Crans-Montana: Alle Toten identifiziert, viele minderjährig

Verletzte in Spezialkliniken:Crans-Montana: Alle 40 Toten identifiziert, 20 Minderjährige

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Nach dem Brand in Crans-Montana sind alle 40 Opfer identifiziert. Viele der Toten waren noch minderjährig. Ermittlungen gegen die Bar-Betreiber laufen.

Kerzen und Blumen für die Todesopfer der Brandkatstrophe von Crans-Montana.

Fachleute haben nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana inzwischen alle 40 Todesopfer identifiziert. Es sind keine Deutschen unter ihnen.

05.01.2026 | 0:22 min

Nach der Brandkatastrophe in einer Bar im Skiort Crans-Montana in der Schweiz haben die Behörden alle 40 Toten identifiziert.

Darunter befinden sich 21 Schweizerinnen und Schweizer, wie die Polizei im Kanton Wallis am Sonntagabend mitteilte. Hinzu kämen neun Franzosen, sechs Italiener, eine Belgierin, eine Portugiesin, ein Rumäne und ein Türke. Deutsche waren nicht darunter.

Die Opfer waren zwischen 14 und 39 Jahre alt, 20 von ihnen waren minderjährig. Das jüngste Todesopfer ist eine 14-jährige Schweizerin.

Crans-Montana: Ermittlungen dauern an

"Alle 40 Todesopfer wurden identifiziert", berichtet ZDF-Reporterin Sandra Susanka zum Nachtclub-Brand. Die Hälfte von ihnen seien Minderjährige. Viele der Schwerverletzten schwebten noch in Lebensgefahr.

05.01.2026 | 3:17 min

Kritische Phase für schwerverletzte Überlebende

Einige der 119 überwiegend schwer verletzten Überlebenden sind in einer kritischen Phase: Bei sehr schweren Verbrennungen treten Symptome der Verbrennungskrankheit wie Organversagen erst nach 48 Stunden auf, wie Experten erläutern.

Zudem wächst das Risiko von Infektionen, weil das überforderte Immunsystem geschwächt ist. Erst, wenn die Risiken minimiert sind, beginnen die ersten von zahlreichen Operationen, um die verbrannte Haut zu entfernen und zu ersetzen - idealerweise mit Haut von anderen Körperstellen, die unversehrt blieben.

Der Brand-Mediziner Prof. Tobias Hirsch in der Innenstadt von Crans-Montana.

Durch die hohe Auslastung von Kliniken an Silvester und die komplexe Behandlung sei die Verlegung der Opfer in Spezialkliniken zwingend erforderlich, so der Brand-Mediziner Tobias Hirsch.

02.01.2026 | 4:21 min

Mehrere Patienten sind inzwischen in auf Verbrennungen spezialisierte Kliniken in Deutschland verlegt worden. Die Schweiz hat nicht genügend Kapazitäten, um alle Verletzten langfristig zu behandeln und Plätze für 50 Patientinnen und Patienten überwiegend in Nachbarländern angefragt. Unter anderem werden Überlebende aus Crans-Montana in Ludwigshafen, Stuttgart, Tübingen, Bochum und Köln-Merheim behandelt. Weitere Kliniken haben Aufnahmeplätze zugesagt.

Unter den 119 Verletzten sind mehr als 70 Schweizer sowie Franzosen, Italiener, Serben und einzelne Angehörige anderer Länder.

Schweigemarsch in Crans Montana, in Gedenken an die Opfer

In der Schweiz herrscht weiter Trauerstimmung angesichts des verheerenden Ausmaßes des Bar-Brands an Silvester. Hunderte Menschen ziehen in einem Trauermarsch durch den Ort.

04.01.2026 | 0:39 min

Nationales Gedenken an die Opfer

Die Schweiz plant am 9. Januar einen nationalen Trauertag und eine Gedenkfeier für die Opfer. Die Gemeinde legte online ein Kondolenzbuch auf. Als Erster schrieb darin Bundespräsident Guy Parmelin: "Allen trauernden Familien, allen Opfern sage ich erneut mit Ernsthaftigkeit und Aufrichtigkeit: Ihr Leid ist auch unser Leid." Er werde an der Gedenkfeier in Crans-Montana teilnehmen.

Zu Beginn der Trauerfeier sollen im ganzen Land die Kirchenglocken läuten, begleitet von einer landesweiten Schweigeminute.

Eine 3D-Visualisierung des Brandstarts nach oben in der Bar "Le Constellatiobn" in Crans-Montana, Schweiz.

Nach dem Feuer in Crans-Montana stellen sich viele Fragen: Wie war die Bar aufgebaut und wie viele Fluchtwege gab es?

Quelle: ZDF

Partyfontäne war offenbar Brandursache

Das Inferno in einer Bar des Schweizer Skiorts wurde nach bisherigen Ermittlungen durch eine funkensprühende Partyfontäne ausgelöst. Sie setzte den Erkenntnissen zufolge Schaumstoff an der Decke in Brand. Das Feuer breitete sich rasend schnell aus.

Untersucht wird, ob die Brandschutzvorschriften eingehalten wurden. Gegen die beiden französischen Betreiber der Bar wird inzwischen unter anderem wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Unklar ist unter anderem, ob die Abdeckung der Decke regelkonform war und ob es genügend Notausgänge gab.

Quelle: dpa, AFP
Über dieses Thema berichteten verschiedene Sendungen, etwa die heute-Nachrichten am 03.01.2026 ab 19 Uhr oder das heute journal am 04.01.2026 ab 21:45 Uhr.
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