Vorbereitungen auf beiden Seiten:Iran und USA: Steht ein Krieg kurz bevor?
Trotz Gesprächen nehmen die Hinweise auf einen baldigen Kriegsbeginn zwischen den USA und Iran zu. Das Weiße Haus mahnt Iran, "sehr klug" zu handeln. Was wir wissen.
Die Gespräche zwischen den USA und Iran verlaufen bislang erfolgslos - die US-Regierung droht erneut mit einem Militäreinsatz. Ab dem kommenden Wochenende sei ein Angriff jederzeit möglich, so US-Medien.
19.02.2026 | 0:29 minNach den jüngsten Atomverhandlungen zwischen den USA und Iran häufen sich Hinweise auf einen möglicherweise bald bevorstehenden Krieg. Wie ist der aktuelle Stand?
Was sagt die US-Regierung?
Angesprochen auf Abwägungen von US-Präsident Donald Trump zu einem möglichen militärischen Vorgehen gegen Iran sagte US-Regierungssprecherin Karoline Leavitt, es gebe viele Argumente, die man für einen Angriff anbringen könnte.
Zugleich bekräftigte sie aber, dass Diplomatie immer die erste Wahl Trumps sei. Für Iran wäre es "sehr klug", ein Abkommen mit dem US-Präsidenten zu schließen, sagte Leavitt. US-Energieminister Chris Wright betonte, die USA würden Iran "auf die eine oder andere Weise" daran hindern, Atomwaffen herzustellen.
Bei ihren Atomgesprächen näherten sich die USA und Iran zuletzt zumindest etwas an.
18.02.2026 | 2:00 minWelche Szenarien sehen internationale Medien?
Der US-Sender CBS News zitierte informierte Quellen, wonach ranghohe nationale Sicherheitsbeamte Trump mitgeteilt hätten, dass das Militär bereit sei, bereits am Samstag Angriffe auf Iran durchzuführen. Trump habe aber noch keine endgültige Entscheidung über einen möglichen Angriff getroffen. Das Weiße Haus wäge derzeit die "Risiken einer Eskalation und die politischen und militärischen Folgen einer Zurückhaltung" ab, berichtete der Sender.
Das US-Nachrichtenportal "Axios" zitierte ebenfalls namentlich nicht genannte Quellen, wonach die US-Regierung näher vor einem großen Krieg stehe, als den meisten Amerikanern bewusst sei. Auch in israelischen Medien wird über eine mögliche militärische Konfrontation zwischen den USA und Iran spekuliert, die schon in den nächsten Tagen beginnen könne.
Was ist bei den Verhandlungen herausgekommen?
Am Dienstag hatte es in Genf eine zweite Verhandlungsrunde zwischen Washington und Teheran unter anderem über Irans umstrittenes Atomprogramm gegeben - ohne Durchbruch. Außenminister Abbas Araghtschi sagte, der Weg zu einer Einigung habe begonnen. Aus US-Regierungskreisen hieß es, es seien zwar Fortschritte erzielt worden, es gebe aber noch viele Details zu klären.
"Zugeständnisse beim Atomprogramm scheinen möglich zu sein", berichtete ZDF-Reporterin Phoebe Gaa aus Teheran. Doch Uneinigkeit herrscht beim ballistischen Raketenprogramm.
18.02.2026 | 2:27 minDie iranische Seite wolle in den kommenden zwei Wochen mit "detaillierten Vorschlägen zurückkommen, um einige der offenen Differenzen zwischen unseren Positionen zu klären".
Die USA wollen verhindern, dass die Führung in Teheran in den Besitz von Atomwaffen gelangt. Irans Regierung zeigt sich bereit, ihr Nuklearprogramm zu begrenzen, fordert im Gegenzug jedoch die Aufhebung harter Wirtschaftssanktionen. Eine Begrenzung seines Raketenprogramms schließt Teheran bisher aus. Die USA fordern dies jedoch.
Welche Vorbereitungen trifft Iran?
Auch die Führung in Teheran bereite sich auf einen Krieg vor, falls die Verhandlungen mit den USA scheitern sollten, berichtete das "Wall Street Journal". Teheran verstärke demnach das Militär, diversifiziere Entscheidungsbefugnisse, befestige die Atomanlagen und gehe verstärkt gegen Abweichler im eigenen Land vor. Präsident Massud Peseschkian bekräftigte zwar, der Iran wolle "keinen Krieg". Er deutete aber an, dass Teheran die Forderungen Washingtons nicht erfüllen wird.
Iran dämpfte nach der zweiten Verhandlungsrunde mit den USA in Genf die Hoffnung auf einen raschen Durchbruch. Die Menschen in Teheran schwanken zwischen Sorge und Hoffnung.
17.02.2026 | 1:50 minWelche Vorbereitungen treffen die USA?
Die USA haben ihre militärische Präsenz im Nahen Osten bereits mit dem Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" verstärkt und einen zweiten, die "Gerald R. Ford" losgeschickt, um in die Region zu fahren. Mehrere Kriegsschiffe, Luftabwehrsysteme und Jagdgeschwader befinden sich laut "Wall Street Journal" in der Golfregion. Laut "Axios" seien alleine in den vergangenen 24 Stunden weitere 50 Kampfflugzeuge dorthin aufgebrochen.
Welche Rolle spielt Israel?
Sollte es zum Krieg kommen, dürften die USA wieder mit dem Verbündeten Israel vorgehen, so "Axios" und der US-Sender CNN mit Bezug auf informierte Quellen. Israel habe seine Alarmbereitschaft erhöht und seine militärischen Vorbereitungen verstärkt.
Sollte es dazu kommen, könnte es die folgenreichste US-Militärintervention im Nahen Osten seit mindestens einem Jahrzehnt sein, schrieb "Axios". US-Außenminister Marco Rubio will nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am 28. Februar zu Gesprächen mit Ministerpräsident Netanjahu nach Israel reisen.
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