Korrespondent und Techniker:Russland weist zwei ARD-Mitarbeiter aus
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Moskau weist zwei ARD-Journalisten aus Russland aus. Das teilte das Außenministerium mit. Man reagiere damit auf das Vorgehen Deutschlands gegen den Sender Erster Kanal.
Als Reaktion auf das Aufenthalts- und Arbeitsverbot für einen Korrespondenten von Channel One gab Russland nun die Ausweisung von zwei ARD-Mitarbeitern aus Moskau bekannt.
28.11.2024 | 1:49 minWegen der Schließung eines russischen Senders in Deutschland weist Moskau zwei ARD-Journalisten aus Russland aus. Wie die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, mitteilte, ist dies eine Vergeltungsmaßnahme für das von den deutschen Behörden verhängte "Arbeits- und Aufenthaltsverbot" für die Korrespondenten des russischen Senders Perwy Kanal (Erster Kanal) in Deutschland.
Als "Antwort" darauf würden entsprechende Maßnahmen gegen die Journalisten des Moskauer Büros der ARD ergriffen.
Mitarbeiter müssen Russland bis zum 16. Dezember verlassen
Der für die Russlandberichterstattung in der ARD zuständige WDR bestätigte, dass zwei ARD-Mitarbeiter bis zum 16. Dezember ihre Akkreditierung zurückgeben und Russland verlassen müssen.
Aus Russland ausgewiesen werden nach ARD-Angaben der Korrespondent Frank Aischmann und der technische Mitarbeiter des ARD-Studios in Moskau, Sven Feller.
Berlin weist Vorwürfe aus Moskau zurück
Die Bundesregierung bestreitet, dass sie die Schließung des russischen Senders angeordnet habe. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts sagte in Berlin:
Die russischen Behauptungen sind falsch. Die Bundesregierung hat das Büro nicht geschlossen.
Russische Journalisten könnten in Deutschland frei und ungehindert berichten, sagte der Sprecher weiter. Sollten sich die Berichte über die Ausweisung der ARD-Journalisten bewahrheiten, würde er dies auf das Schärfste zurückweisen. "Das steht in keinem Verhältnis."
Sollte es sich bei einer Ausweisung der russischen Journalisten um ein Problem mit den Aufenthaltstiteln handeln, wären dafür die Behörden der Länder zuständig.
Das Auswärtige Amt stehe generell in engem Kontakt mit deutschen Journalistinnen und Journalisten in Russland, fügte der Sprecher des Auswärtigen Amts hinzu. Man beobachte "mit Sorge", dass vehement vor allem gegen russische Medien vorgegangen werde. Davon seien auch ausländische Berichterstatter betroffen.
Druck auf Journalisten in Russland hoch
Seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine ist der Druck auf westliche Journalisten in Russland weiter gestiegen: Für sie stehen nur noch eine begrenzte Zahl von Visa zur Verfügung, zudem müssen sie ihre Aufenthaltserlaubnis alle drei Monate verlängern lassen. Mehrere westliche Reporter mussten das Land verlassen.
Der US-Reporter Evan Gershkovich verbrachte mehr als ein Jahr im Gefängnis, bevor er im Rahmen eines Gefangenenaustauschs freigelassen wurde.
Quelle: Reuters, AFP, dpa
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