Kreml ist bereit:Ukraine-Krieg: Macron will direktes Gespräch mit Putin
Frankreichs Präsident Macron fordert, dass Europa im Ukrainekrieg wieder direkt mit Putin spricht. Gespräche mit Russland dürften nicht an die USA delegiert werden.
Frankreichs Präsident Macron fordert, Europa müsse direkte Gespräche mit Kremlchef Putin über ein Ende des Ukraine-Krieges führen. Ein Vertreter sei dafür bereits in Moskau gewesen.
10.02.2026 | 0:28 minEuropa muss auf der Suche nach einer Friedenslösung im Ukraine-Krieg nach Überzeugung von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wieder direkt mit Kremlchef Wladimir Putin sprechen.
Die Diskussionen mit Russland könne Europa nicht an die Amerikaner delegieren, sagte Macron im Interview mehrerer europäischer Zeitungen, darunter die "Süddeutsche Zeitung" und "Le Monde".
Es muss möglich sein, den Dialog mit Russland wieder aufzunehmen. Warum? Weil an dem Tag, an dem wir Frieden haben, dieser Frieden auch Europa betreffen wird.
Emmanuel Macron, Frankreichs Präsident
Er fügte hinzu: "Wir haben die Diskussionskanäle auf einer technischen Ebene wiederhergestellt." Nötig sei ein gut organisierter europäischer Ansatz. Es dürfe nicht zu viele Gesprächspartner geben, sagte Macron auf die Frage, ob er es sei, der mit Putin reden wolle.
Die USA drängen auf ein Kriegsende bis zum Sommer – neue Verhandlungen sind kommende Woche in den USA geplant. Gleichzeitig setzt Russland seine Angriffe auf die Energie-Infrastruktur fort.
07.02.2026 | 1:28 minKreml zu Dialog mit Macron bereit
Russland ist nach Kremlangaben bereit zur Wiederaufnahme des Dialogs mit Frankreich auf Ebene der Präsidenten.
"Es gab Kontakte, das können wir bestätigen, die bei Bedarf und auf Wunsch dazu beitragen werden, den Dialog auf höchster Ebene recht zügig wieder aufzunehmen", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Er betonte dabei:
Wir sagen schon lange, dass es unlogisch, kontraproduktiv und für alle Seiten schädlich ist , unsere Beziehungen auf den Nullpunkt zu reduzieren.
Kremlsprecher Dmitri Peskow
Zu Macrons Bereitschaft für direkte Gespräche der Europäer mit Kremlchef Wladimir Putin sagte Peskow: "Das imponiert uns." Putin erklärt immer wieder, dass nicht Russland die Kontakte abgebrochen habe, sondern die EU-Staaten.
Macrons außenpolitischer Berater Emmanuel Bonne war unlängst nach Moskau gereist. Nach Darstellung von Kanzler Friedrich Merz (CDU) war das Vorgehen so abgestimmt.
Kremlsprecher Peskow sagte nun, dass es sich um einen Kontakt auf technischer Ebene gehandelt habe, dem bisher keine weiteren Signale gefolgt seien. Zuletzt hatten der französische und der russische Präsident am 1. Juli vergangenen Jahres miteinander telefoniert - zum ersten Mal nach fast drei Jahren.
Kreml auch zu neuen Ukraine-Verhandlungen bereit
Peskow sagte auch, dass Russland auf eine baldige Fortsetzung der Verhandlungen zur Beendigung seines Angriffskrieges gegen die Ukraine setze. Ein Datum für neue trilaterale Gespräche nach den Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien Russland und Ukraine unter US-Vermittlung vorige Woche in Abu Dhabi gebe es nicht, sagte Peskow.
Über eine Lösung, "die für beide Seiten tragbar ist" gehe es derzeit in den Ukraine-Verhandlungen, berichtet ZDF-Russland-Korrespondent Armin Coerper aus Abu Dhabi.
05.02.2026 | 2:51 minAußenminister Sergej Lawrow sagte in einem Interview des staatsnahen Moskauer Fernsehsenders NTV, dass noch eine weite Strecke zurückzulegen sei bei den Verhandlungen.
Bei den Gesprächen sind die Europäer bisher außen vor. Russland hat immer wieder kritisiert, dass die EU-Staaten wegen ihrer Waffenlieferungen und der Unterstützung für die Ukraine nicht unparteiisch seien.
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