Kanzler Merz beendet China-Besuch: Eine gute Kooperation, aber …

Bundeskanzler zieht Bilanz:Merz beendet China-Besuch: Eine gute Kooperation, aber…

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Friedrich Merz beendet seinen Besuch im China. Der Kanzler zieht eine positive Bilanz, spricht aber auch über Herausforderungen: Zwei Knackpunkte stehen aktuell besonders im Fokus.

Bundeskanzler Friedrich Merz in der Halle der Siemens Energy.

Durch seinen Besuch in China wollte Bundeskanzler Merz unter anderem die Wirtschaftsbeziehungen verbessern.

26.02.2026 | 1:53 min

Intensive Gespräche mit Chinas Staatschef Xi Jinping, neue deutsch-chinesische Regierungskonsultationen, Großauftrag für Airbus: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat ein positives Fazit seines zweitägigen Antrittsbesuchs in China gezogen. Nach dem Besuch mehrerer Unternehmen in der Technologie-Metropole Hangzhou sagte der Kanzler am Donnerstag:

Wir haben eine gute Kooperation mit China.

Friedrich Merz, Bundeskanzler

Aber, so der Kanzler: Es gebe auch "Herausforderungen, die wir gemeinsam bestehen müssen".

ZDF-Korrespondentin Diana Zimmermann in China

"Merz hat die Probleme klar benannt", so ZDF-Korrespondentin Diana Zimmermann.

26.02.2026 | 3:38 min

Merz: "Herausforderungen" bei Wirtschaft und Ukraine

Er sei entschlossen, die Beziehungen zu China zu "festigen", sagte Merz. Dies gelte sowohl für die politischen Gespräche als auch bei der wirtschaftlichen Zusammenarbeit. "Für mich war wichtig, dass ich mir einen ersten Eindruck verschaffe", sagte er am Ende seines ersten offiziellen Besuchs in der Volksrepublik. Er werde nun Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) bitten, "einen Folgebesuch in China zu machen".

Zu den "Herausforderungen, die wir gemeinsam bestehen müssen", gehörten laut Merz vor allem "Themen beim Wettbewerb" und "hohe Kapazitäten aus China, die zum Teil auch für Europa mittlerweile ein Problem darstellen, weil es Kapazitäten sind, die weit über den Marktbedarf hinausgehen".

Bei seinem Besuch sprach der Kanzler ebenfalls Chinas Einfluss auf Russland im Ukraine-Krieg an.

Merz und Xi vor den Fahnen von Deutschland und China.

Der Bundeskanzler möchte die wirtschaftlichen Beziehungen zu China stärken. China nutzt jedoch die aktuelle Lage rund um den Ukraine-Krieg für sich. ZDFheute live erklärt die Zusammenhänge.

26.02.2026 | 29:51 min

Wirtschaftsdelegation begleitete den Bundeskanzler

Das Programm des Merz-Besuches in China sah unter anderem einen Besuch der Verbotenen Stadt im Pekinger Zentrum sowie ein Zwischenstopp beim Autobauer Mercedes vor. Im Anschluss flog Merz weiter in die Technologie-Metropole Hangzhou im Osten Chinas, bevor er ein Werk von Siemens Energy besuchte.

Das alles sind eindrucksvolle Beispiele guter Kooperation, guter technologischer Entwicklung.

Friedrich Merz, Bundeskanzler

Neben den Chefs von Volkswagen, BMW und Mercedes hatten ihn auch zahlreiche Mittelstandsvertreter nach China begleitet. Er habe beobachten können, wie in den beiden Tagen Geschäftsbeziehungen neu aufgenommen oder vertieft worden seien, sagte der Kanzler. Am Donnerstag hatte Merz verkündet, China bestelle 120 Flugzeuge bei dem europäischen Flugzeugbauer Airbus.

ZDF-Börsenexpertin Valerie Haller

Bundeskanzler Merz war zwei Tage auf Auslandsreise in China unterwegs. ZDF-Börsenexpertin Valerie Haller berichtet, wie die wirtschaftliche Reaktion auf die Reise des Kanzlers ausfällt.

26.02.2026 | 1:26 min

Chinas Rolle im globalen Wettbewerb als Konfliktthema

Aus deutscher Sicht geht es aktuell vor allem um fairere Wettbewerbsbedingungen für deutsche Unternehmen auf dem chinesischen Markt sowie das wachsende Handelsbilanzdefizit mit China. Vor dem Hintergrund des Zollstreits in den USA ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt weiter am Zugang zum europäischen Markt interessiert, wo aber zunehmend Schutzmaßnahmen etwa gegen subventionierte E-Autos aus China gefordert werden.

Bundeskanzler Friedrich Merz besucht im Rahmen seiner Reise nach China die verbotene Stadt im Zentrum von Peking am 26.02.2026.

Bundeskanzler Friedrich Merz besucht im Rahmen seiner Reise nach China die verbotene Stadt im Zentrum von Peking.

Quelle: dpa

Kanzler spricht Chinas Einfluss auf Russland an

Der Kanzler forderte die chinesische Führung bei seinem Besuch auch auf, bei den Bemühungen um eine Beendigung des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine ihren Einfluss auf Moskau geltend zu machen.

Er hoffe, "dass ich in meinen Gesprächen ein bisschen Verständnis dafür wecken konnte, dass die Staatsführung dieses Landes auch einen Beitrag dazu leisten sollte, den Krieg in der Ukraine zu beenden", sagte Merz zum Abschluss seiner Reise. Darüber habe er mit Xi "ausführlich gesprochen".

Quelle: AFP
Über dieses Thema berichteten verschiedene Sendungen, etwa heute Xpress am 26.02.2026 um 09:49 Uhr, ZDFheute live mit dem Titel "Partner mit Differenzen: Merz besucht China" am 26.02.2026 ab 11:35 Uhr und heute am 26.02.2026 ab 17:00 Uhr.

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