Russland setzt Angriffe fort:Ukraine: Energie-Waffenruhe bleibt bisher aus
von Christian Mölling
Trotz Trumps angekündigter Energie-Waffenruhe setzt Russland seine Angriffe auf ukrainische Städte und Energieanlagen fort. Die Zahl der zivilen Opfer steigt.
Nach US-Präsident Trumps Ankündigung einer "Energie-Waffenruhe" wirft die Ukraine Russland einen Angriff auf ein Heizkraftwerk in Kiew vor. Auch aus Charkiw wurden neue Angriffe gemeldet.
12.10.2026 | 0:21 minRusslands Angriffe auf ukrainische Städte und Infrastruktur haben in dieser Woche besonders viele Opfer gefordert. Am 7. Oktober, dem 74. Geburtstag von Präsident Wladimir Putin, feuerte Russland nach ukrainischen Angaben 70 Raketen und rund 130 Drohnen auf die Ukraine. In Pryluky stieg die Zahl der Toten später auf 22, darunter fünf Kinder.
Einen Tag später wurden in Kramatorsk mindestens 30 Menschen getötet, als eine russische Gleitbombe zwei Linienbusse traf. Bei russischen Angriffen auf Saporischschja am 10. Oktober wurden nach späterer ukrainischer Bilanz 23 Menschen getötet, darunter vier Kinder.
... gilt als führender Experte für europäische Verteidigung und transatlantische Sicherheit. Seit November 2025 ist er Direktor der europäischen Denkfabrik Edina, zuvor war er stellvertretender Direktor des Forschungsinstituts der DGAP und Leiter des Zentrums für Sicherheit und Verteidigung. Er forscht und publiziert seit über 20 Jahren zu den Themen Sicherheit und Verteidigung, Rüstung und Technologie, Stabilisierung und Krisenmanagement.
Angriffe trotz angekündigter Waffenruhe
US-Präsident Donald Trump hatte am Sonntag erklärt, Russland und die Ukraine hätten einer sofortigen "Energie-Waffenruhe" zugestimmt. Eine gemeinsam bestätigte Vereinbarung gibt es dafür bislang nicht. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, die Ukraine habe in der Nacht auf Montag keine russischen Raffinerien angegriffen und sei zu einer beiderseitigen Pause bereit.
Trumps Kritik an Selenskyj sei "schon sehr massiv", sagt ZDF-Reporter Torge Bode. Der US-Präsident hat eine Waffenruhe für Angriffe auf Energieanlagen angekündigt, Bedingungen bleiben offen.
12.10.2026 | 4:26 minRusslands Angriffsserie gegen ukrainische Energieanlagen setzte sich jedoch fort. Am Montag traf Russland nach ukrainischen Angaben mindestens sechs Energieziele. In Charkiw wurde unter anderem ein Kraftwerk getroffen.
Bei einem Angriff auf ein Hochhaus in Kiew starben zwei Menschen; weitere Angriffe forderten auch in anderen Regionen Tote und Verletzte. Damit setzt Russland die seit Ende September deutlich sichtbare Kampagne gegen Energieversorgung und Städte fort.
Bei russischen Angriffen auf die Ukraine sind erneut Menschen ums Leben gekommen und viele verletzt worden. Unter den Toten sind auch mehrere Kinder.
10.10.2026 | 1:36 minAuch Moskau hat bislang keine geltende Energie-Waffenruhe bestätigt. Kremlsprecher Dmitri Peskow sprach lediglich von laufenden Gesprächen. Eine Energie-Waffenruhe ist damit bislang nicht zu erkennen.
Schwarzes Meer wird unsicherer
Im Schwarzen Meer ist das Risiko für Handelsschiffe inzwischen auch auf den westlichen Routen Richtung EU deutlich geworden. Am 5. Oktober sank ein Handelsschiff außerhalb der rumänischen Hoheitsgewässer; zwei Menschen starben, elf wurden gerettet. Rumänien bestätigte Brand und Untergang, nicht aber die Ursache. Selenskyj machte russische Drohnen verantwortlich.
1.600 russische Firmen und Unternehmer wurden beim EU-Außenministertreffen in Luxemburg auf die Sanktionsliste gesetzt. Der "Diesel-Deal" zwischen Trump und Putin trifft auf Unverständnis.
12.10.2026 | 2:56 minEinen Tag später wurden zwei weitere Handelsschiffe in der ausschließlichen Wirtschaftszone Bulgariens von Drohnen getroffen; eines sank. Bulgarien untersucht die Herkunft der Drohnen weiter. Damit bleibt gerade die Urheberschaft einzelner Angriffe ungeklärt.
Strategisch zählt vor allem die räumliche Ausweitung. Die Vorfälle ereigneten sich in den Wirtschaftszonen zweier Nato-Staaten, aber nicht auf deren Staatsgebiet. Sie sind deshalb keine Angriffe auf Nato-Territorium. Für die Handelsschifffahrt steigt dennoch das Risiko auf den westlichen Schwarzmeerrouten. Höhere Versicherungs- und Sicherheitskosten können ukrainische Exporte zusätzlich belasten.
Geheimdienste in Europa warnen vor einer begrenzten Invasion Russlands auf Nato-Gebiet. Reale Bedrohung oder Panikmache? Militärexperte Gustav Gressel analysiert, wie Putin das Bündnis testet.
22.09.2026 | 13:32 min"Operation Vivaldi" bindet russische Kräfte
An der Front bestätigt sich die operative Wirkung der seit Monaten laufenden ukrainischen "Operation Vivaldi" bei Lyman. Berichten zufolge griffen russische Kräfte am 10. und 11. Oktober im Raum Lyman weiter an, ohne bestätigte Geländegewinne zu erzielen. Ukrainische Kräfte setzten ihre Gegenangriffe nördlich und südlich der Stadt fort.
Wichtiger als die Zahl zurückgewonnener Quadratkilometer ist die Wirkung auf die russische Operationsplanung. Russische Militärblogger räumten ukrainische Vorstöße auch östlich von Slowjansk und Kramatorsk ein.
Die Ukraine meldet Geländegewinne im Donbass. Mit "Operation Vivaldi" soll es gelungen sein, Russland wochenlang zu täuschen. Wurde Putin überrumpelt? Die Militäranalyse bei ZDFheute live.
01.10.2026 | 38:49 minDie Gegenangriffe erschweren den russischen Versuch, den ukrainischen Festungsgürtel im Donezker Gebiet von Norden und Osten unter Druck zu setzen. Russische Kräfte müssen dort Positionen halten oder zurückgewinnen, statt ihre Angriffe ungehindert weiterzutragen.
Das bedeutet keine Vertauschung der Rollen an der Front: Russische Kräfte greifen an mehreren Abschnitten weiter an, während die ukrainischen Fortschritte bei Lyman und östlich von Slowjansk und Kramatorsk örtlich begrenzt bleiben. "Vivaldi" ist dennoch eine ukrainische Offensive, die über ihren unmittelbaren Geländegewinn hinaus wirkt: Sie beeinträchtigt einen größeren russischen Operationsplan und bindet Kräfte.
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