmiese aus Berlin, Armin Coerper aus Moskau und Claudia Bates aus Washington.
15.12.2025 | 4:43 minMajor: Unterstützung, aber keine echten Sicherheitsgarantien
Sicherheitsexpertin Major betonte im Interview, dass die von Kanzler Merz als "wirklich beachtlich" bezeichneten Sicherheitsgarantien für Kiew keinen echten Fortschritt darstellten. Diese Idee sei auch nicht neu.
Zwar seien sie nun in das Abschlussdokument vom Montag eingebracht worden. Aber es seien "keine Sicherheitsgarantien, wie wir sie in der Nato kennen", betonte Major. "Es ist eine Unterstützung. Es ist aber keine rechtlich bindende Verpflichtung, die Ukraine im Falle eines neuen Angriffs zu verteidigen."
Die Europäer boten gestern in Berlin den formalen Rahmen für Gespräche zwischen den USA und der Ukraine für Zeiten nach einem Waffenstillstand. Auftakt neuer transatlantischer Geschlossenheit?
16.12.2025 | 3:52 minDie Frage sei auch: "Verändert das das russische Kalkül? Hält das Russland von einem erneuten Angriff ab?" Und was würde passieren, wenn Russland die Ukraine doch wieder angreifen würde?
Kommen dann Truppen? Kommt dann jemand, der die Ukraine verteidigt, wie in der Nato? Und das ist nicht der Fall.
Claudia Major, Sicherheitsexpertin
Das Interview von Markus Lanz mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj in voller Länge.
15.12.2025 | 37:49 minExpertin: Kein Interesse Russlands an Waffenstillstand erkennbar
"Und deswegen ist es ein Fortschritt. Ich würde es aber nicht eine Sicherheitsgarantie nennen, sondern eine wirklich umfassende Unterstützung", sagte Major. Ihr zufolge deuten angesichts der unter anderem vom russischen Präsidentenberater Juri Uschakow und Außenminister Sergej Lawrow vorgebrachten Positionen "überhaupt keine Indikationen" darauf hin, dass es ein Interesse an einem Waffenstillstand gebe. "Sondern eher ein Interesse an einem Sieg."
Wir müssen immer wieder den Schritt zurückgehen und fragen: Was verändert das russische Kalkül, wenn Russland diese Positionen der Amerikaner, Ukrainer und Europäer ablehnt?
Claudia Major, Sicherheitsexpertin
In Kiew gibt es gemischte Reaktionen auf die Gespräche in Berlin über eine Waffenruhe in der Ukraine. "Die Territorialfrage ist der große Knackpunkt", so ZDF-Reporter Timm Kröger.
16.12.2025 | 2:09 minMajor plädiert daher dafür zu fragen, was das russische Kalkül verändere, "wenn Russland diese Positionen der Amerikaner, Ukrainer und Europäer ablehnt". So lange die USA keinen Druck auf Moskau ausübten, "dann sind wir wieder bei Square One, dann geht es wieder von vorne los - wie so häufig in den letzten Monaten".
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