Atomstreit und Teherans Waffenprogramm:Kein Durchbruch: USA und Iran vertagen Atomverhandlungen
Es geht nicht zuletzt um das umstrittene Atomprogramm: In Genf sind die indirekten Verhandlungen zwischen den USA und Iran vorerst beendet. Das sind die wichtigsten Fragen.
Die USA und Iran verhandeln in Genf über Irans Atomprogramm und die Aufhebung der US-Sanktionen – begleitet von militärischem Druck und Trumps Ultimatum. ZDFheute live analysiert die Gespräche.
26.02.2026 | 30:14 minVor dem Hintergrund militärischer Spannungen haben die USA und der Iran eine zuvor als entscheidend eingestufte Verhandlungsrunde beendet. Einen Durchbruch bei dem Treffen von Delegationen beider Staaten in Genf gab es zunächst nicht. Omans Außenminister Badr al-Bussaidi, der zwischen beiden Seiten vermittelt, kündigte jedoch neue Gespräche für kommende Woche an. US-Präsident Donald Trump hatte der Regierung in Teheran vor einer Woche ein Ultimatum bis Anfang März gestellt. "Entweder wir erzielen eine Einigung oder es wird für sie bedauerlich", sagte er.
Worüber verhandeln die USA und Iran?
Die USA und andere westliche Länder wollen verhindern, dass die Islamische Republik an Atomwaffen gelangt. Die Führung in Teheran verfolge dieses Vorhaben weiter, mahnte Trump am Dienstag in seiner Rede zur Lage der Nation. Teheran dagegen beteuert, sein Nuklearprogramm nur zivil zu nutzen und will die Urananreicherung nicht vollständig aufgeben. Allerdings hatte das Land Uran schon weit über den für die Energieerzeugung notwendigen Grad hinaus angereichert. US-Vizepräsident JD Vance sprach zuvor von Hinweisen, dass Iran nach den US-Angriffen im Juni sein Atomprogramm wieder aufbaue.
Auch ohne Langstreckenraketen könne Iran Amerikaner angreifen, sagt Nahost-Analystin Sommerfeld. Militärische US-Einrichtungen im Nahen Osten könnten Ziele werden.
26.02.2026 | 19:29 minNicht verhandelbar ist für Teheran weiterhin eine Begrenzung des Raketenprogramms - die Führung betrachtet das Arsenal als einzige wirksame Abschreckung. Auch über die Unterstützung militanter Gruppen wie etwa der Hisbollah im Libanon will die iranische Seite nicht sprechen. Die USA und Israel pochen jedoch auf umfassendere Verhandlungen, die unter anderem auch das iranische Raketenprogramm einbeziehen. Trump warnte, Iran arbeite daran, "Raketen zu bauen, die bald die Vereinigten Staaten von Amerika erreichen werden".
In Genf waren die letzten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran ohne konkrete Einigung zu Ende gegangen. ZDFheute live analysiert, was auf dem Spiel steht.
17.02.2026 | 29:53 minWas will Irans Staatsführung erreichen?
Die iranische Regierung fordert eine Aufhebung der Sanktionen. Die Strafmaßnahmen haben das Land vom internationalen Finanzmarkt weitgehend abgeschottet und gelten als ein Grund für die katastrophale Wirtschaftslage.
Mit Blick auf die militärischen Drohungen der USA dürfte Irans Regierung jedoch auch das Ziel verfolgen, einen Krieg abzuwenden. Die Staatsführung betonte zuletzt zwar ihre Bereitschaft zu einem Abkommen, Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei warnte zugleich: "Die Amerikaner sollen wissen, wenn sie einen Krieg vom Zaun brechen, wird es dieses Mal ein regionaler Krieg sein."
Die USA und Iran verhandeln erneut über einen Atom-Deal – doch Trump droht schon mit Konsequenzen. Was steckt dahinter? Eskalation, Regimechange oder echte Diplomatie?
17.02.2026 | 53:06 minUS-Präsident Trump hatte Teheran mit einem Militäreinsatz gedroht, sollte es nicht zu einer Einigung kommen. Mehrfach erklärte er zudem, ein Machtwechsel in Iran liege in seinem Interesse.
Welche Folgen sind wahrscheinlich?
Nachdem US-Präsident Trump der iranischen Führung ein Ultimatum gestellt hatte, gingen viele Experten und Beobachter von einer entscheidenden Verhandlungsrunde aus. Nach außen hin demonstriert das Verhandlungsteam um Außenminister Abbas Araghtschi Entschlossenheit und Stärke. Der Iran werde nicht unter Druck und Einschüchterungen verhandeln, betont die Regierung in Teheran stets. Welche Ergebnisse am Donnerstag erzielt wurden, war völlig unklar.
Der Vermittler Oman spricht zwar von "bedeutenden Fortschritten", die Kriegsgefahr ist damit jedoch nicht vom Tisch. In den vergangenen Wochen hat das US-Militär eine massive Flotte mit zwei Flugzeugträgern, Dutzenden Kampfjets sowie Flugabwehr und Militärflugzeugen zur Luftbetankung - wie sie bei intensiven Bombardierungen benötigt werden - in den Nahen Osten verlegt. Laut dem "Wall Street Journal" ist es der größte Aufmarsch von US-Luftstreitkräften in der Region seit dem Irak-Krieg 2003.
Das Auswärtige Amt warnt deutsche Staatsbürger im Ausland wegen eines möglichen Angriffs der USA auf den Iran. Die USA haben zuletzt einen zweiten Flugzeugträger in die Region geschickt.
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