Außenminister sind einig:Irans Revolutionsgarden kommen auf Terrorliste der EU
Die Revolutionsgarden Irans werden von den EU-Außenministern auf die Terrorliste gesetzt. Die Einheit gilt als besonders brutal, jüngste Proteste wurden blutig niedergeschlagen.
Die EU-Staaten haben sich darauf geeinigt, die iranischen Revolutionsgarden auf die sogenannte EU-Terrorliste zu setzen.
Quelle: dpaNach der Tötung Tausender regierungskritischer Demonstranten in Iran haben sich die EU-Staaten darauf verständigt, die Revolutionsgarden des Landes als Terrororganisation einzustufen. Das teilte EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas nach Beratungen der Außenminister in Brüssel mit.
X-Post von Kaja Kallas
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Kallas erklärte im Online-Dienst X: "Repression kann nicht unbeantwortet bleiben. Die EU-Außenminister haben gerade den entscheidenden Schritt unternommen, die iranische Revolutionsgarde als terroristische Organisation einzustufen. Jedes Regime, das Tausende seiner eigenen Bürger tötet, arbeitet auf seinen eigenen Untergang hin."
Nach dem brutalen Vorgehen des iranischen Regimes beschlossen die EU-Außenminister in Brüssel weitere Strafmaßnahmen. Die iranische Revolutionsgarde wird auf die Terrorliste gesetzt.
29.01.2026 | 1:38 minWadephul: "Wir sehen, was in Iran geschieht"
Bundesaußenminister Johann Wadephul hält die Entscheidung für überfällig: "Die Europäische Union stuft die iranischen Revolutionsgarden künftig endlich als das ein, was sie sind: nämlich als Terrororganisation", teilt er in einem schriftlichen Statement mit.
Diese heute getroffene Entscheidung ist ein starkes politisches Signal - und ein überfälliges.
Johann Wadephul, Bundesaußenminister
Damit zeige man als EU, "wir sehen, was in Iran geschieht".
Immer mehr Videos aus Iran dringen an die Öffentlichkeit, die die Brutalität der iranischen Revolutionsgarden zeigen.
26.01.2026 | 3:06 minMinister sprechen von bis zu 30.000 Toten
Bei den jüngsten schweren Unruhen in Iran wurden nach Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen Tausende Menschen getötet. Mehrere Außenminister von EU-Staaten sprachen am Donnerstag sogar von möglicherweise bis zu 30.000 Opfern. Zudem soll es Zehntausende Festnahmen gegeben haben.
Um eine Verbreitung von Informationen über Demonstrationen und Opfer zu verhindern, hat die iranische Führung bereits vor mehreren Wochen weitreichende Telefon- und Internetsperren veranlasst.
Der US‑Präsident erhöht den Druck auf Teheran: mit zusätzlicher Militärpräsenz in der Region.
28.01.2026 | 2:39 minFrankreich gab Widerstand gegen Einstufung auf
Über die Einstufung der iranischen Revolutionsgarden als Terrororganisation war innerhalb der EU seit Jahren diskutiert worden. Von den 27 EU-Ländern galt insbesondere Frankreich lange als Gegner eines solchen Schrittes.
Als Gründe dafür galten "der Schutz der europäischen Bürger in Iran und die Hoffnung, so die Gesprächskanäle zum Regime offen zu halten", erklärt Isabelle Schaefers, ZDF-Korrespondentin in Brüssel. Am Mittwochabend dann sprach sich die französische Regierung doch dafür aus. Vergangene Woche hatte bereits Italien einen ähnlichen Kurswechsel vollzogen.
Die 1979 gegründeten Revolutionsgarden gelten als loyale Truppen der geistlichen Führung des Landes und kontrollieren zahlreiche Unternehmen in wichtigen Wirtschaftsbereichen in Iran. Bei der Niederschlagung der Proteste der vergangenen Wochen spielten sie eine maßgebliche Rolle.
Seit Wochen demonstrieren die Menschen in Iran gegen ihre Staatsführung. Deutschland verurteilt das Vorgehen, hält sich aber zurück.
18.01.2026 | 4:12 minZDF-Korrespondentin: EU zeigt "klare außenpolitische Stimme"
"In der jetzigen Lage wollte man auch international ein Zeichen setzen, denn: Wenn nicht jetzt, wann dann?", erklärt ZDF-Korrespondentin Schaefers den Schritt der EU-Außenminister. Zwar habe die Einstufung der Revolutionsgarden als Terrororganisation etwa die gleichen Auswirkungen wie Sanktionen gegen Einzelpersonen, "aber am wichtigsten ist wohl die politische Bedeutung des Schrittes".
Damit ist die Revolutionsgarde nun auf einer Stufe mit Al-Qaida, dem Islamischen Staat, der Hamas.
Isabelle Schaefers, ZDF-Korrespondentin in Brüssel
ZDF-Korrespondentin Schaefers sieht in der Entscheidung eine Botschaft der Außenminister: "Die EU will damit auch zeigen, dass sie mit einer klaren außenpolitischen Stimme spricht - und an der Seite der Opposition und der Menschen in Iran steht."
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