Trotz Drohkulisse und Misstrauen:Iran und USA sprechen erneut - auch über Atomprogramm
Zwischen Iran und den USA geht es in neue Gespräche. Ein Thema: Irans Atomprogramm. US-Präsident Trump drohte mit einem Militäreinsatz, sollte es nicht zu einer Einigung kommen.
Israels Regierungschef Netanjahu hat ein Atomabkommen mit dem Abbau von Infrastruktur und Anlagen zur Uran-Anreicherung gefordert. Am Dienstag wollen die USA und Iran weiter verhandeln.
16.02.2026 | 0:25 minIran und die USA setzen an diesem Dienstag ihre indirekten Verhandlungen in der Schweiz fort. Delegationen beider Staaten treffen sich nach Angaben aus Teheran in Genf. Es ist die zweite Runde nach der Wiederaufnahme indirekter Gespräche zwischen Washington und Teheran am 6. Februar, erneut unter Vermittlung des Golfstaats Oman.
Die Positionen liegen nach den ersten Gesprächen in Omans Hauptstadt Maskat noch weit auseinander: Teheran will nur über sein Atomprogramm und die Aussetzung von Sanktionen verhandeln, die USA und Israel pochen jedoch auch auf Verhandlungen etwa über das iranische Raketenprogramm.
Die USA wollen verhindern, dass die Führung in Teheran in den Besitz von Atomwaffen gelangt. Irans Regierung zeigt sich bereit, ihr Nuklearprogramm zu begrenzen, fordert im Gegenzug jedoch die Aufhebung harter Wirtschaftssanktionen.
Laut dem iranischen Außenminister Araghtschi wird das Land seine Uran-Anreicherungen auch im Falle eines Krieges nicht aufgeben. Die USA fordern die Einstellung des Atom-Programms.
08.02.2026 | 1:39 minTrump droht Iran mit "Konsequenzen"
US-Präsident Donald Trump drohte der iranischen Regierung mit "Konsequenzen" im Falle einer ausbleibenden Einigung bei den Gesprächen.
Ich glaube nicht, dass sie die Konsequenzen wollen, wenn kein Abkommen zustande kommt.
Donald Trump, US-Präsident
Er werde an den Gesprächen "indirekt" beteiligt sein, sagte Trump am Montag (Ortszeit) vor Journalisten an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One. Man werde sehen, was passieren könne.
Im Januar ließ Irans Staatsapparat Massenproteste im eigenen Land brutal niederschlagen. Trump drohte der iranischen Führung daraufhin mit militärischem Eingreifen und ließ die Militärpräsenz rund um den Iran verstärken. Inzwischen haben die USA einen zweiten Flugzeugträger in die Region entsandt.
Seit den Massenprotesten Anfang Januar ist Irans Führung innenpolitisch so stark unter Druck wie seit Jahrzehnten nicht mehr.
Nachdem es weltweit Demonstrationen gegen das Regime in Iran gegeben hat, wächst nun inländisch der Druck. In Teheran sollen Sprechchöre gegen das Regime zu hören gewesen sein.
16.02.2026 | 0:24 minDie iranische Delegation wird staatlichen iranischen Medien zufolge von Außenminister Abbas Araghtschi geleitet. Die US-Delegation wird nach Angaben des Weißen Hauses vom US-Sondergesandten Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner angeführt.
Iran: Verhandlungen geprägt von Skepsis und Misstrauen
"Wir verhandeln unter Bedingungen vollständiger Skepsis und des Misstrauens. Wir haben frühere Erfahrungen, und es ist uns unter keinen Umständen erlaubt, diese Erfahrungen auch nur für einen Moment aus dem Blick zu verlieren", sagte Irans Außenamtssprecher Ismail Baghai mit Blick auf den Krieg im vergangenen Jahr, den Israel kurz vor Beginn einer Verhandlungsrunde zwischen Iran und den USA begonnen hatte.
"Der Angriff auf Irans Nuklearanlagen ist in keiner Weise auf einer logischen, rechtlichen oder moralischen Grundlage zu rechtfertigen", sagte Baghai der staatlichen Nachrichtenagentur Irna. Zeit sei nun von entscheidender Bedeutung, fügte er hinzu. Es gebe "keinen Nutzen darin, die Verhandlungen zu verlängern", sagte der Sprecher.
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