Zwei Militärflugzeuge für 18 Sekunden:Litauen meldet Luftraumverletzung durch Russland
Nach Angaben der litauischen Armee sind zwei russische Flugzeuge in den Luftraum des Landes eingedrungen. Staatspräsident Nauseda äußert sich empört.
Drohnenvorfälle, zerstörte Unterseekabel, Cyberangriffe - die Sicherheitslage an der Nato-Ostflanke spitzt sich zu. Wie Polen, Estland, Lettland und Litauen darauf reagieren und ihre Verteidigung stärken, zeigt ZDF-Reporterin Natalie Steger. (Symbolbild)
21.10.2025 | 4:39 minIn Litauen sind nach Armeeangaben zwei russische Militärflugzeuge in den Luftraum eingedrungen. Das baltische Land gehört zur Europäischen Union sowie zur Nato. Die Luftwaffe habe gegen 18 Uhr Ortszeit eine Verletzung der Staatsgrenze bei Kybartai durch einen russischen SU-30-Jet und ein Tankflugzeug vom Typ IL-78 festgestellt, teilte die Armee mit.
Die beiden Maschinen seien etwa 700 Meter tief in litauisches Gebiet eingeflogen und hätten sich etwa 18 Sekunden lang darin aufgehalten.
Als Reaktion auf den Vorfall seien zwei Eurofighter der spanischen Luftwaffe aufgestiegen, so die litauische Armee weiter.
Beim Nato-Treffen in Brüssel ging es unter anderem um milliardenschwere Investitionen in Drohnen und US-Waffentechnik.
15.10.2025 | 1:43 minPräsident Nauseda äußert sich empört
Litauens Staatspräsident Gitanas Nauseda sprach von einem "eklatanten Verstoß gegen das Völkerrecht und die territoriale Integrität Litauens". Der Vorfall bestätige erneut, dass die Luftverteidigung gestärkt werden müsse.
Nauseda kündigte zudem an, dass Litauen wegen der Luftraumverletzung einen Vertreter der russischen Botschaft einbestellen werde.
Regierungschefin Inga Ruginiene versicherte auf Facebook, dass die Lage vollständig unter Kontrolle sei.
In Brüssel berieten die Nato-Außenminister über den besseren Schutz des Luftraums vor russischen Drohnen und Jets. Isabelle Schaefers berichtete aus Brüssel.
15.10.2025 | 1:07 minSerie von russischen Luftraumverletzungen
Der Vorfall folgt auf eine Reihe von Luftraumverletzungen durch Russland, die zuletzt zunehmend für Spannungen und Unruhe unter den Nato-Verbündeten in Europa gesorgt hatten.
Russische Kampfjets waren am 19. September in estnischen Luftraum eingedrungen und russische Militärdrohnen hatten wiederholt den Luftraum über dem Nato-Bündnisgebiet entlang der Ostflanke verletzt.
Nach Angaben Estlands waren damals drei bewaffnete russische Maschinen vom Typ MiG-31 zwölf Minuten lang über der Ostsee durch estnischen Luftraum geflogen. Der EU- und Nato-Staat hatte deswegen sowohl eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats beantragt als auch Beratungen nach Artikel 4 des Nato-Vertrags mit den Verbündeten. In der anschließenden Erklärung warnte die Militärallianz Russland unter Androhung von Gewalt vor weiteren Grenzverletzungen.
Baltenstaaten auf Nato angewiesen
Estland, Lettland und Litauen besitzen keine eigenen Kampfjets. Die Nato sichert deshalb bereits seit 2004 den baltischen Luftraum. Dazu verlegen die Verbündeten im regelmäßigen Wechsel Kampfflugzeuge samt Personal in die an Russland grenzenden Ostseestaaten im Nordosten Europas. Stationiert sind die Einheiten auf Militärflughäfen in Siauliai (Litauen) und Ämari (Estland).
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