Nach Drohnen-Vorfall: EU plant neue Sanktionen gegen Russland

Reaktion auf Drohnen-Vorfall von Leipzig:EU bestellt russischen Gesandten ein und plant Sanktionen

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Nach dem gescheiterten Drohnenanschlag auf den Flughafen Leipzig/Halle zieht die EU Konsequenzen: Der russische EU-Gesandte wurde einbestellt, neue Sanktionen werden vorbereitet.

Kaja Kallas, EU Außenbeauftragte

EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas.

Quelle: dpa | Michael Brandt

Nach dem versuchten Sprengstoffanschlag mit einer Drohne auf dem Flughafen Leipzig/Halle ziehen mehrere EU-Staaten Konsequenzen gegen Russland. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas bestellte den russischen EU-Gesandten in Brüssel ein, zugleich kündigten Deutschland und weitere Mitgliedstaaten umfangreiche neue Sanktionsschritte an.

Kallas sagte vor einem Treffen der EU-Außenministerinnen und -Außenminister am Mittwoch in Irland, der Vorfall weise "alle Merkmale von staatlich unterstütztem Terrorismus" auf. Die Staaten müssten ihre Reaktion auf die Eskalation der russischen Angriffe koordinieren. Zur deutschen Schuldzuweisung an Russland betonte sie, alle Mitgliedstaaten stünden hinter Deutschland. "Ich denke, genau diese geschlossene Reaktion brauchen wir", sagte sie.

Spannungen mit Russland nach Drohnenfund

Nach dem Drohnenvorfall in Leipzig möchte Deutschland den Druck auf Russland erhöhen. "Diese neuen Maßnahmen lassen Russland definitiv nicht kalt", sagt ZDF-Reporter Felix Klauser.

02.09.2026 | 2:45 min

Wadephul kündigt umfangreiche Vorschläge an

Bundesaußenminister Johann Wadephul kündigte vor Beginn des Ministertreffens umfangreiche Vorschläge für Strafmaßnahmen an. In den kommenden Wochen solle gezielt an der Aufnahme weiterer Personen in die Sanktionsliste gearbeitet werden, sagte er. Er gehe davon aus, dass "eine große Zahl von Personen" betroffen sein werde. Der Minister betonte zudem die Geschlossenheit der europäischen Staaten und ihrer Partner wie Kanada.

Zugleich forderte Wadephul eine verstärkte militärische Unterstützung für die Ukraine vor dem Winter, insbesondere bei der Luftverteidigung. Einige EU-Mitgliedstaaten hätten hier noch Reserven, über die nun gesprochen werden müsse.

Am Flughafen Leipzig wurden vor rund einem Monat mehrere sprengstoffbestückte Drohnen gefunden. Russland wurde immer wieder als mutmaßlicher Täter in Verbindung gebracht.

Die Bundesregierung gibt heute ein Statement zum versuchten Sprengstoffanschlag am Flughafen Leipzig. ZDF-Korrespondent Wulf Schmiese berichtet.

01.09.2026 | 1:23 min

Mehrere Länder bestellen russische Vertreter ein

Frankreich bestellte wegen des Vorfalls den russischen Geschäftsträger in Paris ein, um zu protestieren. Außenminister Jean-Noël Barrot forderte zudem EU-Sanktionen gegen die russische Schattenflotte.

Auch die finnische Außenministerin Elina Valtonen kündigte an, den russischen Botschafter in Helsinki einzubestellen. Belgien kündigte einen ähnlichen Schritt an.

Neues Sanktionspaket in Vorbereitung

Es liefen bereits Vorbereitungen, um 1.600 weitere Personen und Unternehmen mit Verbindungen zum militärisch-industriellen Komplex Russlands mit Strafmaßnahmen zu belegen, sagte Kallas bei den Beratungen. Möglicherweise würden noch weitere hinzukommen.

Die Arbeiten an dem Paket hatte Kallas bereits im August angekündigt - also bevor Deutschland am Dienstag öffentlich Russland für den Drohnen-Vorfall verantwortlich machte. Das Paket soll auch die russische Kriegsführung gegen die Ukraine weiter erschweren.

Was ist am Flughafen Leipzig/Halle passiert?

Am Flughafen Leipzig/Halle war am Abend des 4. August eine mit Sprengstoff beladene Drohne entdeckt worden. In ihrer Nähe befanden sich mehrere ukrainische Frachtflugzeuge. Der Flughafen gilt als Umschlagplatz für militärische Hilfslieferungen für die Ukraine im Krieg gegen Russland.

Drohnenfund: Berlin beschuldigt Russland

Die Bundesregierung macht Russland für den Anschlagsversuch in Leipzig verantwortlich. Gegenmaßnahmen sind strengere Einreisekontrollen sowie die Schließungen von Konsulat und russischem Haus.

02.09.2026 | 2:43 min

Die deutsche Bundesregierung machte am Dienstag Russland für den Anschlagsversuch verantwortlich und verhängte StrafmaßnahmenIn. In Leipzig seien Tatmittel verwendet worden, die aus anderen hybriden Operationen Russlands bekannt seien - wie die Drohnenkonfiguration, diverse Bauteile, Sprengstoff und Zündtechnik, sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) am Dienstag. Die Vorbereitung der Tat zeichne sich durch ein "hohes Maß an technischer Expertise und erheblichen organisatorischen Aufwand" aus.

Als Reaktion hatte Berlin am Dienstag unter anderem die Schließung des russischen Konsulats in Bonn sowie des Russischen Hauses in Berlin angeordnet.

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Quelle: AFP, dpa
Über das Thema berichtete das ZDF in verschiedenen Sendungen, unter anderem im Morgenmagazin am 02.09.2026 ab 5:30 Uhr.

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