EU-Kommission: TikTok birgt Suchtgefahr - Strafe droht

Strafe droht:EU-Kommission: TikTok birgt Suchtgefahr

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Die EU hat TikTok aufgefordert, die "süchtig machende" Funktionsweise der Plattform zu ändern. Die App versetze Gehirne in den "Autopilot-Modus". TikTok wehrt sich.

Das TikTok-Logo an einem Gebäude in Californien.

Macht TikTok süchtig? Ja, behauptet die EU-Kommission - und fordert Anpassungen.

Quelle: AFP

Die Online-Plattform TikTok verstößt nach den vorläufigen Ergebnissen einer EU-Untersuchung gegen europäisches Recht. Das teilte die zuständige EU-Kommission in Brüssel mit. Konkret geht es dabei um suchtfördernde Mechanismen - zum Beispiel um stark personalisierte Empfehlungen und das ununterbrochene automatische Abspielen von Videos.

Die Behörde kündigte an, das bereits eingeleitete Verfahren gegen TikTok weiter voranzutreiben. Sollte das zum chinesischen Tech-Unternehmen Bytedance gehörende Unternehmen nicht einlenken, drohen Millionen-Strafen.

Die zuständige Vizepräsidentin Henna Virkkunen kritisierte:

Abhängigkeit von Sozialen Medien kann schädliche Auswirkungen auf die sich entwickelnden Gehirne von Kindern und Jugendlichen haben.

Henna Virkkunen, Vizepräsidentin der EU-Kommission

Es gehe darum, europäische Regeln durchzusetzen, um Bürgerinnen und Bürger online zu schützen.

Das TikTok Logo

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TikTok: "Falsch und völlig haltlos"

Eine TikTok-Sprecherin teilte mit: "Die vorläufigen Ergebnisse der Kommission stellen unsere Plattform kategorisch falsch und völlig haltlos dar. Wir werden alle notwendigen Schritte unternehmen, um diese Ergebnisse mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln anzufechten."

Die Brüsseler Behörde untersucht derzeit verschiedene große Online-Plattformen. Bei großen Tech-Unternehmen, aber auch der Regierung in den USA sorgt das teilweise für große Verärgerung.

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Quelle: dpa, AFP

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