Ceuta-Ereignisse: Spanien führt Grenzkontrollen zu Italien ein

Streit nach Ceuta-Ereignissen:Spanien führt Grenzkontrollen zu Italien ein

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Der Streit zwischen den beiden EU-Ländern Spanien und Italien spitzt sich weiter zu. Spanien führt ab Samstag strengere Einreisekontrollen an Häfen und Flughäfen ein.

Ein Bildschirm mit dem Hinweis zur Passkontrolle.

Spanien hat stichprobenartige Kontrollen für Reisende aus Italien angekündigt.

Quelle: dpa

Spanien reagiert mit eigenen Grenzkontrollen auf Italiens Weigerung, die wegen der Ereignisse in Ceuta eingeführten Kontrollen aufzuheben. Ab Samstag, 0 Uhr, würden Reisende aus Italien zunächst bis zum 7. September stichprobenartig an Häfen und Flughäfen kontrolliert, zitierte der staatliche spanische TV-Sender RTVE aus einem am Abend veröffentlichten Dekret der Regierung in Madrid.

Überprüft werden sollten dabei die Identität und Staatsangehörigkeit von Reisenden sowie, im Falle von Drittstaatsangehörigen, deren Visum oder Aufenthaltserlaubnis. Als Grund wurde der "anhaltende Druck irregulärer Migration" genannt, dem Italien ausgesetzt sei.

Belgien, Brüssel: Magnus Brunner, EU-Kommissar für Inneres und Migration, spricht während einer Pressekonferenz im EU-Hauptquartier.

Der Ansturm zehntausender Migranten in Ceuta hat die EU unter Druck gesetzt. Daher debattierten die Innenminister in einer Dringlichkeits-Sitzung über die Migrationspolitik.

04.08.2026 | 3:09 min

Meloni will sich keinem Ultimatum beugen

Die linke Regierung in Madrid reagierte damit auf die Zurückweisung ihres Ultimatums für Italien, die Grenzkontrollen bis Sonntag zurückzunehmen. Die rechte italienische Regierung und Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hatte diese wegen des Andrangs von zeitweise 72.000 Migranten auf Spaniens Nordafrika-Exklave Ceuta vergangene Woche angesetzt.

Meloni stellte klar, dass sie sich keinem Ultimatum beugen werde. In einer Erklärung ihres Büros, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, heißt es:

Italien akzeptiert keine Ultimaten oder Vorgaben aus dem Ausland, was die nationale Sicherheit und die Grenzkontrolle betrifft.

Erklärung aus dem Büro von Giorgia Meloni

Italien werde seine Kontrollen zumindest bis zum 15. August und in jedem Fall so lange aufrechterhalten, bis "Sicherheits- und Terrorismusrisiken für Italien vollständig ausgeschlossen sind."

Migrationsforscherin Judith Kohlenberger.

Solange Migration instrumentalisiert und keine sachliche Debatte geführt werde, bleibe die EU erpressbar, sagt Migrationsforscherin Judith Kohlenberger.

04.08.2026 | 15:27 min

Italien offenbar nicht das Ziel von Migranten aus Ceuta

Die Grenzkontrollen sind nach spanischer Auffassung unfair, den Interessen der EU zuwiderlaufend und diskriminierend gegenüber der eigenen Bevölkerung. Spaniens Außenminister José Manuel Albares bezeichnet Italiens Vorgehen als "ein Torpedo unterhalb der Wasserlinie der europäischen Einheit".

Italien hat keine Landgrenze mit Spanien. Die nach Ceuta eingedrungenen Migranten sind inzwischen fast alle nach Marokko zurückgekehrt. Es gibt seither auch keine Hinweise, dass Migranten in Ceuta überhaupt die Absicht hätten, nach Italien weiterzureisen. Die restlichen Migranten befinden sich in der nordafrikanischen Exklave zudem weder im Schengen-Raum noch auf europäischem Festland.

Flüchtlingssituation in Ceuta

Mehr als 70.000 Flüchtlinge hatten versucht, die spanische Exklave zu erreichen. Während viele bereits zurückgeschickt wurden, blieben viele Kinder und Jugendliche allein zurück.

07.08.2026 | 2:37 min

Kritiker sprechen von innenpolitisch motivierter Symbolpolitik

Kritiker der rechten Regierung in Rom werteten die italienischen Grenzkontrollen als vor allem innenpolitisch motivierte Symbolpolitik. Melonis Regierungskoalition war 2022 mit dem Versprechen an die Macht gekommen, die irreguläre Migration zu verringern.

Derzeit steht die Meloni-Regierung zudem unter erheblichem Druck durch die neu gegründete rechte Partei "Futuro Nazionale" des Ex-Armeegenerals Roberto Vannacci. Seine äußerst migrationskritische Rhetorik findet bei einem nicht unerheblichen Teil der Wählerschaft der Regierungsparteien Anklang.

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Quelle: dpa
Über die Ereignisse in Ceuta berichtete das heute journal update am 08.08.2026 ab 00:15 Uhr.

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