"Das ist ein Desaster":Irans Team muss USA nach WM-Auftakt verlassen - Trainer tobt
Irans Nationalmannschaft muss die USA umgehend nach dem WM-Auftakt verlassen. Trainer und Kapitän beklagen unfaire Bedingungen. Sie betonen: "Wir sind hier, um Fußball zu spielen."
Das WM-Spiel zwischen Iran und Neuseeland sorgt für gemischte Reaktionen auf den Tribünen: Regimekritische Exil-Iraner protestieren, während andere ihr Team trotz der politischen Spannungen anfeuern.
16.06.2026 | 1:28 minIrans Mannschaft muss nach dem politisch aufgeladenen Auftaktspiel sofort aus den USA ausreisen - und fühlt sich benachteiligt. Kapitän Mehdi Taremi sprach erbost von einem "Desaster", Trainer Amir Ghalenoei beklagte die "Unterdrückung" seines Teams. Auch FIFA-Präsident Gianni Infantino konnte die Wut der Iraner über die Begleitumstände bei der WM und die Blitzabreise aus Los Angeles auch mit einem Kabinenbesuch nicht lindern. "Es wirkt, als ob wir von anderen gesteuert werden", schimpfte Ghalenoei.
Die Iraner waren davon ausgegangen, nach dem 2:2 (1:1) gegen Neuseeland noch eine Nacht in Kalifornien bleiben zu können, für Dienstagmorgen war ein Regenerationstraining vorgesehen.
- Fußball-WM 2026: Iran kommt gegen Neuseeland zweimal zurück
Iran und Neuseeland haben sich in Gruppe G ein packendes Spiel geliefert. Das 2:2 geht in Ordnung, die Partie hatte keinen Verlierer verdient.
16.06.2026 | 8:18 minIran zur sofortigen Abreise aufgefordert
Stattdessen wurde das Team Melli zur sofortigen Abreise aus den USA in sein Teamquartier im mexikanischen Tijuana aufgefordert. Wieso das geändert wurde, wisse er nicht, sagte Ghalenoei, aber:
Wir sind das am meisten unterdrückte Team im Turnier.
Amir Ghalenoei, Trainer
Dabei hatten die Iraner beim politisch aufgeladenen Auftakt allen Widerständen und einer komplizierten Vorbereitung getrotzt. Die Chancen auf das erstmalige Erreichen der K.o.-Runde sehen Taremi und Co. durch die besonderen Begleitumstände aber geschmälert. "Bei der WM musst du dich gut auf das nächste Spiel vorbereiten. Aber diese Unterstützung haben wir nicht. Die FIFA könnte uns da mehr helfen", sagte der Angreifer von Olympiakos Piräus.
Vor dem WM-Stadium in Los Angeles gab es Proteste zahlreicher iranischer Anhänger gegen das Regime in Teheran. Im kalifornischen Süden lebt die größte iranische Gemeinde außerhalb des Iran.
16.06.2026 | 3:09 minIran-Kapitän beklagt unfaire Bedingungen
Infantino, betonte Taremi, habe der Mannschaft in der Kabine einen Besuch abgestattet und versuche, "zu helfen. Aber es geht auch um andere Dinge." Zum Beispiel um das Fehlen des kompletten Medienteams oder des Verbandschefs, die kein Visum für die USA erhalten hatten. Auch Teile des weiteren Staffs fehlen. "Diese Leute sind wichtig für uns", sagte Taremi:
Das ist ein Desaster.
Mehdi Taremi, Mannschaftskapitän
"Es ist eine schlimme Situation. Wir sind einfach müde", sagte Taremi. Das iranische Staatsfernsehen beklagte die "schlechteste Vorbereitung der Geschichte der Nationalmannschaft auf eine Weltmeisterschaft".
Wenig ist bekannt rund um die Rahmenvereinbarung, auf die sich USA und Iran verständigt haben. Was man weiß - und was nicht.
15.06.2026 | 1:17 minSportlich für Iran alles offen
Und tatsächlich sind die Rahmenbedingungen für die Iraner alles andere als einfach. Monatelang stand die WM-Teilnahme aufgrund des Krieges mit den USA infrage, ausgerechnet 24 Stunden nach dem von US-Präsident Donald Trump verkündeten Abkommen zwischen beiden Nationen lief das Team Melli in Los Angeles auf.
Dabei ist in Gruppe G der Fußball-WM 2026 nach dem ersten Spieltag alles offen: Alle vier Teams haben einen Zähler auf dem Konto. Die weiteren Gegner des dreimaligen Asienmeisters Iran sind Belgien (in Los Angeles) und Ägypten (Seattle). Taremi hofft, dass sich die Situation für die kommenden Spiele verbessert, denn: "Wir sind hier, um Fußball zu spielen."
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