Verhandlungen von USA und Iran: Was auf dem Spiel steht

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Erste Gespräche im Oman beendet:Verhandlungen von USA und Iran: Was auf dem Spiel steht

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USA und Iran haben trotz Spannungen neue Gespräche aufgenommen. Man habe Misstrauen abgebaut - und bleibe im Austausch. Sorge vor Eskalation bleibt. Wichtige Fragen und Antworten.

Ein vom omanischen Informationsministerium zur Verfügung gestelltes Foto zeigt den omanischen Außenminister Sayyid Badr Albusaidi (rechts) bei der Begrüßung der Sonderbeauftragten des US-Präsidenten Steve Whitcomb (Mitte) und Jared Kushner (links) zu ihrem Treffen im Vorfeld der Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA in Maskat, Oman, am 06.02.2026.

In Maskat trafen sich die USA und Iran zu neuen Gesprächen. Das Misstrauen ist groß.

06.02.2026 | 1:59 min

"Es war ein guter Anfang", sagte der Außenminister von Iran, Abbas Araghtschi, nach einer ersten Verhandlungsrunde im Konflikt mit den USA unter Vermittlung des Gastgebers Oman - und zeigte sich damit leicht optimistisch. "Wir sind dabei, Misstrauen abzubauen", fügte der Minister in der omanischen Hauptstadt Maskat hinzu. Aus den USA gab es zunächst keine Reaktion nach dem Treffen.

Vertreter der USA und von Iran waren zu indirekten Verhandlungen in den Oman gereist. Das Land trat als Vermittler auf. Verhandlungsleiter des Iran war Araghtschi, die US-Delegation wurde vom Sondergesandten Steve Witkoff angeführt. Auch der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, war dabei.

Beide Seiten hätten sich darauf geeinigt, die Gespräche fortzusetzen, heißt es. Worum geht es im Kern? Antworten im Überblick:

Warum verhandeln beide Seiten gerade jetzt?

Die neue Verhandlungsrunde zwischen Washington und Teheran hat viele Experten und auch Menschen im Iran zunächst überrascht. Auf dem Höhepunkt der iranischen Proteste gegen die autoritäre Staatsführung hatte US-Präsident Donald Trump den Demonstranten signalisiert: Ich stehe an eurer Seite. Mitte vergangenen Monats sprach sich Trump zudem für einen Machtwechsel im Iran aus und begann, das amerikanische Militär in der Region aufzustocken. 

Andreas Reinicke | Direktor Deutsches Orient-Institut

Gespräche seien ein "logischer Schritt, bei vorhandener Drohkulisse", sagt Andreas Reinicke, Direktor Deutsches Orient-Institut, zu den Verhandlungen USA und Iran.

06.02.2026 | 4:50 min

Plötzlich signalisierte Trump jedoch seine Bereitschaft zu Verhandlungen. Ein Grund dafür dürfte die Krisendiplomatie regionaler Staaten wie Saudi-Arabien, Katar und der Türkei sein, die ein pragmatisches Verhältnis mit Teheran pflegen und eine militärische Eskalation mit gravierenden Auswirkungen auf ihre Länder fürchten.

Die Wirtschaft und das politische System in Iran stecken in einer tiefen Krise. Seit Dezember gibt es immer wieder Proteste: Die Menschen fordern den Sturz der Islamischen Republik. Seit der Islamischen Revolution 1979 hält sich das Mullah-Regime um den Obersten Führer an der Macht, seit 1989 ist das Ajatollah Ali Chamenei. Präsident ist seit 2024 Massud Peseschkian. Hauptstadt ist Teheran. Circa 92 Mio. Einwohner. Menschenrechte stark eingeschränkt. Hohe Inflation, Arbeitslosigkeit und Armut – internationale Sanktionen, Misswirtschaft und Korruption verschlimmern die Lage. Internationale Befürchtungen, dass Iran Atomwaffen bauen will.

Welche Interessen verfolgt Trump?

Der US-Präsident hat seine Ziele im Iran bislang nicht klar benannt. Die massive militärische Verstärkung signalisiert einerseits, dass sich die USA wohl ernsthaft für einen Konflikt mit Teheran rüsten. Gepaart mit wiederholten Äußerungen zu einem möglichen militärischen Eingreifen seines Landes baute Trump dadurch auch eine Drohkulisse auf.

USS Abraham Lincoln Flugzeugträger

Das US-Militär hat eine iranische Drohne abgeschossen. Die Drohne habe sich einem Flugzeugträger genähert, so das Pentagon. Iranische Staatsmedien sprechen von einer Aufklärungsdrohne.

