Entwicklungszusammenarbeit: Mehr Kooperation von Nord und Süd

Hamburg Sustainability Conference:"Ein Zeichen gegen den Zeitgeist"

Elisa Miebach

von Elisa Miebach, Hamburg

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Neue Chancen für die Wirtschaft, Olaf Scholz bekommt ein neues Amt - und eine internationale Konferenz versucht sich zu etablieren.

Ein junges Mädchen hält einen Eimer und steht in einem Slum in Mayotte.

Internationale Krisen stellen Entwicklungsländer vor ein Dilemma: Sie müssen gleichzeitig Klimafolgen bewältigen, soziale Stabilität sichern und hohe Schulden stemmen. (Symbolbild)

Quelle: dpa

Vor einem Zertrümmern der internationalen Ordnung warnte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in seiner Eröffnungsrede.

Ein Zeichen gegen den Zeitgeist, ein Zeichen gegen den Trend, alles schlecht zu reden und internationales Engagement wegzukürzen.

Frank-Walter Steinmeier, Bundespräsident

Auf der Nachhaltigkeitskonferenz in Hamburg solle dagegengehalten und ein Zeichen gesetzt werden, mahnte der Bundespräsident die internationalen Politiker, Entscheider aus der Wirtschaft und hochrangigen Vertreter internationaler Organisationen.

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Die jüngsten Hitzewellen hätten erneut gezeigt, wie dringend Klimaschutz nötig sei, sagte der Bundespräsident. Besonders betroffen seien die Menschen in ärmeren Ländern.

Gestartet 2024 sollte die Hamburg Sustainability Conference ein Gegenstück zur Münchner Sicherheitskonferenz werden. Veranstaltet wird die Konferenz vom Bundesentwicklungsministerium, dem UN-Entwicklungsprogramm, der Hansestadt Hamburg und der Michael Otto Stiftung.

Auf der Konferenz suchten 1.600 Teilnehmer aus 115 Ländern zwei Tage lang in den Räumen des Hamburger Rathauses und der Handelskammer Lösungen für die drängendsten Herausforderungen der Zeit.


Deshalb müsse die internationale Gemeinschaft auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten am globalen Klimaschutz festhalten.

Dabei steht auch Deutschland selbst unter Druck. Die Bundesregierung hatte ihre Haushaltsmittel für Entwicklungszusammenarbeit zuletzt gekürzt. Umweltorganisationen warnen, Deutschland werde das Versprechen brechen, jährlich sechs Milliarden Euro für den internationalen Klimaschutz zu geben.

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Eine neue Investitionsplattform unter dem Namen "SCALED" von Deutschland, Dänemark, Großbritannien, Kanada, Frankreich und Südafrika soll öffentliches Geld mit privatem Kapital hauptsächlich großer Versicherungen zusammenbringen, um nachhaltige Projekte im globalen Süden zu finanzieren. Alleine sei den Unternehmen das Risiko zu hoch, dass das Geld nicht zurückgezahlt wird.

Wir würden so niemals ein Windrad direkt in Afrika finanzieren können.

Udo Riese, Leiter Sustainable Investment bei Allianz Investment Management SE

Unterschiedliche Rechtssysteme oder unsichere Rahmenbedingungen machten Investitionen oft schwierig. Durch die gemeinsame Investition mit dem Bund, seien die Risiken kleiner, so Riese im Interview zum Start der "SCALED"-Initiative auf der Konferenz.

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Damit verschärfe sich ein Dilemma, das viele Entwicklungsländer derzeit erleben: Sie müssen gleichzeitig höhere Energie- und Lebensmittelpreise subventionieren, Klimafolgen bewältigen, soziale Stabilität sichern und hohe Schulden stemmen, warnte der Leiter des UN-Programms Alexander de Croo in Hamburg.

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Die Diskussionen in Hamburg sollen auch für einen Wandel in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit stehen. Statt klassischer Hilfe von reichen an arme Staaten sollen Kooperation bei Handel, Steuern und Klimaschutz im Mittelpunkt stehen.

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Dazu startete auf der Konferenz eine neue entwicklungspolitische Nord-Süd-Kommission unter Leitung der ehemaligen costa-ricanischen Präsidentin Laura Chinchilla und des früheren Bundeskanzlers Olaf Scholz. Damit wird eine Ankündigung der Bundesregierung aus dem Koalitionsvertrag umgesetzt.

Der globale Norden könne zwar weiterhin zu den Treibern technologischer Innovationen gehören, sei aber nicht länger das "Zentrum der Welt", sagte Olaf Scholz zum Start.

Zum dritten Mal trafen sich die Entscheider aus aller Welt in Hamburg. Sie setzen hier Akzente für Themen, die oft ganz unten auf der politischen Agenda stehen. Doch oft bleibt es bei Appellen in einer Welt, in der öffentliche Gelder knapper werden - einer Welt, die am Scheideweg steht zwischen internationaler Kooperation und Konfrontation.

Elisa Miebach ist Redakteurin in der ZDF-Umweltredaktion.

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