Migration nach Europa:Wadephul: "Ceuta war ein Stresstest"
Der plötzliche Andrang von Migranten auf die spanische Exklave Ceuta hat Europa aufgeschreckt. Außenminister Wadephul sieht im Schutz der Außengrenzen eine entscheidende Aufgabe.
Für Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat der Schutz der EU-Außengrenze oberste Priorität. (Archivbild)
Quelle: dpaBundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat die EU-Kommission nach der Ankunft zehntausender Migranten in der spanischen Exklave Ceuta dazu aufgerufen, dem Schutz der Außengrenzen absolute Priorität einzuräumen. "Die Lage in Ceuta in den vergangenen Tagen war ein absoluter Stresstest, den wir bestanden haben", sagte Wadephul der "Bild am Sonntag".
Die Situation hat gerade auch die Anfälligkeit Europas gezeigt.
Johann Wadephul, Außenminister
Nach dem Ansturm zehntausender Migranten auf die spanische Exklave hat sich die Lage in Ceuta beruhigt. Viele sind nach Marokko zurückgekehrt. Doch der Vorfall hinterlässt Fragen.
01.08.2026 | 2:24 minWadephul: Schengen nicht weiter gefährden
"Ich erwarte daher, dass die EU-Kommission dem Schutz der Außengrenzen absolute Priorität einräumt, um das Schengen-System offener EU-Binnengrenzen nicht weiter zu gefährden", sagte der Außenminister. Die Krise zeige auch wie wichtig es sei, "gemeinsam schnell gegen Falschinformationen vorzugehen, die Menschenleben gefährden und die tragischerweise auch dutzende Menschenleben in und um Ceuta gefordert haben".
Wadephul betonte in der "Bild am Sonntag", dass eine effektive Migrationspolitik nicht ohne Drittstaaten funktioniere. "Um illegale Migration zu kontrollieren, brauchen wir Partner außerhalb Europas, wie in diesem Fall Marokko." Spanien und Marokko hätten es gemeinsam geschafft, so Wadephul, "diese Krise, die auch in Europa logischerweise größte Sorgen ausgelöst hat, schnell zu lösen. Das begrüße ich sehr."
"Das darf Europa nicht passieren“, so EVP-Chef Weber zu den Vorfällen in Ceuta. Die spanische Regierung müsse jetzt handeln und dafür sorgen, dass so etwas nicht wieder passiert.
31.07.2026 | 5:46 minSonndersitzung der EU-Innenminister einberufen
Die Ankunft zehntausender Migranten in dem an Marokko angrenzendem Ceuta hatte einen Streit innerhalb der EU ausgelöst. Für Dienstag wurde eine Sondersitzung der EU-Innenminister einberufen.
Der Ansturm auf Ceuta war „eine außergewöhnliche Situation“: Mindestens 57 Menschen starben, die meisten wurden nach Marokko zurückgeführt, so der Migrationsforscher Gerald Knaus.
01.08.2026 | 4:20 minSeit Wochenbeginn waren bis zu 60.000 Menschen von Marokko auf dem Land- oder Seeweg in das Gebiet gekommen. Mindestens 67 Migranten kamen nach Angaben der spanischen Regierung auf dem Weg nach Ceuta ums Leben. Nach Angaben des spanischen Innenministeriums kehrte mittlerweile "fast die Gesamtheit" der angekommenen Migranten nach Marokko zurück.
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