Vorschlag bei Japan-Besuch:Merz: Neue politische Allianz könnte Welthandel verteidigen
Kanzler Merz hat während seines Japan-Besuchs vorgeschlagen, eine neue Allianz für den Welthandel zu gründen. Diese könne reagieren, "wenn die regelbasierte Ordnung" in Gefahr sei.
Bundeskanzler Friedrich Merz macht heute Station in Japan. Seine Asienreise führt über Singapur und Japan nach Südkorea und soll die Zusammenarbeit in Wirtschaft und Sicherheitspolitik stärken.
28.10.2026 | 0:21 minBundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die Gründung einer neuen politischen Allianz für einen geregelten Welthandel vorgeschlagen. Sie solle einen auf internationalen Vereinbarungen basierenden Warenaustausch verteidigen, stärken und weiterentwickeln, sagte er bei einem Wirtschaftsforum in Tokio. Das Bündnis könne "politische Impulse setzen und auch gemeinsam reagieren, wenn die regelbasierte Ordnung in Gefahr gerät".
Merz betonte, dass die Allianz die Welthandelsorganisation WTO nicht ersetzen soll. Sie könnte die dringend benötigten Reformen der WTO aber voranbringen. "In der Streitbeilegung könnten wir uns verständigen, trotz der gegenwärtigen Blockade der WTO-Berufungsinstanz Entscheidungen als verbindlich anzuerkennen." Zudem könnte sich das Bündnis etwa gemeinsam gegen unerlaubte Zölle stellen.
Wenn die Regeln des Welthandelssystems von anderen in Frage gestellt oder gar gebrochen werden oder wenn wirtschaftlicher Zwang ausgeübt wird, dann könnten wir uns in der Allianz koordinieren und gemeinsam auftreten.
Friedrich Merz (CDU), Bundeskanzler
Merz will EU-Asean-Freihandelsabkommen vorantreiben
Bereits am Dienstag hatte Merz in Singapur einen Vorstoß für freien Welthandel gemacht, indem er ein Freihandelsabkommen der EU mit der Transpazifischen Partnerschaft befürwortete. Der 2018 gegründeten CPTPP gehören zwölf Länder auf fünf Kontinenten an, darunter Japan, Kanada, Australien, Chile und Großbritannien.
Friedrich Merz wirbt auf seiner Asienreise für ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und den Asien-Staaten, berichtet ZDF-Korrespondentin Diana Zimmermann. Kritik übt er an Russland und China.
27.10.2026 | 1:26 minMerz trat auf seiner Asienreise auch dafür ein, die Bemühungen um ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und der asiatischen Wirtschaftsgemeinschaft Asean voranzubringen und Abkommen mit einzelnen Ländern zu verknüpfen, um sie effizienter zu machen.
Bundeskanzler warnt vor Erodieren internationaler Regeln
"Wir erleben, wie die Großmächte eine neue Politik betreiben, wie internationale Regeln erodieren", sagte Merz in Tokio. Merz bezog sich nicht explizit auf China und die USA, verwies jedoch wiederholt auf unfaire Handelspraktiken wie Ausfuhrbeschränkungen bei kritischen Materialien, marktverzerrende Subventionen und regelwidrige Zölle, die Peking und Washington immer wieder vorgeworfen werden.
Die Zusammenarbeit zwischen Japan und Deutschland soll auch in weiteren Bereichen intensiviert werden. Eine gemeinsame Absichtserklärung nennt etwa die Raumfahrt, die Fusionsenergie, Wasserstoff und weitere Bereiche, in denen zusammen geforscht werden soll. Im Bereich Künstliche Intelligenz wollen Japan und Deutschland laut Merz "für menschenzentrierte und wertebasierte KI-Entwicklung" einstehen.
Bundeskanzler Merz ist nach Asien gereist und macht sich dort für weitere Investitionen in Deutschland und Europa stark. Wirtschaftsexperte Florian Neuhann berichtet.
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