Musks X: EU verhängt Millionenstrafe - Kritik aus Washington

Scharfe Kritik von US-Vize Vance:EU verhängt Millionenstrafe gegen Musks X

|

Die EU bittet Elon Musks Plattform X zur Kasse: 120 Millionen Euro Strafe, unter anderem wegen fehlender Transparenz bei Nutzerkonten. Aus dem Weißen Haus kommt scharfe Kritik.

USA, Philadelphia: Elon Musk besucht das Finale der NCAA-Ringer-Meisterschaft in Philadelphia. Archivbild

Die EU greift bei Elon Musks Plattform durch: X muss 120 Millionen Euro Strafe wegen mangelnder Transparenz zahlen.

05.12.2025 | 0:39 min

Die EU verhängt wegen Transparenzmängeln eine Millionenstrafe gegen die Online-Plattform X von US-Milliardär Elon Musk. Die US-Firma müsse 120 Millionen Euro zahlen, unter anderem wegen einer irreführenden Authentifizierung von Nutzerkonten durch den weißen Verifizierungshaken auf blauem Grund, wie die zuständige EU-Kommission mitteilte. Sie wirft dem Twitter-Nachfolger auch vor, Forschern Daten vorzuenthalten und geschaltete Werbung nicht transparent zu dokumentieren.

Die Entscheidung gegen X auf Grundlage des Gesetzes über digitale Dienste (Digital Services Act - DSA) könnte die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten belasten. Kritik aus Washington gab es bereits, bevor Brüssel die Entscheidung offiziell verkündet hatte.

... gilt seit Februar 2024. Die nun verhängte Strafe, ist die erste, die die Europäische Kommission auf Grundlage des DSA verhängt. Das umfangreiche Regelwerk soll das scharfe Schwert gegen als gefährlich angesehene Praktiken von Tech-Riesen sein. Online-Plattformen müssen sich wegen des DSA an deutlich strengere Vorschriften halten: Beschwerden von Nutzern sollen besser aufgegriffen, illegale Inhalte schneller entfernt und Kinder besser geschützt werden. 

Ansonsten müssen die Online-Plattformen mit empfindlichen Strafen rechnen: bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes sind möglich. Die EU-Kommission kann auch tägliche Strafzahlungen verhängen, bis Probleme behoben sind. Kritiker halten der Behörde allerdings vor, diese Sanktionsmittel zu wenig zu nutzen. 


Elon Musk, Mark Zuckerberg und Donald Trump.

Tech-Riesen bestimmen den Diskurs. Welche Gefahren davon ausgehen, erklärt Medienwissenschaftler Martin Andree bei ZDFheute live.

20.08.2025 | 12:19 min

Washington poltert gegen EU-Strafe

US-Vizepräsident J.D. Vance schrieb auf X, die EU solle die Meinungsfreiheit unterstützen, anstatt amerikanische Unternehmen "wegen Müll" anzugreifen. US-Präsident Donald Trump hatte die europäischen Digitalgesetze in der Vergangenheit als wettbewerbsfeindlich kritisiert.

In ihrer am Donnerstagabend (Ortszeit) veröffentlichten Sicherheitsstrategie warnt die US-Regierung außerdem vor einem Verlust der Demokratie und Meinungsfreiheit in Europa. Demnach gebe es auch eine "Zensur der freien Meinungsäußerung".

Victoria Reichelt und  Dr. Mai Thi Nguyen-Kim

Die Algorithmen der Tech-Giganten befördern Hass im Netz. Ist der konstruktive Dialog noch zu retten?

06.05.2025 | 28:44 min

EU-Kommission: Hohe Strafe ist gerechtfertigt

Laut der Entscheidung der EU setzt sich die Strafe aus drei Teilen zusammen: 45 Millionen Euro für die Verifizierungshäkchen, 40 Millionen Euro für den fehlenden Datenzugang für Forscher und 35 Millionen Euro für fehlende Transparenz bei Werbung.

Die EU-Kommission rechtfertigte die Höhe der Strafe. Die Geldbuße stehe in einem angemessenen Verhältnis zum Verstoß, betonte ein EU-Beamter. Der Jahresumsatz von Musks Firma spiele bei der Berechnung der Strafe keine direkte Rolle.

Die Brüsseler Behörde argumentierte, dass die Art der Verifikation bei X für Nutzer irreführend sei. Sie könnten glauben, dass hinter den Konten mit den Häkchen echte, verifizierte Nutzer stehen - doch das sei nicht zwingend der Fall.

Umsatz von Twitter / X

ZDFheute Infografik

Ein Klick für den Datenschutz

Für die Darstellung von ZDFheute Infografiken nutzen wir die Software von Datawrapper. Erst wenn Sie hier klicken, werden die Grafiken nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server von Datawrapper übertragen. Über den Datenschutz von Datawrapper können Sie sich auf der Seite des Anbieters informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Meine News“ jederzeit widerrufen.

Musk verkaufte Verifizierungs-Haken gegen Geld

Schon vor Jahren hatten die Verifizierungshäkchen für Ärger gesorgt. Als X noch Twitter hieß, wurden die weißen Häkchen auf blauem Untergrund zur Verifizierung nach einer Prüfung durch das Unternehmen an Prominente, Politiker und Personen des öffentlichen Lebens vergeben. Das ist auch die gängige Praxis bei anderen Online-Diensten.

Musk führte hingegen nach der Übernahme im Herbst 2022 ein, dass alle zahlenden Abo-Kunden Häkchen bekommen - wobei die Symbole genauso aussehen wie früher. Insbesondere unmittelbar nach der Umstellung gab es mehrfach Ärger, weil falsche Accounts von Unternehmen und Prominenten plötzlich echt wirkten.

heute journal - der Podcast
:Gefährden die Big Tech unsere Demokratie?

Der Ton in den Sozialen Medien ist rauer geworden. Mittlerweile dominieren die fünf großen US-Techkonzerne die Sozialen Medien. Welchen Einfluss haben sie auf unsere Demokratie?
Video41:14
Helene Reiner und Dunja Hayali in "heute journal - der Podcast"
Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress in dem Beitrag "EU verhängt Millionenstrafe gegen Musks X" am 05.12.2025 um 16:13 Uhr.

Die EU und der Digital Services Act

  1. Europa-Flaggen wehen vor der europäischen Komission in Brüssel

    Apple, Google, Youtube und Snapchat:EU wirft US-Plattformen mangelhaften Kinderschutz vor

    mit Video3:52

  2. Smart Home-Funktionen auf Tablet

    Digitalisierung und Datenschutz:Neues EU-Datengesetz stärkt Nutzerrechte

    mit Video1:58

  3. Das Logo des chinesischen KI-Start-ups DeepSeek ist auf einem Smartphone zu sehen

    Neue Regel tritt in Kraft:EU-KI-Verordnung verlangt Daten-Offenheit

    von Sven Rieken
    mit Video1:40

  4. Das Logo des Digital-Konzerns Meta auf der Vivatech Messe in Paris.

    Auf Insta, Facebook und Whatsapp:Meta-Konzern stoppt politische Werbung in EU

    mit Video9:02

  5. Symbolbild: Smartphone mit Social Media Apps

  6. Ein X-Logo ist auf dem Konto von Twitter-Besitzer Musk auf einem Smartphone zu sehen. Archivbild

  7. BELGIUM-US-TECH-POLITICS-META-DISINFORMATION

    Nach Meta-Ankündigung:Ist das EU-Recht wirksam gegen Fake-News?

    von Jan Henrich und Daniel Heymann

  8. Archiv: Elon Musk am 19.06.2024