Marineschiffe passieren Suezkanal :Deutsche Marine positioniert sich für Hormus-Einsatz
Nach dem Iran-Rahmenabkommen bereitet sich die deutsche Marine auf einen möglichen Hormus-Einsatz vor: Zwei Schiffe passierten den Suez-Kanal. Der Bundestag wird dazu noch beraten.
Schiffe der deutsche Marine haben für einen möglichen Einsatz zur Sicherung der Straße von Hormus bereits den Suezkanal passiert. Ob es zu einem Einsatz kommt, ist noch offen.
18.06.2026 | 0:27 minNach der Unterzeichnung des Rahmenabkommens für das Ende des Iran-Kriegs bringt sich die deutsche Marine für einen möglichen Einsatz in der Straße von Hormus in Stellung. Das Minenjagdboot "Fulda" und das Versorgungsschiff "Mosel" passierten am Donnerstag den Suez-Kanal, wie das Bundesverteidigungsministerium mitteilte. Der Bundestag könnte sich Anfang Juli mit einem Mandat für den Einsatz befassen.
"Fulda" und "Mosel" sollen nun binnen fünf bis sieben Tagen das Rote Meer Richtung Süden durchfahren und dann zur weiteren Einsatzvorbereitung im Hafen des afrikanischen Kleinstaats Dschibuti Halt machen, teilte das Bundesverteidigungsministerium mit. Insgesamt befinden sich demnach rund 140 Soldatinnen und Soldaten an Bord der beiden Schiffe.
Donald Trump und Massud Peseschkian haben das Rahmenabkommen zwischen den USA und Iran unterzeichnet. Einschätzungen von Elmar Theveßen (Washington) und Carsten Rüger (Istanbul).
18.06.2026 | 2:46 minStraße von Hormus: Bundesregierung möchte Beitrag leisten
Die deutschen Einheiten würden "vorstationiert für eine mögliche Mission in der Straße von Hormus", sagte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) vor einem Treffen der Nato-Verteidigungsminister in Brüssel. Es handele sich um eine "vorausschauende, vorsorgliche Maßnahme", um im Falle eines Einsatzmandats "schnell handlungsfähig und vor allem schnell dann in der Straße von Hormus" zu sein.
Zur "Vorbereitung eines möglichen Einsatzes" seien die "Fulda" und die "Mosel" zusätzlich mit autonomen Systemen, Minentauchern und Schutzvorrichtungen ausgestattet worden, teilte das Ministerium weiter mit. Die Bundesregierung sei "bereit, einen wesentlichen und sichtbaren Beitrag in einer internationalen Koalition zum Schutz der freien Seefahrt in der Straße von Hormus zu leisten."
Die "Fulda" ist ein Minenjagdboot der "Frankenthal"-Klasse. Die Schiffe sind darauf spezialisiert, Gefahren unter Wasser zu entdecken und zu beseitigen. Dabei kommen neben kabelgelenkten Unterwasserdrohnen auch Überwasserdrohnen zum Einsatz, die Motorengeräusche und das Magnetfeld von Schiffen simulieren und so Grundminen zur Detonation bringen. Minentaucher können zudem Sprengkörper an schwer zugänglichen Stellen wie in Häfen unschädlich machen.
Der Tender "Mosel" dient als Versorgungsschiff und hat unter anderem Kraftstoff, Frischwasser, Ersatzteile, Proviant und Munition an Bord. Die Schiffe der "Elbe"-Klasse haben beim Einsatz mit Minenjagd-Booten auch Experten für Wartungs- und Reparaturarbeiten an Bord. Auf dem Deck des Schiffs können auch Transporthubschrauber landen.
Quelle: AFP
Voraussetzungen für Beteiligung der deutschen Marine
Großbritannien und Frankreich hatten schon vor Wochen eine internationale Mission zum Schutz der Schifffahrt in der Straße von Hormus nach dem Ende der Kampfhandlungen angeregt. Beide Länder sind bereits mit Schiffen in der Region und sollen die Führung übernehmen.
Der Marinestützpunkt in Kiel bereitet sich auf mögliche Minenräumungen vor. Sollte die Waffenruhe anhalten, könnte die Marine die Sicherung und Wiederöffnung der Straße von Hormus übernehmen.
23.04.2026 | 1:37 minDamit sich die deutsche Marine beteiligen kann, werde eine Befassung des Bundestages mit einem Einsatz-Mandat "bis zur Sommerpause" angestrebt, erklärte das Berliner Verteidigungsministerium weiter. Für das Mandat sei auch eine völkerrechtliche Grundlage "wesentliche Voraussetzung". Nach Medienberichten erwägt die Bundesregierung, sich dabei auf eine bestehende UNO-Resolution vom 11. März zu stützen.
Die USA und Iran haben die vorläufige Vereinbarung zur Beendigung des Iran-Krieges unterzeichnet. „Dieses Abkommen ist eine Niederlage für die Vereinigten Staaten“, so Armin Laschet (CDU).
18.06.2026 | 4:30 minDer Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Thomas Röwekamp (CDU), sagte der "Rheinischen Post" zu dem möglichen Mandat, Voraussetzung sei "ein defensiver Auftrag". Grünen-Chefin Franziska Brandtner wollte sich noch nicht auf eine Position festlegen: "Erst mal müssen wir die Fakten kennen", sagte sie den Sendern RTL und ntv mit Blick auf den Mandatstext. Geklärt müssten auch Fragen nach möglichen Risiken für deutsche Soldaten.
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