Selenskyj kritisiert Verbündete:Russische Raketen treffen Wohnhaus und Kraftwerk in Kiew
Bei russischen Raketenangriffen auf Kiew sind ein Wohnhaus und ein Heizkraftwerk getroffen worden. Präsident Selenskyj beklagte die fehlenden Warnungen durch Verbündete.
Russland hat die ukrainische Hauptstadt am Montagabend mit ballistischen Raketen angegriffen. Ein Wohnhaus wurde getroffen, zwei Menschen starben, wie Bürgermeister Klitschko mitteilte.
14.10.2026 | 0:21 minKiew ist wieder von ballistischen Raketen aus Russland getroffen worden - auch diesmal habe es keine vorherige Warnung der Verbündeten gegeben, beklagte die ukrainische Regierung. Unmittelbar nach Auslösung des Luftalarms waren schon die ersten Explosionen zu hören, wie das Nachrichtenportal "The Kyiv Independent" berichtete. Ein neunstöckiges Wohngebäude ging nach einem Treffer in Flammen auf, laut Bürgermeister Vitali Klitschko gab es mindestens zwei Tote und mehr als 20 Verletzte.
Wie schon am Vortag hätten die internationalen Partner auch diesmal keine Warnhinweise auf einfliegende Raketen gegeben, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj am Dienstagabend. Die Geschosse seien erst im Anflug auf Kiew von den Radaren entdeckt worden. Außer dem Wohnblock sei auch ein Heizkraftwerk getroffen worden. Den russischen Angreifern werde es zu einfach gemacht, beklagte Selenskyj. Am Morgen wurde dann eine weitere Angriffswelle gemeldet, deren Folgen sind bislang unklar.
In Hamburg beginnt der Prozess gegen einen Verdächtigen im Zusammenhang mit der Sprengung der Nord-Stream-Pipelines in der Ostsee. Der Fall könnte auch die deutsch-ukrainischen Beziehungen belasten.
14.10.2026 | 2:12 minUS-Regierung bestreitet Vorwürfe aus Kiew
Die Ukraine verließ sich in ihrem Abwehrkampf gegen Russland bislang vor allem auf Aufklärungsdaten des US-Militärs, aber auch auf die anderer Mitgliedsstaaten der Nato. Zuletzt traten jedoch wieder Spannungen zwischen den Regierungen in Kiew und Washington offen zutage. Die US-Regierung bestritt Vorwürfe aus Kiew, wonach militärische Informationen nicht mehr mit den Ukrainern geteilt würden.
Selenskyj machte aus seinem Unmut über die Situation keinen Hehl. "Das ist überhaupt nicht gerecht, wenn sie (die Russen) Energieanlagen zerstören und die Ukraine nicht einmal Warnungen vor dem Start von ballistischen Raketen erhält", schrieb er auf Telegram. Es sei wichtig, dass die USA wirklich sehen würden, was vor sich gehe und wer Schuld daran habe, dass der Krieg weitergehe.
Erstmals haben AfD und BSW in Sachsen-Anhalt gemeinsam eine Sondersitzung des Landtags durchgesetzt. Sie fordern, Waffenlieferungen an die Ukraine zu stoppen.
14.10.2026 | 2:42 minUkrainischer Armee fehlt Munition
Verschärft wird die Lage durch akuten Munitionsmangel der ukrainischen Armee. Während es ihnen an Geschossen zur Raketenabwehr mangelt, hat Russland seine Angriffe verstärkt. Als effektivste Abwehr gegen ballistische Raketen, die wegen ihrer hohen Geschwindigkeit schwierig abzufangen sind, gelten die Patriot-Systeme der USA.
Die Ukraine hat mehrere davon, aber nicht genügend Munition. Ein Grund dafür ist, dass der Krieg der USA und Israels gegen Iran die weltweiten Munitionsbestände zusätzlich verknappt hat.
Russland verstärkt Angriffe auf Energieanlagen
Russland greift die Energieversorgung der ukrainischen Hauptstadt seit Wochen verstärkt an. Die Angriffe führten bereits zu Strom- und Wasserausfällen und brachten zeitweise auch den U-Bahn-Verkehr zum Erliegen. Als Reaktion greift die Ukraine verstärkt Energieinfrastruktur in Russland an und nimmt dabei unter anderem Raffinerien und Öldepots ins Visier.
US-Präsident Donald Trump, der wegen der infolge des Iran-Kriegs hohen Spritpreise unter Druck steht, verlangt ein Ende dieser Angriffe. Trump hatte am Freitag eine Vereinbarung mit Kreml-Chef Wladimir Putin über die Lieferung von russischem Diesel bekanntgegeben.
"Wir sehen einen neuen Keil im Verhältnis zwischen Donald Trump und Selenskyj", sagt Politikwissenschaftlerin Hanna Notte. Sie hält den Diesel-Deal mit Putin für einen politischen Erfolg Russlands.
12.10.2026 | 6:13 minMit dem umstrittenen Diesel-Deal setzte sich Trump über die vom Westen und den USA verhängten Russland-Sanktionen hinweg. Nach Kritik Selenskyjs an der Vereinbarung forderte Trump dessen Ablösung und Neuwahlen in der Ukraine.
Am Sonntag hatte Trump dann erklärt, Russland und die Ukraine hätten einer Einstellung der Angriffe auf Energieanlagen im jeweils anderen Land zugestimmt. Moskau bestätigte eine solche Vereinbarung nicht.
Aktuelle Meldungen zu Russlands Angriff auf die Ukraine finden Sie jederzeit in unserem Liveblog: