EU sieht Verstoß gegen Wettbewerbsrecht:Zugang für KI-Wettbewerber bei WhatsApp: Brüssel droht Meta
Die EU‑Kommission greift durch: Sie fordert Meta dazu auf, bei WhatsApp konkurrierende KI‑Anbieter zuzulassen. Sonst drohen Zwangsmaßnahmen gegen den US‑Konzern.
Die EU droht dem US-Konzern Meta mit Zwangsmaßnahmen. Sie wirft ihm vor, auf WhatsApp gegen Wettbewerbsregeln zu verstoßen, weil er dort nur seine eigene künstliche Intelligenz zulässt.
09.02.2026 | 0:37 minDer WhatsApp-Konzern Meta soll in seiner Messenger-App neben dem hauseigenen Chatbot auch KI-Anbieter der Konkurrenz zulassen. Dazu hat die EU-Kommission den US-Techriesen angewiesen und mit einstweiligen Zwangsmaßnahmen gedroht, sollte er seine Strategie nicht ändern.
Nach den vorläufigen Ergebnissen einer Untersuchung verstößt der US-Konzern gegen Wettbewerbsrecht, weil er konkurrierenden Anbietern von KI keinen Zugang zu dem Messenger-Dienst gewährt, wie die Brüsseler Behörde mitteilte. Das Verhalten von Meta berge die Gefahr, dass Wettbewerber daran gehindert werden, in den schnell wachsenden Markt für KI-Assistenten einzutreten oder dort zu expandieren.
Die EU-Kommission wirft Meta vor, KI-Anbietern den Zugang zu WhatsApp zu verwehren.
04.12.2025 | 0:30 minMeta-Chatbot funktioniert ähnlich wie ChatGPT
Meta hatte demnach im Oktober angekündigt, dass es KI-Anbietern untersagen werde, eine Option in WhatsApp für die Kommunikation mit Kunden zu nutzen, wenn KI der primäre angebotene Dienst sei. Das führe laut EU-Kommission dazu, dass für Nutzerinnen und Nutzer nur Metas eigene KI ("Meta AI") zur Verfügung stehe.
Die meisten Nutzerinnen und Nutzer kennen WhatsApp als Messenger-Dienst für private Chats mit Freunden oder der Familie. Inzwischen nutzen allerdings auch Unternehmen den Dienst: Verbraucherinnen und Verbraucher können über WhatsApp den Kundendienst kontaktieren oder sogar Bestellungen in Onlineshops aufgeben. Dahinter steckt dann meistens ein KI-Chatbot, der den Kunden antwortet.
Meta hat daraus ein Geschäftsmodell gemacht und kassiert Gebühren von den Unternehmen. Nach Konzernangaben hat sich allerdings noch ein anderes Phänomen entwickelt: reine KI-Anbieter, die ihre allgemeinen Chatbots - nach dem Vorbild von ChatGPT oder Google Gemini - über den WhatsApp-Dienst laufen lassen und sich so die Reichweite und die Server von Meta zunutze machen.
Eine solche Nutzung ist nicht im Sinne der WhatsApp-Mutter, die einen eigenen KI-Chatbot in die App eingebaut hat. Meta änderte im Oktober deshalb die Geschäftsbedingungen für die WhatsApp-Unternehmensfunktionen und schloss alle Firmen davon aus, deren Hauptgeschäft die Künstliche Intelligenz selbst ist. Mitte Januar lief auch eine Übergangfrist für Firmen aus, welche die Funktion bereits nutzen.
Quelle: AFP
Der KI-Chatbot kann Texte zusammenfassen, übersetzen, erstellen sowie Fragen beantworten und nutzt dabei auch aktuelle Informationen aus dem Internet. Er funktioniert ähnlich wie etwa ChatGPT, Gemini und andere KI-Modelle. Wer die Künstliche Intelligenz nutzen möchte, kann dafür in der App einen Chat mit ihr starten.
WhatsApp nutzt KI zur Datenauswertung - auch ohne Wissen der Chatpartner. Deaktivieren lässt sich das nicht. Bei Facebook und Instagram kann man der Nutzung noch widersprechen.
