Crans-Montana: Bar-Betreiber aus U-Haft entlassen – gegen Kaution

Tragisches Feuer in Crans-Montana:Schweiz: Bar-Betreiber aus U-Haft entlassen – gegen Kaution

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Rund drei Wochen nach dem Feuer in einer Bar in Crans-Montana mit 40 Toten ist der Betreiber aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Angehörige der Opfer reagieren empört.

Ein Kleinbus dem Besitzer der Bar in Crans-Montana, trifft am 21.01.2026, in Sion in der Schweiz ein, um von der Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis vernommen zu werden.

Rund drei Wochen nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana hat ein Schweizer Gericht die U-Haft gegen den Besitzer der Bar aufgehoben. Auflagen des Gerichts sollen eine Flucht verhindern.

23.01.2026 | 0:24 min

Ein Gericht in der Schweiz hat die Untersuchungshaft gegen den Besitzer der Bar in Crans-Montana aufgehoben, in der vor gut drei Wochen bei einem Brand 40 Menschen ums Leben kamen. Jacques M. kommt gegen Auflagen auf freien Fuß, wie das Zwangsmaßnahmengericht in Sitten im Schweizer Kanton Wallis mitteilt. Die Auflagen sollen eine Flucht verhindern, wie aus der Mitteilung des Gerichts hervorgeht.

Ein Mitglied des Zivilschutzdienstes hält eine weiße Rose am Ende einer Gedenkfeier für die Opfer des tödlichen Brandes, der in der Silvesternacht die Bar Le Constellation in Crans-Montana erschütterte.

Nach der tödlichen Brandkatastrophe in Crans-Montana hat die Schweiz mit einem nationalen Trauertag der Opfer gedacht.

09.01.2026 | 2:55 min

Bar-Betreiber muss 200.000 Franken Kaution zahlen

M. muss seine Ausweis- und Aufenthaltsdokumente bei der Staatsanwaltschaft hinterlegen, darf nicht ausreisen, muss sich täglich bei einer Polizeidienststelle melden und eine Kaution hinterlegen. 200.000 Franken (rund 216.000 Euro) seien auf dem Konto der Staatsanwaltschaft eingegangen, teilte das Gericht mit. Das Geld stamme von engen Freunden des Unternehmers.

Für seine Frau Jessica gelten ähnliche Auflagen, sie war aber nicht in Untersuchungshaft genommen worden.

Blumen, Kerzen und Botschaften liegen an einer provisorischen Gedenkstätte in der Nähe der Bar „Constellation” für die Opfer des Brandes, der in der Silvesternacht in dem Skigebiet Crans-Montana ausgebrochen war.

Die Behörden in Crans-Montana haben nach der Katastrophe Fehler eingeräumt.

06.01.2026 | 2:27 min

Angehörige der Opfer empört: "Ein Skandal"

Die Hinterbliebenen der Opfer der Brandkatastrophe äußern sich mit Unverständnis und Empörung: Die Entscheidung, Moretti aus der U-Haft zu entlassen, sei "ein Skandal und eine Schande für die Opfer und ihre Familien", sagte Jean-Luc Addor, Anwalt der Angehörigen eines bei der Tragödie ums Leben gekommenen Jugendlichen. Christophe de Galembert, der einen trauernden Vater vertritt, nannte die Entscheidung "unerwartet und schockierend".

Opferanwalt Romain Jordan sagte AFP, seine Mandanten seien schockiert darüber, "dass erneut keine Rücksicht auf die Gefahr von Absprachen und des Verschwindens von Beweismitteln genommen wird". Morettis Freilassung gefährde die Ermittlungen. Der italienische Außenminister Antonio Tajani sprach von einem "echten Affront" gegenüber den Familien der Opfer. Unter den Todesopfern waren sechs junge Menschen aus Italien. 

Kerzen und Blumen für die Todesopfer der Brandkatstrophe von Crans-Montana.

Nach dem Brand in einer Bar in der Schweiz an Silvester sind alle Opfer identifiziert.

05.01.2026 | 1:53 min

Crans-Montana: 40 Tote und mehr als 100 Verletzte

Bei dem Brand in der Silvesternacht hatten funkensprühende Partyfontänen offenbar schalldämmenden Schaum an der Decke der Bar in Brand gesteckt und sich rasend schnell ausgebreitet. 116 Menschen überlebten, darunter viele Teenager. Rund 80 von ihnen haben schwere Wunden und müssen sich teils auf monate- oder jahrelange Behandlungen einstellen.

Die Betreiber der Bar sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft bislang zwar die einzigen Beschuldigten in dem Strafverfahren. Sie ermittelt wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung sowie fahrlässiger Brandstiftung. Staatsanwältin Beatrice Pilloud teilte jedoch mit:

Die Staatsanwaltschaft behält sich jedoch ausdrücklich vor, das Verfahren auf alle Personen auszuweiten, deren strafrechtliche Verantwortung in Betracht gezogen werden könnte.

Beatrice Pilloud, Staatsanwältin

Ort des Brandes abgesperrt

Nach der tödlichen Brandkatastrophe in einem Skiort in der Schweiz wird bekannt: Die betroffene Bar war über Jahre nicht kontrolliert worden.

06.01.2026 | 1:26 min

Gemeinde gibt zu: Kontrollen vor Brand vernachlässigt

Die Gemeinde Crans-Montana hatte eingeräumt, dass die eigentlich vorgeschriebenen Brandschutzkontrollen in der Bar seit 2019 nicht mehr durchgeführt worden waren. Die Verantwortlichen lassen sich inzwischen von Anwälten vertreten und geben keine Auskunft.

Quelle: dpa, AFP
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress in dem Beitrag "Bar-Betreiber gegen Kaution aus U-Haft entlassen" am 23.01.2026 ab 21:24 Uhr.
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