USA-Iran-Treffen: Verhandeln ohne Vertrauen

Geplantes Treffen in Omans Hauptstadt:Gespräche zwischen USA und Iran: Verhandeln ohne Vertrauen

von Phoebe Gaa

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Am Freitag finden in der omanischen Hauptstadt Maskat lang erwartete Atomgespräche zwischen Teheran und Washington statt. Doch militärische Drohungen überschatten den Dialog.

Flugzeugträger

Mit verstärkter Marinepräsenz im Nahen Osten will Trump die Führung in Teheran an den Verhandlungstisch zwingen. Im Fokus ist vor allem das iranische Atomprogramm und die Entwicklung ballistischer Raketen.

02.02.2026 | 2:22 min

Es ist einer der vielen Anzeichen für die Widerstandsfähigkeit des iranischen Volkes: Selbst jetzt, wo die massenhaften Tötungen und Verhaftungen bei den Massenprotesten noch keinen Monat her sind, und ein drohender US-Militärschlag viele beunruhigt, schicken Iraner und Iranerinnen sich Memes über die aktuelle Situation.

Humor als Zuflucht. Eines der KI-Videos, das in den sozialen Medien derzeit geteilt wird, zeigt US-Präsident Donald Trump und Ajatollah Ali Chamenei im Boxring, wo sie in typischer Ultimate-Fighter-Manier aufeinander losgehen.

USS Abraham Lincoln Flugzeugträger

Das US-Militär hat eine iranische Drohne abgeschossen. Die Drohne habe sich einem Flugzeugträger genähert, so das Pentagon. Iranische Staatsmedien sprechen von einer Aufklärungsdrohne.

04.02.2026 | 0:22 min

Iraner setzen keine Hoffnung in USA-Iran-Gespräche

In die Verhandlungen, die am Freitag in der omanischen Hauptstadt Maskat stattfinden sollen, setzen die Iranerinnen und Iraner, mit denen das ZDF-Team in Teheran in den vergangenen Tagen sprechen konnte, kaum Hoffnung. Der Chefredakteur der Zeitung "Hammihan", die dem Lager der Reformer nahesteht, schrieb kürzlich, das Volk sei die internationalen Gesprächsrunden leid, denn dabei gehe es nicht um das Schicksal der Menschen im Land, sondern zuallererst um Geopolitik.

Die Wirtschaftskrise, die Energieknappheit, das Missmanagement - das seien Themen, um die sich die Regierung der Islamischen Republik endlich kümmern solle.

Die Wirtschaft und das politische System in Iran stecken in einer tiefen Krise. Seit Dezember gibt es immer wieder Proteste: Die Menschen fordern den Sturz der Islamischen Republik. Seit der Islamischen Revolution 1979 hält sich das Mullah-Regime um den Obersten Führer an der Macht, seit 1989 ist das Ajatollah Ali Chamenei. Präsident ist seit 2024 Massud Peseschkian. Hauptstadt ist Teheran. Circa 92 Mio. Einwohner. Menschenrechte stark eingeschränkt. Hohe Inflation, Arbeitslosigkeit und Armut – internationale Sanktionen, Misswirtschaft und Korruption verschlimmern die Lage. Internationale Befürchtungen, dass Iran Atomwaffen bauen will.

Stattdessen liefern sich das religiöse Oberhaupt Irans und Donald Trump seit Wochen einen rhetorischen Distanzkampf. Die USA stünden "Gewehr bei Fuß und bereit" einzugreifen, falls das Regime in Teheran die Proteste mit Gewalt niederschlagen wolle, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social Anfang Januar. Und Chamenei drohte, ein US-Angriff werde sich diesmal zu einem regionalen Krieg ausweiten.

Elmar Theveßen | ZDF-Korrespondent in Washington

"Man weiß nicht was losgetreten wird, wenn dieses Regime tatsächlich durch US-Militärschläge unter Druck gesetzt wird", berichtet ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen zu den Iran-Verhandlungen.

03.02.2026 | 3:30 min

Schweiz vertritt heute US-Interessen in Iran

Die USA und Iran gelten seit der Islamischen Revolution 1979 als Erzfeinde. Damals wurde der mit den USA verbündete Schah Mohammed Reza Pahlavi gestürzt, musste ins Exil fliehen. Die neue, religiöse, Führung in Iran sah in Amerika den "großen Satan." Zum endgültigen Bruch kam es durch die 444-tägige Geiselnahme in der amerikanischen Botschaft.

... meint die Besetzung der US-Botschaft in Teheran 1979 durch aufständische Studenten. 444 Tage lang hielten sie dort 52 Amerikaner gefangen. Infolge der Krise wies der damalige US-Präsident Jimmy Carter iranische Diplomaten aus und startete einen bewaffneten Befreiungsversuch, der allerdings scheiterte. Schließlich wurden die US-Geiseln am letzten Tag seiner Präsidentschaft freigelassen.

(Quelle: AP/05.02.2026)


Seit 1981 vertritt die Schweiz die diplomatischen Interessen der Amerikaner in Teheran. Wenn Regimeanhänger sich treffen, ob zu politischen Kundgebungen oder religiösen Versammlungen, gehört der Ruf "Tod den USA" bis heute dazu. Oft werden die amerikanischen Fahnen oder Puppen des jeweils amtierenden US-Präsidenten verbrannt.

Trump und Chamenei vor der USS Abraham Lincoln

Eine iranische Drohne wird von einem US-Kampfflugzeug im Arabischen Meer abgeschossen. Was das für die geplanten Atomgespräche bedeutet, erklärt ZDFheute live.

04.02.2026 | 10:56 min

Meilenweit auseinander, aber eine Gemeinsamkeit: Unberechenbarkeit

Wenn der US-Sondergesandte Steve Witkoff und Irans Außenminister Abbas Araghtschi nun aufeinandertreffen, wird es um Teherans Atomprogramm gehen. Um seine Langstreckenraketen, vielleicht. Womöglich auch um die Unterstützung des Regimes für Hisbollah und andere Terrorgruppen. Vor allem aber treffen zwei Parteien aufeinander, die sich zutiefst misstrauen. In vielem meilenweit auseinanderliegen - sich in einem aber ähneln: ihrer Unberechenbarkeit.

Phoebe Gaa ist Leiterin des ZDF-Auslandsstudios Istanbul.

Über dieses Thema berichteten mehrere Sendungen, unter anderem ZDFheute live am 04.02.2026 um 09:54 Uhr und das gemeinsame Morgenmagazin von ARD und ZDF am 02.02.2026 ab 05:30 Uhr.

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