"Hände weg von Grönland" :"Keine Handelsware": Dänen-Demos gegen Trump-Pläne
In Dänemark und auf Grönland sind Menschen auf die Straße gegangen, um gegen die Übernahmepläne von US-Präsident Trump zu demonstrieren. Darunter sind auch US-Parlamentarier.
In Dänemark und der grönländischen Hauptstadt Nuuk kam es heute zu mehreren Demonstrationen gegen die US-amerikanischen Gebietsansprüche auf die Arktisinsel.
17.01.2026 | 1:56 minTausende Menschen haben in Kopenhagen und weiteren dänischen Städten gegen die Grönland-Pläne von US-Präsident Donald Trump demonstriert. "Die Botschaft aus Kopenhagen ist laut und deutlich. Grönland ist keine Handelsware", sagte Oberbürgermeisterin Sisse Marie Welling dänischen Medien zufolge. Auf dem Rathausplatz waren etliche Grönland- und Dänemarkfahnen zu sehen.
Die Protestierenden versammelten sich vor dem Rathaus der dänischen Hauptstadt und schwenkten dänische und grönländische Fahnen. Zudem skandierten sie immer wieder "Kalaallit Nunaat!" - den Namen Grönlands in der Muttersprache.
Auch auf der Arktisinsel selbst, die Teil des Königreichs Dänemark ist, gab es Demonstrationen gegen die US-Politik.
Grönland liegt im arktischen Meer vor der Küste Kanadas. Nur etwa 56.500 Menschen leben dort. Ein kurzer Überblick.
07.01.2026 | 0:55 minProteste auch in anderen dänischen Städten
In anderen dänischen Städten fanden am Samstag ebenfalls Proteste statt gegen Trump und seine Ansprüche. Sie stehen unter den Mottos "Grönland gehört den Grönländern" und "Hände weg von Grönland". Ziel sei es, "eine klare und gemeinsame Botschaft des Respekts für Grönlands Demokratie und grundlegende Menschenrechte zu senden", hieß es auf der Internetseite von Uagut, einem Verband von Grönländern in Dänemark.
Auch in der grönländischen Hauptstadt Nuuk gingen Menschen gegen die "illegalen Pläne" der USA auf die Straße. Ziel der Demonstration sei, "zu zeigen, dass wir handeln, dass wir zusammenstehen und, dass wir unsere Politiker, Diplomaten unterstützen", erklärte einer der Organisatoren, Kristian Johansen.
Nach den erfolglosen Verhandlungen zwischen den USA und Dänemark um die amerikanischen Gebietsansprüche auf Grönland entsendet die Bundeswehr 13 Soldaten zu einem Erkundungseinsatz.
16.01.2026 | 1:45 minMehrheit der Grönländer lehnt Zugehörigkeit zu USA ab
Trump hatte in den vergangenen Wochen immer wieder einen US-Besitzanspruch auf Grönland erhoben und dies mit nationalen Sicherheitsinteressen der USA in der Arktis begründet. Die Rede war von einem Kauf der Arktis-Insel, aber auch militärische Gewalt schloss Trump nicht aus. Laut einer im Januar 2025 veröffentlichten Umfrage lehnen 85 Prozent der Grönländer die Zugehörigkeit der Arktis-Insel zu den USA ab. Nur sechs Prozent befürworten sie.
So liegt Grönland zwischen Dänemark und den USA.
Quelle: ZDFDie Demonstrationen fielen mit einen Besuch einer überparteilichen Delegation des US-Kongresses in Kopenhagen zusammen, die ebenfalls ihre Ablehnung gegen Trumps Pläne zum Ausdruck brachte. Die Delegation kam mit hochrangigen dänischen und grönländischen Politikern und Wirtschaftsvertretern zusammen. Angeführt wurde sie vom Senator Chris Coons von den oppositionellen US-Demokraten. Er betonte, dass keine Sicherheitsbedrohung für Grönland bestehe, die die Haltung der Trump-Regierung rechtfertigen würde.
Militärische Erkundungsmission der Nato
Angesichts der Drohungen des US-Präsidenten hatte am Donnerstag eine militärische Erkundungsmission mehrerer Nato-Staaten in Grönland begonnen, an der auch die Bundeswehr beteiligt ist.
Zuvor war ein Krisentreffen der Außenminister Dänemarks und Grönlands mit US-Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio in Washington ergebnislos geblieben. Grönland gehört als autonomes Gebiet zu Dänemark, das wie die USA Nato-Mitglied ist.
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