Treffen mit Russland in Miami?:Selenskyj: USA haben Frist für Kriegsende bis Juni gesetzt
Die USA drängen nach Angaben Wolodymyr Selenskyjs auf ein Ende des Ukraine-Kriegs bis zum Sommer. Weitere Gespräche könnten in den Vereinigten Staaten stattfinden.
Die USA drängen auf ein Kriegsende bis zum Sommer – neue Verhandlungen sind kommende Woche in den USA geplant. Gleichzeitig setzt Russland seine Angriffe auf die Energie-Infrastruktur fort.
07.02.2026 | 1:28 minDie USA dringen nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj auf ein Ende des Ukraine-Kriegs bis Anfang des Sommers. Übereinstimmenden Berichten zufolge sagte Selenskyj:
Die Amerikaner schlagen den Parteien vor, den Krieg bis Anfang des Sommers zu beenden und werden wahrscheinlich diesem Zeitplan entsprechend Druck auf die Beteiligten ausüben.
Wolodymyr Selenskyj, ukrainischer Präsident
Nach den Verhandlungen in Abu Dhabi haben die USA ukrainischen Angaben zufolge zudem zu einer neuen Gesprächsrunde eingeladen - diesmal in den Vereinigten Staaten. Washington habe "erstmals vorgeschlagen", dass sich die ukrainischen und russischen Unterhändler in den USA treffen, teilte Selenskyj am Samstag mit.
Beerdigungen in Charkiw, täglicher Beschuss im Donbass. Soldaten, Zivilisten und Präsident Selenskyj lehnen einen Gebietsverzicht ab – zu groß ist das Misstrauen gegen Russland.
05.02.2026 | 2:24 minSelenskyj: USA laden zu Treffen in Miami
Das nächste Treffen zwischen den Delegationen der Ukraine, Russlands und der USA solle voraussichtlich in der kommenden Woche in Miami abgehalten werden, erklärte er. Washington wolle ein Ende des bald seit vier Jahren andauernden Kriegs "bis zum Beginn des Sommers, bis Juni", fügte er hinzu.
Hintergrund seien die Kongresswahlen in den USA, die Anfang November stattfinden, mutmaßte der ukrainische Präsident. Vor Beginn seiner zweiten Amtszeit hatte Trump versprochen, den Krieg innerhalb von 24 Stunden zu beenden.
Die Friedensgespräche zwischen Ukraine, Russland und den USA haben wieder keinen Durchbruch gebracht. Worauf sich trotzdem geeinigt wurde und wie es weiter gehen soll, analysierte ZDFheute live.
05.02.2026 | 36:27 minDie Ukraine habe den Gesprächen in den USA zugestimmt, so Selenskyj weiter. Zugleich betonte er erneut, dass Kiew keine ausschließlich zwischen Moskau und Washington ausgehandelte Vereinbarung akzeptieren werde, welche die Ukraine beträfe. Eine Vereinbarung, die "über uns, ohne uns" getroffen werde, sei für die Ukraine nicht annehmbar.
Russland greift Wärmekraftwerke an, Stromproduktion eingeschränkt
Am Samstagmorgen hatte das russische Militär Energieanlagen in der Ukraine mit Kampfdrohnen und Raketen angegriffen. Selenskyj zufolge setzte das russische Militär dabei mehr als 400 Drohnen und rund 40 Raketen ein.
Nächte in der U-Bahn, Drohnen und Raketen über Kiew: Russlands Angriffe treffen Energieversorgung und Gesundheit – Stress, welcher immer mehr Ukrainer krank macht.
07.02.2026 | 2:12 minDer ukrainische Energieminister Denys Schmyhal erklärte, es seien zwei Wärmekraftwerke im Westen des Landes sowie wichtige Verteilerstationen getroffen worden. Der größte private Energieversorger DTEK meldete erhebliche Schäden - es sei der zehnte Angriff auf seine Werke seit Oktober 2025. Bereits bestehende Probleme bei der Versorgung mit Strom, Wasser und Wärme in dem kriegsgeplagten Land dürften dadurch zunehmen. Die Temperaturen sollen in den kommenden Tagen auf bis zu minus 14 Grad fallen.
Besonders in Charkiw bedeutet der Krieg Dauerstress. Gesundheitsschäden sind bislang nicht belegt, aber statistisch verzeichnet eine Klinik drei- bis vierfach erhöhte Fälle von Schilddrüsenkrebs.
09.02.2026 | 2:09 minInfolge der Angriffe produzieren ukrainische Atomkraftwerke derzeit weniger Strom. In seiner abendlichen Videobotschaft sagte Selenskyj:
Ein Reaktor schaltete sich automatisch ab. Das ist ein Niveau von Angriffen, das sich kein Terrorist der Welt erlaubt.
Wolodymyr Selenskyj, ukrainischer Präsident
Im Interesse der Sicherheit der Region müsse Russland die Reaktion der "ganzen Welt" darauf spüren, verlangte Selenskyj.
Polnische Flughäfen stellten Betrieb ein
Wegen der Attacken in Grenznähe stellten zwei polnische Flughäfen vorübergehend den Betrieb ein. Der Regionalgouverneur von Lwiw sagte, der Luftalarm in der Region, die an Polen grenzt, habe mehr als sechs Stunden gedauert. Die Regierung in Kiew bat das Nachbarland um Notstromlieferungen, da es landesweit zu Abschaltungen komme.
Auch an anderen Orten gingen die Angriffe weiter: Das russische Verteidigungsministerium gab die Einnahme des Dorfes Tschuhuniwka in der Region Charkiw bekannt. Die Ukraine griff nach eigenen Angaben ein Werk für Raketentreibstoff in der westrussischen Region Twer mit Drohnen an.
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