Bisher nur wenige Grenzkontrollen zwischen Italien und Spanien

Tourismusbranche warnt vor Belastungen:Bisher nur wenige Grenzkontrollen zwischen Italien und Spanien

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Italien und Spanien kontrollieren wieder Reisende aus dem jeweils anderen Land, bislang aber nur in begrenztem Umfang. Die Tourismusindustrie warnt dennoch vor Belastungen.

Reisende stehen und laufen in der Wartehalle eines spanischen Flughafens.

Wegen des Ansturms auf die Exklave Ceuta hatte Italien Einreisende aus Spanien kontrolliert. Als Reaktion darauf hat Spanien nun Grenzkontrollen für Reisende aus Italien eingeführt.

08.08.2026 | 0:19 min

Wegen Differenzen über den Umgang mit Migranten kontrollieren Italien und Spanien jetzt wieder gegenseitig ihre Grenzen - so wie vor Inkrafttreten des Schengen-Abkommens zum freien Reiseverkehr in Europa. Italiens Regierung führte Anfang des Monats befristete Kontrollen für Reisende aus Spanien ein. Seit Samstag kontrolliert auch Spanien Einreisende aus Italien.

Bei den italienischen Überprüfungen wurde in den ersten Tagen kein einziger Ankömmling gestoppt. Auch auf spanischer Seite blieben die Kontrollen offenbar begrenzt: Nach Angaben des Innenministeriums wurden von rund 260 Flügen aus Italien lediglich zwölf überprüft. Laut Spaniens Behörden mussten insgesamt 199 Passagiere aus Drittstaaten am ersten Tag ihre Papiere vorzeigen.

EU-Innenkommissar Magnus Brunner erklärte am Samstagabend im Onlinedienst X, beide Länder hätten ihm zugesichert, dass die Grenzkontrollen befristet seien.

Brunners X-Post

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Ceuta-Ereignisse lösten italienische Grenzkontrollen aus

Auslöser war die vorübergehende Ankunft Zehntausender Migranten in der spanischen Exklave Ceuta in Nordafrika. Rom argumentiert, dass Italiens Grenzen nun einige Zeit besonders geschützt werden müssten, um illegale Einwanderung zu verhindern. Es gibt allerdings keine Hinweise darauf, dass sich von den Migranten aus Ceuta jemand auf den Weg nach Italien gemacht hätte. Sie dürfen nicht einmal aufs spanische Festland, auch gehört Ceuta nicht zum regulären Schengenraum.

Flüchtlingssituation in Ceuta

Mehr als 70.000 Flüchtlinge hatten versucht, die spanische Exklave zu erreichen. Während viele bereits zurückgeschickt wurden, blieben viele Kinder und Jugendliche allein zurück.

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Das Verhältnis von Italiens rechter Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und Spaniens linkem Regierungschef Pedro Sánchez gilt ohnehin als gespannt.

Grenzkontrollen zwischen Spanien und Italien: Beschwerden aus der Tourismusindustrie

Die Kontrollen an Häfen und Flughäfen sind bislang offenbar eher symbolischer Natur. Die italienische Regierung betont, dass es nur um Ankömmlinge geht, die aus Ländern außerhalb der Europäischen Union kommen - de facto aus Afrika.

Trotzdem gibt es aus der Tourismusbranche Beschwerden, dass die Kontrollen mitten in der sommerlichen Hauptreisezeit die Geschäfte belasten. "Es gibt Warteschlangen, Beeinträchtigungen bei den Dienstleistungen und den Mietwagenunternehmen. Wer ein Reisebüro betreibt, hat bereits Probleme mit den Kunden", berichtete der italienische Tourismusverband Fiavet.

SGS Brunner Slomka

"Frontex muss in Zukunft eine wichtigere Rolle spielen", so EU-Kommissar Magnus Brunner. Der Fall Ceuta zeige, wie wichtig es sei, gegen organisierte Kriminalität vorzugehen.

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Streit belastet Verhältnis zwischen Rom und Madrid

Italiens Vorgehen ist aus spanischer Sicht nicht nur ungerechtfertigt, sondern auch ein Affront gegen Spanien und die europäische Zusammenarbeit. Außenminister José Manuel Albares sprach von einem "Torpedo unterhalb der Wasserlinie der europäischen Einheit".

Meloni war 2022 mit dem Versprechen, hart gegen unerwünschte Migration vorzugehen, ins Amt gewählt worden. Nächstes Jahr stehen in Italien erneut Wahlen an.

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Quelle: dpa, Reuters, AFP
Über dieses Thema berichtete heuteXpress am 08.08.2026 um 14:44 Uhr.

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