Prinz Harry sagt gegen Boulevardzeitung vor Gericht aus

Vorwurf illegaler Recherchemethoden:Prinz Harry sagt gegen Boulevardzeitung vor Gericht aus

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Früher, als gedacht, steht Prinz Harry im Prozess gegen das Boulevard-Blatt "Daily Mail" im Zeugenstand. Für das britische Königshaus ist ein solcher Auftritt ungewöhnlich.

Prinz Harry: Aussage vor Gericht

Im Prozess gegen die britische "Daily Mail" sagte nun Prinz Harry vor Gericht aus. Harry sagte im Zeugenstand, dass ihn die Presse-Berichte "völlig paranoid" gemacht hätten.

21.01.2026 | 1:52 min

Prinz Harry ist am dritten Tag des Verfahrens in seiner Zivilklage gegen den Verlag der britischen Boulevardzeitung "Daily Mail" überraschend vorzeitig in den Zeugenstand getreten. Harry und andere Prominente, wie Popstar Elton John (78), werfen den Journalisten des Verlags vor, über Jahre illegale Recherchemethoden angewandt zu haben, um Schlagzeilen zu generieren. Der Verlag Associated Newspapers Limited (ANL) weist die Vorwürfe entschieden zurück.

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Prinz Harry einen Tag früher im Zeugenstand

Eigentlich sollte der jüngere Sohn von König Charles III. (77) erst am Donnerstag aussagen. Im Zeugenstand musste Richter den 41-Jährigen mehrfach ermahnen, nicht selbst die Argumentation zu übernehmen. Harry rechtfertigte hingegen, das Gericht müsse den Kontext verstehen und was es bedeute, 24 Stunden am Tag unter Beobachtung zu stehen.

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Die Vorwürfe wiegen schwer: Unter anderem sollen Privatdetektive damit beauftragt worden sein, Telefongespräche und Mailbox-Nachrichten abzuhören, sogar Wanzen sollen zum Einsatz gekommen sein. Beim sogenannten Blagging sollen sich Journalisten und deren Helfer unter Angabe einer falschen Identität Zugang zu persönlichen Daten wie Krankenakten und Bankauszügen verschafft haben.

Die Gegenseite argumentiert hingegen, die Informationen seien von Harrys Umfeld an die Presse gegeben worden.

Mein soziales Umfeld war nicht undicht, ich möchte das absolut klarstellen.

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Illegale Recherchen nur schwer nachzuweisen

Die Beweislage ist schwierig: Im Fall von Prinz Harry hat das Anwaltsteam der Kläger 14 Zeitungsartikel vorgelegt, bei denen sie von einer illegalen Informationsbeschaffung ausgehen. Es geht darin unter anderem um die Beziehung zwischen Harry und seiner Ex-Freundin Chelsy Davy. Auf legalem Weg, so die Argumentation von Klägeranwalt David Sherborne, wäre es nicht möglich gewesen, an die teils intimen Informationen zu gelangen.

Zudem will er anhand von Informationen zum Zahlungsverkehr eine enge Zusammenarbeit zwischen "Mail"-Journalisten und einschlägig bekannten Privatdetektiven aufzeigen.

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Prinz Harry im Kreuzzug gegen Boulevard-Medien

Dass Harry bereit ist, ins Kreuzverhör genommen zu werden, bewies er bereits im Prozess gegen den "Mirror-Verlag" - ein äußerst ungewöhnlicher Vorgang für ein Mitglied der britischen Königsfamilie. Die Royals vermeiden solche Auftritte, um nicht ungewollt noch mehr aus ihrem Privatleben offenbaren zu müssen.

Doch der Prinz, der sich 2020 aus dem inneren Kreis der Royals löste und mit seiner Frau Herzogin Meghan (44) und den beiden gemeinsamen Kindern in den USA lebt, führt seit Jahren einen regelrechten Kreuzzug gegen die "Tabloid Press", wie die britische Boulevardpresse genannt wird. Er will eigenen Angaben zufolge zeigen, dass die illegalen Methoden System hatten.

Immer wieder hat Harry deutlich gemacht, dass er den Unfalltod seiner Mutter Prinzessin Diana 1997 in Paris den Paparazzi anlastet, die ihr und ihren Begleitern damals auf den Fersen waren. Auch den Austritt aus dem engeren Kreis der Königsfamilie und das Zerwürfnis mit Angehörigen auf beiden Seiten lastet er teilweise den Boulevardmedien an. Sie waren ihm seit seiner Kindheit auf Schritt und Tritt gefolgt.

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Quelle: dpa

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Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete "hallo Deutschland" am 21.01.2026 um 17:45 Uhr.

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