Kallas: Schröder wäre "auf beiden Seiten des Verhandlungstisches"

Kallas zu Putins Vorschlag :Schröder wäre "auf beiden Seiten des Verhandlungstisches"

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Wladimir Putin wünscht sich Gerhard Schröder als Ukraine-Vermittler. Die EU-Außenbeauftragte Kallas winkt ab. Auch in der Bundespolitik gibt es Widerstand. AfD und BSW sind offen.

Kaja Kallas mit mehreren Mikros vor sich

Die EU-Außenbeauftragte Kallas weist Putins Vorschlag zum deutschen Altkanzler Schröder als Vermittler im Ukraine-Krieg zurück. Er würde auf beiden Seiten des Verhandlungstisches sitzen.

11.05.2026 | 0:44 min

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat sich skeptisch über den Vorschlag von Kreml-Chef Wladimir Putin geäußert, Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) als Vermittler in den Friedensverhandlungen mit der Ukraine einzusetzen. Angesichts Schröders Vergangenheit als Lobbyist für russische Staatsunternehmen sei "klar", warum Putin ihn als Vermittler haben wolle, sagte Kallas am Montag in Brüssel: Der Altkanzler würde dann "auf beiden Seiten des Verhandlungstisches" sitzen.

Grundsätzlich wäre es "nicht sehr weise", Russland die Ernennung eines Vermittlers "in unserem Namen" zu überlassen, fuhr Kallas fort. Die Europäer müssten zunächst untereinander diskutieren, worüber sie mit den Russen sprechen wollten, argumentierte die EU-Außenbeauftragte.

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Putin will seinen Freund Schröder als Verhandler

Putin hatte hinsichtlich der Bemühungen um eine Beendigung des Ukraine-Kriegs am Samstag Schröder als seinen bevorzugten Vermittler von europäischer Seite genannt. Bei einer Pressekonferenz antwortete er auf die Frage, wer sein favorisierter Kandidat für die Wiederaufnahme eines Dialogs mit Europa sei: "Persönlich bevorzuge ich den früheren Kanzler der Bundesrepublik Deutschland, Herrn Schröder."

Der 82-jährige frühere SPD-Chef gilt als persönlicher Freund Putins. Er war auch nach Kriegsbeginn für russische Energiefirmen tätig. Der Ex-Kanzler war bereits im März 2022 nach Moskau gereist und hatte mit Putin über den Ukraine-Krieg gesprochen.

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Bundesregierung spricht von "Scheinangebot"

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Die Verhandlungsoption sei "nicht glaubwürdig", weil Russland seine Bedingungen nicht geändert habe. "Ein erster Test der Glaubwürdigkeit wäre es, wenn Russland die Waffenruhe verlängert", hieß es weiter.

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Grüne, Linke und FDP skeptisch

Auch Vertreter von Grünen, Linken und FDP reagierten mit Ablehnung und Skepsis auf den Vorschlag aus Moskau. "Putin trägt die Verantwortung für diesen völkerrechtswidrigen Krieg in der Ukraine", sagte Fraktionschefin Britta Haßelmann der Nachrichtenagentur AFP. Sein Vorschlag zu Schröder sei "abwegig".

Linksfraktionschef Sören Pellmann verwies darauf, dass Schröder und Putin seit Jahren politisch und persönlich eng verbunden seien und daher ungeeignet sei. Skeptisch sieht auch die FDP-Europapolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) eine mögliche europäische Vermittlerrolle von Schröder. "Ein Vermittler in diesem Krieg muss von beiden Seiten akzeptiert werden", sagte Strack-Zimmermann den Funke-Zeitungen.

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BSW und AfD offen für Schröder als Verhandler

Offen für den Vorschlag äußerten sich hingegen BSW und AfD: "Wir sollten den Altkanzler einsetzen. Was haben wir zu verlieren?", sagte BSW-Parteichef Fabio De Masi am Sonntag AFP.

"Jede Vermittlung, die dazu beiträgt, das Sterben auf beiden Seiten zu beenden, ist zu begrüßen", erklärte auch der außenpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Markus Frohnmaier. "Das gilt auch für mögliche Vermittlungsversuche durch Altkanzler Schröder."

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Quelle: AFP
Über dieses Thema berichtete das ZDF in mehreren Sendungen, darunter das heute journal am 10.05.2026 ab 21:45 sowie ZDFheute live am 10.05.2026 ab 15 Uhr in "Schröder als Putins Vermittler?".

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