Tragisches Feuer in Crans-Montana:Schweiz: Bar-Betreiber aus U-Haft entlassen – gegen Kaution
Rund drei Wochen nach dem Feuer in einer Bar in Crans-Montana mit 40 Toten ist der Betreiber aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Angehörige der Opfer reagieren empört.
Rund drei Wochen nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana hat ein Schweizer Gericht die U-Haft gegen den Besitzer der Bar aufgehoben. Auflagen des Gerichts sollen eine Flucht verhindern.
23.01.2026 | 0:24 minEin Gericht in der Schweiz hat die Untersuchungshaft gegen den Besitzer der Bar in Crans-Montana aufgehoben, in der vor gut drei Wochen bei einem Brand 40 Menschen ums Leben kamen. Jacques M. kommt gegen Auflagen auf freien Fuß, wie das Zwangsmaßnahmengericht in Sitten im Schweizer Kanton Wallis mitteilt. Die Auflagen sollen eine Flucht verhindern, wie aus der Mitteilung des Gerichts hervorgeht.
Nach der tödlichen Brandkatastrophe in Crans-Montana hat die Schweiz mit einem nationalen Trauertag der Opfer gedacht.
09.01.2026 | 2:55 minBar-Betreiber muss 200.000 Franken Kaution zahlen
M. muss seine Ausweis- und Aufenthaltsdokumente bei der Staatsanwaltschaft hinterlegen, darf nicht ausreisen, muss sich täglich bei einer Polizeidienststelle melden und eine Kaution hinterlegen. 200.000 Franken (rund 216.000 Euro) seien auf dem Konto der Staatsanwaltschaft eingegangen, teilte das Gericht mit. Das Geld stamme von engen Freunden des Unternehmers.
Für seine Frau Jessica gelten ähnliche Auflagen, sie war aber nicht in Untersuchungshaft genommen worden.
Die Behörden in Crans-Montana haben nach der Katastrophe Fehler eingeräumt.
06.01.2026 | 2:27 minAngehörige der Opfer empört: "Ein Skandal"
Die Hinterbliebenen der Opfer der Brandkatastrophe äußern sich mit Unverständnis und Empörung: Die Entscheidung, Moretti aus der U-Haft zu entlassen, sei "ein Skandal und eine Schande für die Opfer und ihre Familien", sagte Jean-Luc Addor, Anwalt der Angehörigen eines bei der Tragödie ums Leben gekommenen Jugendlichen. Christophe de Galembert, der einen trauernden Vater vertritt, nannte die Entscheidung "unerwartet und schockierend".
Opferanwalt Romain Jordan sagte AFP, seine Mandanten seien schockiert darüber, "dass erneut keine Rücksicht auf die Gefahr von Absprachen und des Verschwindens von Beweismitteln genommen wird". Morettis Freilassung gefährde die Ermittlungen. Der italienische Außenminister Antonio Tajani sprach von einem "echten Affront" gegenüber den Familien der Opfer. Unter den Todesopfern waren sechs junge Menschen aus Italien.
Nach dem Brand in einer Bar in der Schweiz an Silvester sind alle Opfer identifiziert.
05.01.2026 | 1:53 minCrans-Montana: 40 Tote und mehr als 100 Verletzte
Bei dem Brand in der Silvesternacht hatten funkensprühende Partyfontänen offenbar schalldämmenden Schaum an der Decke der Bar in Brand gesteckt und sich rasend schnell ausgebreitet. 116 Menschen überlebten, darunter viele Teenager. Rund 80 von ihnen haben schwere Wunden und müssen sich teils auf monate- oder jahrelange Behandlungen einstellen.
Die Betreiber der Bar sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft bislang zwar die einzigen Beschuldigten in dem Strafverfahren. Sie ermittelt wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung sowie fahrlässiger Brandstiftung. Staatsanwältin Beatrice Pilloud teilte jedoch mit:
Die Staatsanwaltschaft behält sich jedoch ausdrücklich vor, das Verfahren auf alle Personen auszuweiten, deren strafrechtliche Verantwortung in Betracht gezogen werden könnte.
Beatrice Pilloud, Staatsanwältin
Nach der tödlichen Brandkatastrophe in einem Skiort in der Schweiz wird bekannt: Die betroffene Bar war über Jahre nicht kontrolliert worden.
06.01.2026 | 1:26 minGemeinde gibt zu: Kontrollen vor Brand vernachlässigt
Die Gemeinde Crans-Montana hatte eingeräumt, dass die eigentlich vorgeschriebenen Brandschutzkontrollen in der Bar seit 2019 nicht mehr durchgeführt worden waren. Die Verantwortlichen lassen sich inzwischen von Anwälten vertreten und geben keine Auskunft.
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