Nach Angriffen in Iran:USA bestellen weitere Bunkerbrecher-Bomben
Rund neun Monate nach dem Einsatz gegen iranische Atomanlagen stocken die USA ihr Arsenal an bunkerbrechenden Bomben wieder auf - mitten in angespannten Beziehungen zu Teheran.
Das US-Militär will Nachschub der massiven bunkerbrechenden Bomben vom Typ GBU-57 bestellen. (Archivbild)
Quelle: Uncredited/US Air Force/dpaRund ein Dreivierteljahr nach dem Einsatz gegen unterirdische Atomanlagen in Iran will das US-Militär Nachschub der massiven bunkerbrechenden Bomben vom Typ GBU-57 bestellen.
Die Neuanschaffungen seien infolge des Einsatzes vom vergangenen Juni nötig, um die Lager wieder aufzufüllen, erklärte das US-Verteidigungsministerium zur Begründung der Ausschreibung. Die Bomben seien nötig, "um die Einsatzbereitschaft wiederherzustellen".
Der mit einem GPS-System präzisionsgelenkte Bunkerbrecher ist rund sechs Meter lang und 13,6 Tonnen schwer. Aufgrund ihrer Dimensionen und des hohen Gewichts kann die Bombe nur von Tarnkappenbombern des Typs B-2 abgeworfen werden, über die ebenfalls nur das US-Militär verfügt.
Insgesamt 14 der massiven Bomben wurden bei dem Einsatz in Iran abgeworfen, die meisten davon auf die besonders tief reichende Anlage Fordo. Die Angriffe in Iran waren der erste Kampfeinsatz der Bombe in der US-Geschichte.
Unklarheiten um Bestellmenge der US-Bunkerbrecher
Aus dem stellenweise geschwärzten Dokument der Ausschreibung ging nicht hervor, wie viele der Bunkerbrecher die US-Luftwaffe nun beim Hersteller Boeing bestellt. Auch der Wert des Auftrags für die Bomben und damit zusammenhängende Dienstleistungen blieben einigermaßen unklar: Er wurde mit der höchsten Kategorie von "mehr als 100 Millionen US-Dollar" angegeben. Ebenfalls blieb offen, bis wann mit der Lieferung der Bomben zu rechnen ist.
USA und Iran haben in Oman miteinander gesprochen. Im Fokus: das Atomprogramm. Der iranische Außenminister spricht von einem guten Anfang. ZDFheute live analysiert, wie es jetzt weiter geht.
06.02.2026 | 30:52 minDie Bombe wurde im Auftrag des US-Militärs speziell für tief unter Felsgestein, dicken Erdschichten oder Beton liegende Ziele entwickelt. Mit der Wucht ihres eigenen Gewichts - beschleunigt durch einen Abwurf aus großer Höhe - rammt die tonnenschwere Bombe mit einer besonders gehärteten Spitze den Weg für ihre Sprengstoffladung frei. Die Detonation erfolgt dann erst in der Tiefe.
Im Gespräch mit Israels Regierungschef Netanjahu könnte es auch um die Begrenzung der ballistischen Raketen Irans gegangen sein, sagt US-Korrespondent Elmar Theveßen in Washington.
11.02.2026 | 1:29 minWas über die MOP-Bombe bekannt ist
"Die Ummantelung des Sprengkopfs ist aus einer speziellen Hochleistungs-Stahllegierung hergestellt und das Design ermöglicht eine große Sprengladung unter Beibehaltung der Integrität der Bombe während des Einschlags", heißt es in einem erklärenden Dokument des US-Militärs zur Funktionsweise.
Es ist nicht gesichert bekannt, über wie viele GBU-57 das US-Militär verfügt, Berichten zufolge handelt es sich aber um eine geringe Stückzahl. 20 Stück davon hatte die Luftwaffe nach Angaben von 2015 bestellt.
Die GBU-57-Bombe gehört zu einer Art der Bunkerbrecher, die auch unter dem amerikanischen Kürzel MOP bekannt ist ("Massive Ordnance Penetrator"; auf Deutsch etwa "schwere durchdringende Bombe").
Gespräche seien ein "logischer Schritt, bei vorhandener Drohkulisse", sagt Andreas Reinicke, Direktor Deutsches Orient-Institut, zu den Verhandlungen zum Atomprogramm zwischen USA und Iran.
06.02.2026 | 4:50 minTrump droht: Ohne Einigung wird es "sehr traumatisch" für Iran
Die neue Ausschreibung kommt zu einem Zeitpunkt erneut erhöhter Spannungen zwischen den USA und Iran. Das US-Militär hat in der Region zuletzt massiv Kräfte zusammengezogen und Präsident Donald Trump drohte Teheran mehrfach mit einem militärischen Eingreifen. Aktuell scheint er aber im Streit um das iranische Atomprogramm auf Verhandlungen zu setzen.
Er warnte Iran am Donnerstag vor schwerwiegenden Konsequenzen, sollte sich das Land nicht mit den USA einigen.
Das wird sehr traumatisch für Iran, wenn sie keinen Deal machen.
Donald Trump, US-Präsident
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