08.05.2025 | 1:58 minMeta kann Eingreifen der EU-Kommission noch abwenden
Die EU-Kommission wacht in der EU über die Einhaltung des Wettbewerbsrechts. Die Brüsseler Wettbewerbshüter drohen nun, den Zugang für Konkurrenten auf dem KI-Markt mit Zwangsmaßnahmen wiederherzustellen. Sie wollten damit verhindern, dass die Geschäftspolitik von Meta "dem Markt schweren und irreparablen Schaden zufügt".
Vizepräsidentin der EU-Kommission und Wettbewerbsbeauftragte Teresa Ribera sagte, man könne nicht zulassen, dass dominante Tech-Unternehmen ihre marktbeherrschende Stellung illegal ausnutzen, um sich einen unfairen Vorteil zu verschaffen.
Gegenüber den sozialen Diensten von Meta brauche es "gemeinwohlorientierte Alternativen". Diese müssten auch öffentlich gefördert werden, so Digitalexperte Markus Beckedahl.
14.04.2025 | 5:48 minWie genau die EU-Kommission vorgehen würde, um den Konkurrenten von Meta Zugang zu WhatsApp zu gewähren, blieb zunächst unklar. Meta hat aber ohnehin zunächst das Recht, sich zu verteidigen oder Anpassungen zu treffen - kann das Eingreifen Brüssels also noch abwenden. Zudem ist die laufende Untersuchung in dem Fall noch nicht endgültig abgeschlossen. Bis wann die Ermittlungen beendet sind, bleibt unklar - eine gesetzliche Frist gibt es nicht.
Meta wehrt sich gegen Vorwürfe
Ein Sprecher von Meta teilte mit, es gebe keinen Grund für die EU einzugreifen:
Es gibt viele KI-Optionen, die über App-Stores, Betriebssysteme, Geräte, Websites und Industriepartnerschaften genutzt werden können.
Sprecher von Meta
Die EU-Kommission gehe fälschlicherweise davon aus, dass die Schnittstelle bei WhatsApp ein wichtiger Vertriebskanal für diese Chatbots sei.
Die EU-Kommission will WhatsApp strenger kontrollieren. Die Kanäle des Meta-Ablegers gelten nach EU-Recht künftig als große Online-Plattform und unterliegen strengeren Kontrollen.
26.01.2026 | 0:53 minUSA üben Kritik am Gesetz über digitale Dienste
Gegen den Facebook-Konzern Meta laufen bereits Verfahren der EU wegen Verstößen gegen europäische Digitalgesetze. Ihm drohten etwa wegen mangelnder Datentransparenz und dem Umgang mit illegalen Inhalten auf seinen Plattformen hohe Geldstrafen, hatte die Kommission Ende Oktober mitgeteilt.
Meta-Chef Mark Zuckerberg hatte in Bezug auf die Digitalgesetze von "institutionalisierter Zensur" gesprochen. US-Präsident Donald Trump, dessen politischem Lager Zuckerberg nähergerückt war, hatte die EU-Regeln als wettbewerbsfeindlich bezeichnet. Washington übte zuletzt zunehmend Druck auf Brüssel aus, die EU-Digitalgesetze nicht weiter gegen US-Unternehmen durchzusetzen.
Sie gehören zu den reichsten Männern der Welt. Seit Trump an der Macht ist, sitzen die Chefs der großen US-Tech-Konzerne wie Meta und X sozusagen direkt im Weißen Haus - eine gefährliche Allianz.
20.05.2025 | 9:02 minAllerdings bezog sich die Kritik oft auf das Gesetz über digitale Dienste (Digital Services Act, kurz DSA), nicht auf das europäische Wettbewerbsrecht. Daher könnte eine mögliche US-Reaktion in diesem Fall zurückhaltender ausfallen.
Auch in den Vereinigten Staaten liefen schon Verfahren wegen möglicher Wettbewerbsverstöße. Die US-Regierung war im vergangenen Jahr vor Gericht mit dem Versuch gescheitert, die Abtrennung von Instagram und WhatsApp vom Facebook-Konzern Meta zu erzwingen.
Die EU und Big Tech
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