Das wird von den Ukraine-Gesprächen in Berlin erwartet

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Austausch über möglichen Frieden:Das wird von den Ukraine-Gesprächen in Berlin erwartet

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In Berlin finden Gespräche zu einem Frieden im Ukraine-Krieg statt - mit Selenskyj, aber auch mit US-Vertretern. Was von den Treffen zu erwarten ist.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU, r) begrüßt Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, zu Ukraine-Gesprächen im Kanzleramt

In Berlin hat Bundeskanzler Merz mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj und dem US-Sondergesanten Witkoff über ein Ende des russischen Angriffskriegs in der Ukraine beraten.

14.12.2025 | 3:05 min

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und die US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner haben am Sonntag ein erstes Gespräch in Berlin geführt. Die Fortsetzung nach dem gut fünfstündigen Austausch soll am Montag folgen, teilte Selenskyjs Berater Dmytro Lytwyn mit. Dann will sich Selenskyj auch erstmals äußern.

Kanzler Friedrich Merz (CDU) hatte Selenskyj zuvor im Kanzleramt begrüßt. Auch Witkoff mit der US-Delegation war dort angekommen, zu der auch Kushner gehört, der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump.

"Wir wollen einen dauerhaften Frieden in der Ukraine", schrieb Merz im Onlinedienst X. Selenskyj postete auf Facebook Fotos, die zeigten, wie er Witkoff und Kushner begrüßte und schrieb dazu: "Wir haben unser Treffen begonnen".

Selenskyj will bei dem Treffen mit Witkoff vor allem seine letzten Vorschläge zum Friedensplan von US-Präsident Donald Trump erörtern. Er habe bisher keine Reaktion auf seine jüngsten Änderungsvorschläge erhalten, antwortete Selenskyj laut ukrainischen Medien auf Fragen von Journalisten.

Selenskyj und Merz haben heute in Berlin über die ukrainische Position in den Friedensgesprächen beraten – mit den USA und ohne Russland. Diana Zimmermann berichtet.

Selenskyj und Merz haben heute über die ukrainische Position in den Friedensgesprächen beraten – ohne Russland. Wie erfolgreich kann das sein? Diana Zimmermann berichtet.

14.12.2025 | 1:07 min

Wie laufen die Gespräche ab?

Selenskyj sagte vorab, dass die ukrainischen Experten derzeit an den Details für die von Kiew für einen Frieden mit Russland geforderten Sicherheitsgarantien arbeiten. Es gehe um einen gerechten Frieden für die Ukraine mit einer Garantie, dass Russland mit keiner weiteren Invasion in das Land zurückkehre.

"Unsere ukrainische Verhandlungsposition ist stark, weil wir unsere Positionen an der Front, in unserer Rüstungsindustrie und in unserer inneren Stabilität behaupten", sagte er. Geplant seien in Berlin auch Gespräche ukrainischer Beamter mit Vertretern der USA und europäischer Staaten über den Wiederaufbau des vom Krieg zerstörten Landes.

"Das Wichtigste sind meine Treffen mit Vertretern von Präsident Trump sowie Treffen mit unseren europäischen Partnern und vielen führenden Politikern über die Grundlage des Friedens - eine politische Vereinbarung über die Beendigung des Krieges", sagte Selenskyj. In Berlin gehe es um aktive und konstruktive Zusammenarbeit für ein würdiges Abkommen.

Mitten in den Verhandlungen um einen Friedensplan für die Ukraine lässt Belarus 123 politische Gefangene frei. Über die Hintergründe berichtet Armin Coerper.

Mitten in den Verhandlungen um einen Friedensplan für die Ukraine lässt Belarus 123 politische Gefangene frei. Über die Hintergründe berichtet Armin Coerper.

13.12.2025 | 1:06 min

Russische Vertreter sind nicht dabei. Zunächst soll es an diesem Sonntag auf Berater-Ebene Gespräche über einen möglichen Waffenstillstand in der Ukraine geben. Selenskyj sagte vor seiner Ankunft vor Reportern zudem, er wolle die US-Unterhändler bei dem Treffen davon überzeugen, den Frontverlauf in der Ukraine einzufrieren.

Was ist von den Gesprächen zu erwarten?

"Besonders hoch sind ein bisschen ironischerweise die Erwartungen auf der amerikanischen Seite, denn Trump will bis Weihnachten Klarheit über den Friedensplan haben", sagt ZDF-Korrespondentin Diana Zimmermann in Berlin. Trump habe sich schon zwei Deadlines gesetzt, zu denen er den Ukraine-Krieg beendet haben wollte, so Zimmermann. Die habe er beide gerissen.

"Dementsprechend steht er unter hohem Druck und den scheint er ziemlich direkt an Selenskyj weiterzugeben", sagt die ZDF-Korrespondentin. Die Europäer würden versuchen dagegenzuhalten und eben erstmal verhindern wollen, dass die Ukraine in einen Frieden gezwungen wird, der weder für sie selbst noch für Europa annehmbar wäre.

Insofern wäre es ein großer Erfolg, wenn Amerikaner, Ukrainer und Europäer sich darüber einig würden, was sie Putin geben und abverlangen wollen in Sachen Gebietsabtretungen, in Sachen Sicherheitsgarantien.

Diana Zimmermann, ZDF-Korrespondentin

Aber dann fehle natürlich immer noch der Hebel, um auch Putin zur Zustimmung zu bewegen.

Diana Zimmermann im Gespräch mit Marietta Slomka

In Berlin starten in den kommenden Tagen neue Ukraine-Gespräche. US-Sondergesandter Witkoff wird in Berlin erwartet. ZDF Hauptstadt-Studioleiterin Diana Zimmermann berichtet.

13.12.2025 | 2:17 min

Wie ist das Treffen für Kanzler Merz zu bewerten?

ZDF-Korrespondentin Zimmermann bewertet das Zustandekommen des Treffens als "Erfolg des Bundeskanzlers". Die Teilnahme der USA gebe dem Treffen eine größere Bedeutung. Merz habe Europa damit zurück an den Verhandlungstisch gebracht. Bisher hätten die Europäer da nicht viel mitzureden gehabt.

Zwar sei es unüblich, dass Witkoff als Sondergesandter an dem Treffen teilnehme und nicht der US-Außenminister, aber "Donald Trump findet, sein Golffreund und Geschäftspartner [...] sei der richtige Mann", so Zimmermann.

Norbert Röttgen

CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen sieht den Ukraine-Gipfel in Berlin als "enormen diplomatischen Einsatz" von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).

14.12.2025 | 0:28 min

Was bedeutet das Treffen für die Ukraine?

"Für die Ukraine ist Witkoff mit seinen offenen Sympathien für Putin ein denkbar schwieriger Verhandlungspartner", schätzt Zimmermann ein. Aber dieser habe einen direkten Draht nach Moskau und zu Trump. Und das sei das, was momentan zähle.

Damit könnte das Zusammentreffen Selenskyj-Witkoff - so es denn überhaupt morgen stattfindet - ein schicksalhafter Moment für den ukrainischen Präsidenten werden.

Diana Zimmermann, ZDF-Korrespondentin

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Quelle: AFP, dpa, ZDF
Über dieses Thema berichteten mehrere Sendungen, unter anderem heute Xpress am 14.12.2025 um 11:44 Uhr und heute ab 19 Uhr.

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