04.02.2026 | 0:22 min

Von der ist er bis heute nicht abgerückt - auch wenn er inzwischen davon spricht, dass Iran einen Deal wolle. Seine Botschaft an Teheran lautet nun: Ein Deal ist eure Chance. Schlagt ihr sie aus, riskiert ihr, dass wir euch angreifen. Mithilfe der militärischen Drohkulisse erhöht Trump dabei den Druck auf Iran, sich seinen Forderungen zu beugen. Er verlangt unter anderem:

  • die Reichweite von ballistischen Raketen zu begrenzen und
  • vollständig auf eine heimische Urananreicherung zu verzichten

In seiner Verhandlungsposition sieht sich Trump auch durch den US-Angriff auf Venezuela gestärkt, der zur Gefangennahme des autoritären Staatschefs Nicolás Maduro führte. Tenor seiner Botschaft Richtung Iran: In Venezuela habt ihr gesehen, wozu wir in der Lage sind.

ZDF-Korrespondentin Phoebe Gaa berichtet über die Gespräche zwischen den USA und dem Iran

Im Oman haben die Verhandlungen zwischen Iran und den USA begonnen. Doch der “Weg zu einem Abkommen sehr steinig“, berichtet ZDF-Korrespondentin Phoebe Gaa aus Istanbul.

06.02.2026 | 1:02 min

Worum geht es bei den Gesprächen konkret?

Im Fokus der Gespräche steht das umstrittene iranische Atomprogramm. Trump und der Westen wollen verhindern, dass die Islamische Republik an Atomwaffen gelangt. Während Teheran beteuert, sein Nuklearprogramm nur zivil zu nutzen, ist die Staatsführung zu Kompromissen bei der Einschränkung bereit.

Teheran hat jedoch nach außen gleich mehrere rote Linien definiert. Die Industrie zur Urananreicherung wolle man nicht vollständig aufgeben, nicht verhandelbar seien außerdem Fragen zum Raketenprogramm. Die Vermittlerstaaten dürften vor allem ihren Einfluss nutzen, um einen großen regionalen Krieg abzuwenden.

Mit erheblichem Druck zwingen die USA den Iran an den Verhandlungstisch. Die Amerikaner fordern vor allem das Ende des iranischen Atomprogramms. Phoebe Gaa berichtet vor Ort.

Mit erheblichem Druck zwingen die USA den Iran an den Verhandlungstisch. Die Amerikanern fordern vor allem das Ende des iranischen Atomprogramms. Phoebe Gaa berichtet vor Ort.

06.02.2026 | 1:40 min

Was will Irans Staatsführung erreichen?

Die iranische Regierung hatte bereits bei den letzten Verhandlungen mit den USA als Ziel formuliert, eine Aufhebung der harten Wirtschaftssanktionen anzustreben. Die Strafmaßnahmen haben das Land vom internationalen Finanzmarkt weitgehend abgeschottet und Investoren abgeschreckt. Sie gelten als wichtiger Grund für die katastrophale Wirtschaftslage, die die Mittelschicht ausgehöhlt und Teile der Bevölkerung an den Rand der Armut gedrängt hat.

Dieses Mal dürfte es jedoch um deutlich mehr gehen. "Es ist Zeit, nach einer neuen Führung im Iran zu suchen", sagte Trump Mitte Januar dem Nachrichtenportal "Politico". Seit Wochen prägen im Iran Kriegssorgen die Schlagzeilen. Nach außen demonstrieren Regierung und Militär zwar Geschlossenheit und Bereitschaft zur militärischen Eskalation. Hinter den Kulissen dürfte die Staatsführung jedoch um ihre Existenz fürchten.

Was denken Menschen in Iran über Verhandlungen mit den USA?

Inzwischen sind die Massenproteste von Anfang Januar zwar verstummt, doch das Trauma des brutalen staatlichen Vorgehens gegen die Demonstrationen sitzt noch tief. Das Menschenrechtsnetzwerk HRANA mit Sitz in den USA hat nach eigenen Angaben den Tod von mindestens 6.400 Demonstranten verifiziert.

"In die Verhandlungen, die am Freitag in der omanischen Hauptstadt Maskat stattfinden sollen, setzen die Iranerinnen und Iraner, mit denen das ZDF-Team in Teheran in den vergangenen Tagen sprechen konnte, kaum Hoffnung", ordnet ZDF-Korrespondentin Phoebe Gaa ein.

Geplantes Treffen in Omans Hauptstadt
:Gespräche zwischen USA und Iran: Verhandeln ohne Vertrauen

Am Freitag finden in der omanischen Hauptstadt Maskat lang erwartete Atomgespräche zwischen Teheran und Washington statt. Doch militärische Drohungen überschatten den Dialog.
von Phoebe Gaa
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Ältere Frau geht am 28. Januar 2026 in Teheran an einem anti‑amerikanischen Wandbild vorbei
Quelle: dpa, ZDF
Über dieses Thema berichtete das ZDF in mehreren Sendungen, unter anderem im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF am 06.02.2026 ab 05:30 Uhr und heute am 06.02.2026 ab 17:00 Uhr.

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