Wohl Treffen von Unterhändlern:Ukraine-Krieg: Gespräche in Abu Dhabi sollen fortgesetzt werden
Kiew und Moskau wollen ihre Gespräche in den Emiraten offenbar fortsetzen. Während die USA im Hintergrund vermitteln, bleibt die Frage nach Gebietsabtretungen.
"Ich würde jetzt nicht dafür die Hand ins Feuer legen, dass man sich tatsächlich morgen in Abu Dhabi treffen wird", sagte ZDF-Reporter Henner Hebestreit.
31.01.2026 | 1:16 minUkrainer und Russen wollen in den Vereinigten Arabischen Emiraten ihre vor einer Woche begonnenen direkten Verhandlungen über eine Beendigung des Krieges wieder aufnehmen. Der Kreml in Moskau und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigten den Termin in der Hauptstadt Abu Dhabi zwar, nannten aber - wie in der vergangenen Woche - weder einen genauen Ort noch einen Zeitpunkt.
Vor einer Woche liefen die Gespräche unter Ausschluss der Öffentlichkeit und unter Vermittlung der USA mit ihrem Chefunterhändler Steve Witkoff. Diesmal verhandeln die Kriegsparteien ohne US-Vertreter.
US-russisches Treffen in Miami
Witkoff traf sich indes am Samstag in Miami mit Kreml-Unterhändler Kirill Dmitrijew. Der Russe teilte bei X mit, es habe ein konstruktives Treffen mit der US-Delegation gegeben. Er habe auch produktive Gespräche mit einer Arbeitsgruppe zu den amerikanisch-russischen Wirtschaftsbeziehungen geführt.
Boris Pistorius hat gegenüber dem Redaktions-Netzwerk Deutschland deutlich gemacht, dass er nicht an Putins Friedenswillen glaubt. Trotz Verhandlungen greift Russland die Ukraine weiter an.
31.01.2026 | 1:08 minWitkoff schrieb seinerseits, es habe produktive und konstruktive Gespräche mit Dmitrijew im Zuge des Vermittlungsversuchs der USA zur Lösung des Ukraine-Kriegs gegeben. Das Treffen habe die Ansicht bestärkt, dass Russland darauf hinarbeite, Frieden in der Ukraine zu sichern. Von US-Seite waren laut Witkoff auch Finanzminister Scott Bessent, der Trump-Schwiegersohn Jared Kushner und Regierungsberater Josh Gruenbaum dabei.
Trotz der immer wieder als "konstruktiv" und "produktiv" beschriebenen zahlreichen Zusammenkünfte ist eine Einigung auf ein Friedensabkommen bisher nicht in Sicht. Zentral für Moskau sind Forderungen nach Gebietsabtretungen. Russland verlangt, dass sich die Ukraine auch aus jenen Teilen des Donbass - dieser umfasst die Gebiete Luhansk und Donezk - zurückzieht, die weiterhin von Kiew kontrolliert werden. Selenskyj hatte solche Gebietsabtretungen wiederholt abgelehnt.
In der Ukraine ist es zu massiven Stromausfällen gekommen. Auch in der Hauptstadt Kiew erleben sie damit, was die Menschen in den Frontgebieten schon lange mitmachen.
31.01.2026 | 2:33 minSelenskyj verlangt von US-Seite Klarheit über neue Treffen
Nach dem Treffen des Russen Dmitrijew mit der US-Delegation teilte Selenskyj mit, dass Kiew nun konkrete Angaben zu weiteren Zusammenkünften in der nächsten Woche erwarte. In seiner abendlichen Videobotschaft sagte er:
Die Ukraine ist bereit, in allen Arbeitsformaten mitzuarbeiten. Wichtig ist, dass es Ergebnisse gibt.
Wolodymyr Selenskyj, ukrainischer Präsident
Die für heute geplanten Verhandlungen in Abu Dhabi erwähnte er dabei nicht.
Drohnenangriffe und extreme Lebensbedingungen ohne Strom und Wärme. ZDF-Korrespondent Henner Hebestreit berichtet, wie die Menschen das aushalten.
31.01.2026 | 1:22 minUkraine-Krieg: Begrenzte Feuerpause
Russland erklärte sich vor dem Hintergrund der Verhandlungen auf Bitte von US-Präsident Donald Trump bereit, wegen der extremen Kälte und der ohnehin großen Schäden in Kiew und anderen Städten von neuen Angriffen auf die Energieinfrastruktur des Landes zeitweilig abzusehen. Angriffe auf andere Ziele wurden indes fortgesetzt. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, dass die begrenzte Feuerpause nur bis zu diesem Sonntag gelte, um für die Verhandlungen eine gute Grundlage zu schaffen.
Die Ukraine wehrt sich seit bald vier Jahren mit westlicher Hilfe gegen den russischen Angriffskrieg.
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