Spanien: Viele Ceuta-Migranten kehren nach Marokko zurück

Europa blickt auf spanische Exklave:Viele Ceuta-Migranten wieder zurück in Marokko

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Nach dem Massenandrang Zehntausender Menschen scheint sich die Lage in der spanischen Exklave zu entspannen. Doch die Krise hinterlässt Tote und politische Spannungen in Europa.

Menschen am Strand von Ceuta, die von Marokko in die spanische Enklave kommen.

Mehrere Zehntausend Menschen haben in den letzten Tagen die spanische Exklave Ceuta bei Marokko erreicht. Die Stadt war auf diesen Ansturm nicht vorbereitet.

31.07.2026 | 2:15 min

Der Andrang Zehntausender Menschen auf die Nordafrika-Exklave Ceuta hat Spanien in eine Krise gestürzt - und auch Europa in Alarmbereitschaft versetzt. Ministerpräsident Pedro Sánchez sprach von einem "Angriff" auf die territoriale Integrität Spaniens und entsandte erstmals seit 2021 wieder das Militär zur Unterstützung der Grenzsicherung.

Die Lage scheint sich inzwischen jedoch etwas entspannt zu haben: Nach Angaben der Regierung sind die meisten der Migranten inzwischen wieder nach Marokko zurückgekehrt. Das Innenministerium in Madrid hatte die Zahl der über die Grenze gekommenen Migranten am Freitag auf etwa 50.000 beziffert.

Davon seien bis zum Abend 48.300 freiwillig wieder nach Marokko zurückgekehrt. Hunderte weitere seien noch auf dem Rückweg. Die Regionalregierung von Ceuta hatte von etwa 60.000 angekommenen Migranten gesprochen - das entspricht 70 Prozent der regulären Einwohnerschaft.

Mindestens 57 Menschen starben

Trotz der Rückkehr vieler Menschen bleibt die Bilanz der Krise erschütternd: Nach Angaben der Behörden kamen mindestens 57 Menschen ums Leben. Die meisten ertranken beim Versuch, von Marokko aus schwimmend die spanische Exklave zu erreichen.

Schaltgespräch zwischen dem Moderator Christian Sievers und dem EVP-Chef Weber

"Das darf Europa nicht passieren“, so EVP-Chef Weber zu den Vorfällen in Ceuta. Die spanische Regierung müsse jetzt handeln und dafür sorgen, dass so etwas nicht wieder passiert.

31.07.2026 | 5:46 min

Zeitweise übernachteten Tausende Migranten auf den Straßen, weil die Aufnahmeeinrichtungen überfüllt waren. Das Flüchtlingszentrum CETI war mit mehr als 1.000 Bewohnern bei einer Kapazität von 512 Plätzen bereits seit Tagen überlastet gewesen.

Sánchez kündigte bei seinem Besuch in Ceuta weitere Maßnahmen zur Sicherung der Grenze an. So sollen im Meer vor dem Strand Tarajal Schwimmbojen als "physische Barriere" installiert werden. Zudem will die Regierung Rückführungsverfahren beschleunigen. Zugleich betonte der Ministerpräsident die gute Zusammenarbeit mit Marokko.

EU-Kommission: Keine Bewegung aus Ceuta nach Europa

Die Ereignisse haben auch europaweit heftige politische Reaktionen ausgelöst. Frankreich verschärfte seine Kontrollen an der Grenze zu Spanien. Italien kündigte an, das Schengen-Abkommen gegenüber Spanien vorübergehend auszusetzen und für Flug- und Schiffsverbindungen wieder Grenzkontrollen einzuführen. Auch aus Deutschland und Finnland kam Kritik am Schutz der EU-Außengrenzen.

Migranten in der spanischen Exklave Ceuta.

Laut einer Schätzung des spanischen Innenministeriums sind in den letzten Tagen etwa 60 000 Menschen nach Ceuta gekommen. Mindestens 34 Menschen starben bei dem Versuch, die Stadt zu erreichen.

31.07.2026 | 2:15 min

Nach Angaben der EU-Kommission hatte es keine Hinweise darauf gegeben, dass sich Migranten von Ceuta aus auf das europäische Festland weiterbewegt hatten. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bezeichnete die Bilder aus der Exklave als unzumutbar und sprach sich für ein hartes Vorgehen gegen Schleusernetzwerke sowie schnelle Rückführungen aus.

In Brüssel werde an Unterstützung für Spanien gearbeitet, auch durch die EU-Grenzschutzbehörde Frontex.

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Quelle: dpa, AFP, AP
Über dieses Thema berichtet das ZDF in verschiedenen Sendungen, zuletzt im heute journal am 31.07.2026 ab 21:45 Uhr.

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