Konflikt um Arktisinsel:Grönland billigt Sicherheitsabkommen mit USA und Dänemark
Das Parlament in Grönland hat einem neuen Abkommen mit den USA zugestimmt. Vorgesehen sind unter anderem zusätzliche US-Stützpunkte auf der Arktisinsel.
Grönland liegt geostrategisch günstig und verfügt über bedeteunde Vorkommen wertvoller Rohstoffe.
Quelle: James Brooks / APDas grönländische Parlament hat ein neues Sicherheits- und Verteidigungsabkommen mit Dänemark und den USA ratifiziert. Eine Mehrheit der Abgeordneten stimmte am Dienstag für die Vereinbarung zur Stärkung der Sicherheit in der Arktis und im Nordatlantik. Das dänische Parlament soll das Abkommen am 19. November ratifizieren.
Die EU hat einen Plan für ihren Einfluss in der Arktis veröffentlicht. Militärisch und wirtschaftlich wird die Region immer wichtiger, weshalb viele Staaten ihre Macht dort sichern wollen.
20.10.2026 | 1:40 minUS-Präsident Donald Trump, die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen und der grönländische Regierungschef Jens-Frederik Nielsen hatten die Vereinbarung im September am Rande der UN-Generalversammlung in New York unterzeichnet.
Beziehungen mit den USA entspannen sich
Das Abkommen ebnet den Weg für weitere US-Stützpunkte auf Grönland. Ziel ist es, die amerikanische Militärpräsenz auszubauen, während die weitgehend selbstverwaltete Insel unter dänischer Kontrolle bleibt.
Mit der Übereinkunft entspannen sich die Beziehungen nach monatelangem Druck von Trump. Er hatte in der Vergangenheit mehrfach mit der Annexion Grönlands gedroht und sein Vorgehen mit Sicherheitsinteressen in der Arktis begründet.
Bei der UN-Generalversammlung wurde der Streit mit den USA um Grönland beigelegt.
23.09.2026 | 4:15 minGrönland liegt geostrategisch günstig im Nordatlantik und Arktischen Ozean zwischen Nordamerika und Europa. Zudem befindet sich die Insel auf einer möglichen Raketenflugbahn zwischen Russland und den USA. Außerdem lagern wertvolle Rohstoffe auf der Insel.
Grönlands Selbstbestimmungsrecht bleibt gewahrt
Nach der Unterzeichnung hatten sich alle drei Parteien als Sieger gefeiert. Aus dänischer und grönländischer Sicht sind die Zugeständnisse an die USA ein geringer Preis. Das zehnseitige Abkommen erkennt die Souveränität und territoriale Integrität Dänemarks sowie das Selbstbestimmungsrecht der Grönländer an.
Die Vereinbarung ergänzt ein bereits seit 1951 bestehendes Verteidigungsabkommen zwischen Dänemark und den USA. Sie würde auch dann weitergelten, wenn sich Grönland eines Tages für die Unabhängigkeit entscheidet.
Viel Neues bringe der Deal zwischen USA, Dänemark und Grönland nicht, sagt ZDF-Reporterin Sohad Khaldi bei ZDFheute live. Aber die Lage in der Arktis sei damit erstmal deeskaliert.
19.09.2026 | 4:11 minTrump will Schutz vor Einflussnahme Russlands und Chinas
Zudem räumen Dänemark und Grönland den US-Streitkräften große Bewegungsfreiheit auf der und um die Arktisinsel ein. Dagegen soll kein Nicht-Nato-Staat ohne die Genehmigung der drei Parteien Militäranlagen in Grönland errichten dürfen.
Auch bei Investitionen begrenzt der Deal den Einfluss von Staaten, die weder Mitglieder oder Partner der Nato noch Mitglieder der EU sind. Das kommt Trumps Wunsch entgegen, den Einfluss von China und Russland in der Region einzuschränken.
Russland und China sind in der Arktis zunehmend präsent, auch die USA verfolgen eigene Interessen. Europa will seinen Einfluss in der strategisch wichtigen Region stärken. ZDFheute live.
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