WWF: Globaler Tierbestand nimmt weiter dramatisch ab

Naturschutzorganisation WWF:Globaler Tierbestand nimmt weiter dramatisch ab

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Immer mehr Wildtiere verlieren ihren Lebensraum, warnt der WWF. Besonders betroffen seien Tiere in Süßwasserlebensräumen - mit einer seit 1970 um 85 Prozent gesunkenen Population.

Afrikanische Elefanten sind im Samburu-Nationalreservat im Norden Kenias unterwegs  Elefanten.

Viele Wildtierbestände nehmen laut WWF weiter stark ab. Ein Grund ist der Verlust von Lebensraum.

08.10.2026 | 0:25 min

Viele Wildtierbestände der Erde nehmen einem WWF-Bericht zufolge weiterhin dramatisch ab. Von 1970 bis 2022 seien die darin erfassten Wirbeltierpopulationen im Durchschnitt um 73 Prozent geschrumpft.

Die größten Rückgänge seien in Flüssen, Seen und anderen Süßwasserlebensräumen zu verzeichnen, berichtet die Naturschutzorganisation. Hier gab es demnach einen Rückgang von durchschnittlich 85 Prozent.

Ein großer Fisch (Goonch) unter Wasser, dahinter ein Mann mit Taucherbrille.

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An Land gebe es einen Rückgang von 69 Prozent, in den Meeren von 59 Prozent, so der WWF. Der Grund sei menschengemacht. Lebensmittelproduktion, Energieversorgung und das Finanzsystem seien zu großen Teilen für den Verlust von Lebensraum und dessen Verschlechterung verantwortlich.

Der anhaltende Verlust von Lebensräumen wie Wäldern ist einer der Motoren dieser Entwicklung, so der WWF. Schätzungsweise 420 Millionen Hektar Wald seien zwischen 1990 und 2020 vernichtet worden. Oft werde die Fläche für die Landwirtschaft umgewandelt.

Ein Humboldt-Pinguin an der Küste

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03.03.2026 | 0:25 min

Süßwassertiere stärker bedroht als Tiere im Meer

In den Ozeanen vollziehe sich der Rückgang der Tierbestände etwas langsamer. Niedrigere Fangquoten und verstärkte Kontrollen hätten etwa bei bestimmten Thunfischarten dazu beigetragen, den starken Negativtrend umzukehren. Negativ sei die Entwicklung dagegen weiterhin bei vielen Haien und Rochen.

Schlechter sieht es laut WWF bei Arten aus, die in Süßwasser leben. Sie sind zahlreichen Umwelteinwirkungen des Menschen ausgesetzt, wie Gewässerverschmutzung, Übernutzung, Kanalisierung und Dammbauten. Diese bedrohen Fischbestände. Von Infrastrukturprojekten sind außerdem andere Arten wie Flusspferde, Otter, Krokodile und große Schildkröten betroffen.

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"Der Abwärtstrend lässt sich umkehren"

Wie jede andere Spezies sei auch der Mensch auf Biodiversität angewiesen, betont der WWF in seinem Bericht. Sie versorge uns mit Nahrung, Wasser und sauberer Luft. "Ohne die biologische Vielfalt auf diesem Planeten fehlen Lebensmittel, Medikamente, sauberes Wasser und sichere Orte zum Leben", sagte Kathrin Samson, Vorständin Naturschutz beim WWF Deutschland. Sie sieht jedoch Grund zur Hoffnung:

Der Abwärtstrend lässt sich umkehren, wenn wir den Schutz der Natur verbindlich in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft verankern.

Kathrin Samson, WWF Deutschland

Die negative Entwicklung betreffe nicht alle erfassten Tierbestände, so Samson. Rund die Hälfte der erfassten Populationen schrumpfe nicht, sondern sei stabil oder wachse. Da aber viele Populationen sehr stark zurückgehen, kam der Index auf den Rückgang von durchschnittlich 73 Prozent.

Der Bericht zeige, dass gezielte Schutzmaßnahmen etwa auch für die Grüne Meeresschildkröte, den Tiger und einzelne Elefantenbestände im südlichen Afrika eine Erholung ermöglichen können. Entscheidend seien häufig politischer Wille und eine Zusammenarbeit von Regierungen, Naturschutzorganisationen und der lokalen Bevölkerung.

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Living Planet Index als Datengrundlage

Zentrale Datengrundlage für den Living Planet Report ist der von der Zoologischen Gesellschaft London erstellte Living Planet Index. Er erfasst die Größe von Wirbeltierbeständen weltweit seit 1970. Darin sind 5.790 Arten von Säugetieren, Vögeln, Fischen, Reptilien und Amphibien vertreten. Damit enthält er laut WWF Daten zu etwa 7,4 Prozent aller bekannten Wirbeltierarten.

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Quelle: dpa
Über das Thema berichtete das ZDF am 08.10.2026 ab 09:37 Uhr in dem Beitrag "WWF: Tierbestände nehmen weiter stark ab".

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