Merz hofft in Indien auf Abschluss des EU-Handelsabkommens

Bundeskanzler in Ahmedabad:Merz: Engere Zusammenarbeit mit "Wunschpartner" Indien

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Deutschland und Indien wollen enger kooperieren. Kanzler Merz zeigte sich nach dem Treffen mit Premier Modi auch zuversichtlich, dass ein EU-Freihandelspakt bald zustandekommt.

Bundeskanzler Friedrich Merz und der indische Ministerpräsident Modi in Ahmedabad.

Der indische Ministerpräsident Modi hat Bundeskanzler Friedrich Merz in seiner Heimatstadt Ahmedabad empfangen. Merz will mit seinem Besuch die Zusammenarbeit mit Indien ausbauen.

12.01.2026 | 0:19 min

Deutschland und Indien reagieren auf den Umbruch der Weltordnung mit einem Ausbau ihrer strategischen Partnerschaft und wollen in den Bereichen Rüstung und Wirtschaft enger kooperieren. Beim Antrittsbesuch von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) beim indischen Ministerpräsidenten Narendra Modi wurden insgesamt 27 Vereinbarungen unterzeichnet.

Merz zeigte sich zuversichtlich, dass die Wirtschaftsbeziehungen mit dem Abschluss eines lange geplanten Freihandelsabkommens zwischen Indien und der EU bald einen Schub bekommen. Der Kanzler hofft darauf, dass das Abkommen bei einem Gipfeltreffen am 27. Januar unterzeichnet werden kann.

Schmiese Merz trifft auf Modi

Der Besuch von Kanzler Friedrich Merz laufe bis jetzt "erstaunlich gut". "Das Freihandelsabkommen könnte in zwei Wochen gemacht werden" - Einschätzungen von ZDF-Korrespondent Wulf Schmiese.

12.01.2026 | 1:59 min

Merz: EU-Abkommen mit Indien dringend nötig

Dieses Abkommen sei dringend nötig, um das volle Potenzial der Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Indien ausschöpfen zu können, sagte Merz nach einem Gespräch mit Modi in Ahmedabad. Zugleich bezeichnete er das bevölkerungsreichste Land der Erde als "Wunschpartner" Deutschlands.

Diese Chance dürfen wir und wollen wir nicht ungenutzt lassen.

Friedrich Merz, Bundeskanzler

ZDF-Hauptstadtkorrespondent Wulf Schmiese

Bundeskanzler Friedrich Merz reist nach Indien. ZDF-Korrespondent Wulf Schmiese ordnet ein, was von der Reise zu erwarten ist - und warum sie ein Zeichen an China sendet.

11.01.2026 | 1:58 min

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident António Costa wollen Ende Januar in die indische Hauptstadt Neu-Delhi reisen und dort möglichst das Abkommen unterzeichnen. Merz bezeichnete es als "ermutigendes Zeichen", dass erst in der vergangenen Woche eine Einigung über das Abkommen mit den lateinamerikanischen Mercosur-Staaten gelungen sei, nachdem mehr als ein Vierteljahrhundert darüber verhandelt worden war. Die Verhandlungen über das EU-Indien-Abkommen starteten vor 18 Jahren.

Der italienische Landwirtschaftsminister Francesco Lollobrigida (links) begrüßt Kollegen vor einem Treffen mit EU-Landwirtschaftsministern zum Mercosur-Abkommen.

Eine Mehrheit der EU-Mitgliedsstaaten hat heute dem Mercosur-Abkommen zugestimmt. Nach mehr als 25 Jahren Verhandlungen entsteht so die größte Freihandelszone der Welt.

09.01.2026 | 1:36 min

Deutschland und Indien planen engere Zusammenarbeit

Am Rande der Gespräche zwischen Merz und und Modi wurden 19 Absichtserklärungen und acht konkrete Ankündigungen unterzeichnet - von der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Indien beim Abbau seltener Erde über die Förderung des Hockey-Nachwuchses in beiden Ländern bis zur Anwerbung von Fachkräften für das deutsche Gesundheitssystem.

Die Anwerbung von Fachkräften aus Indien ist schon von den Vorgängerregierungen vorangetrieben worden. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Inder in Deutschland ist zwischen 2015 und 2025 nach Angaben der Bundesanstalt für Arbeit von knapp 25.000 auf knapp 170.000 gestiegen. Und mit knapp 60.000 kommt die größte Gruppe ausländischer Studentinnen und Studenten aus Indien.

Indien, Bengaluru: Bundesaußenminister Johann Wadephul (l, CDU) besucht das Mercedes-Benz Research and Development India (Forschungs- und Entwicklungszentrum von Mercedes Benz in Indien) und unterhält sich vor dem Lunch mit Geschäftsführer Manu Saale

Außenminister Johann Wadephul warb auf seiner Indien-Reise im September 2025 um Fachkräfte für den deutschen Arbeitsmarkt.

02.09.2025 | 3:03 min

U-Boot-Deal mit Thyssenkrupp geplant

Auch im Rüstungsbereich wollen beide Länder die Zusammenarbeit ausbauen. Eine entsprechende Absichtserklärung der Verteidigungsministerien wurde während des Treffens unterzeichnet. Verträge über konkrete Projekte wurden zunächst nicht abgeschlossen.

Indien will aber in Zusammenarbeit mit dem deutschen Unternehmen Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) in Mumbai sechs U-Boote im Wert von acht Milliarden Euro bauen. Die Unterzeichnung einer Vereinbarung darüber wird in Kürze erwartet und könnte ein Türöffner für weitere Kooperationen sein.

Wieder aufbereitete Marder-Schützenpanzer stehen vor einer Halle.

Nach Angaben des Friedensforschungsinstituts Sipri steigerten die 100 größten Rüstungskonzerne ihre Einnahmen 2024 auf 679 Milliarden US-Dollar. Das ist ein Plus von 5,9 Prozent.

01.12.2025 | 0:33 min

Indien gilt nach der jüngsten Statistik des schwedischen Friedensforschungsinstituts Sipri als größter Rüstungsimporteur der Welt. Zwischen 2019 und 2023 bezog das Land immer noch 36 Prozent seiner Rüstungsgüter aus Russland - auch wenn die Tendenz rückläufig ist. Deutsche Rüstungsexporte nach Indien könnten also auch die Abhängigkeit von Russland verringern.

Quelle: dpa, Reuters
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress in dem Beitrag „Indien: Merz zu Besuch bei Modi“ am 12.02.2026 um 08:53 Uhr und das Mittagsmagazin ab 12 Uhr.

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