Verletzte in Spezialkliniken:Crans-Montana: Alle 40 Toten identifiziert, 20 Minderjährige
Nach dem Brand in Crans-Montana sind alle Opfer identifiziert. Viele der Toten waren minderjährig. Die Zahl der Verletzten wurde korrigiert. Die Ermittlungen laufen weiter.
Nach dem Brand in einer Bar sind alle Opfer identifiziert. Es wurde Anklage gegen die Barbesitzer erhoben, Behörden sollen zudem die Sicherheit nicht ausreichend geprüft haben.
05.01.2026 | 1:53 minNach der Brandkatastrophe in einer Bar im Skiort Crans-Montana in der Schweiz haben die Behörden alle Opfer identifiziert.
Unter den 40 Toten befinden sich 21 Schweizerinnen und Schweizer, wie die Polizei im Kanton Wallis am Sonntagabend mitteilte. Hinzu kämen neun Franzosen, sechs Italiener, eine Belgierin, eine Portugiesin, ein Rumäne und ein Türke. Deutsche waren nicht darunter.
Die Opfer waren zwischen 14 und 39 Jahre alt, 20 von ihnen waren minderjährig. Das jüngste Todesopfer ist eine 14-jährige Schweizerin.
"Alle 40 Todesopfer wurden identifiziert", berichtet ZDF-Reporterin Sandra Susanka zum Nachtclub-Brand. Die Hälfte von ihnen seien Minderjährige. Viele der Schwerverletzten schwebten noch in Lebensgefahr.
05.01.2026 | 3:17 minZahl der Verletzten nach unten korrigiert
Die Schweizer Polizei korrigierte unterdessen die Zahl der Verletzten auf 116 nach unten. Sie seien jetzt alle identifiziert, teilte die Polizei mit. 83 von ihnen würden noch in Krankenhäusern behandelt. Zuvor hatten die Behörden die Zahl der Verletzten mit 119 angegeben.
Einige der überwiegend schwer verletzten Überlebenden sind in einer kritischen Phase: Bei sehr schweren Verbrennungen treten Symptome der Verbrennungskrankheit wie Organversagen erst nach 48 Stunden auf, wie Experten erläutern.
Zudem wächst das Risiko von Infektionen, weil das überforderte Immunsystem geschwächt ist. Erst, wenn die Risiken minimiert sind, beginnen die ersten von zahlreichen Operationen, um die verbrannte Haut zu entfernen und zu ersetzen - idealerweise mit Haut von anderen Körperstellen, die unversehrt blieben.
Durch die hohe Auslastung von Kliniken an Silvester und die komplexe Behandlung sei die Verlegung der Opfer in Spezialkliniken zwingend erforderlich, so der Brand-Mediziner Tobias Hirsch.
02.01.2026 | 4:21 minMehrere Patienten sind inzwischen in auf Verbrennungen spezialisierte Kliniken in Deutschland verlegt worden. Die Schweiz hat nicht genügend Kapazitäten, um alle Verletzten langfristig zu behandeln und Plätze für 50 Patientinnen und Patienten überwiegend in Nachbarländern angefragt. Unter anderem werden Überlebende aus Crans-Montana in Ludwigshafen, Stuttgart, Tübingen, Bochum und Köln-Merheim behandelt. Weitere Kliniken haben Aufnahmeplätze zugesagt.
Unter den Verletzten sind 68 Schweizer sowie Franzosen, Italiener, Serben und einzelne Angehörige anderer Länder.
In der Schweiz herrscht weiter Trauerstimmung angesichts des verheerenden Ausmaßes des Bar-Brands an Silvester. Hunderte Menschen ziehen in einem Trauermarsch durch den Ort.
04.01.2026 | 0:39 minNationales Gedenken an die Opfer
Die Schweiz plant am 9. Januar einen nationalen Trauertag und eine Gedenkfeier für die Opfer. Die Gemeinde legte online ein Kondolenzbuch auf. Als Erster schrieb darin Bundespräsident Guy Parmelin: "Allen trauernden Familien, allen Opfern sage ich erneut mit Ernsthaftigkeit und Aufrichtigkeit: Ihr Leid ist auch unser Leid." Er werde an der Gedenkfeier in Crans-Montana teilnehmen.
Zu Beginn der Trauerfeier sollen im ganzen Land die Kirchenglocken läuten, begleitet von einer landesweiten Schweigeminute.
Nach dem Feuer in Crans-Montana stellen sich viele Fragen: Wie war die Bar aufgebaut und wie viele Fluchtwege gab es?
Quelle: ZDFPartyfontäne war offenbar Brandursache
Das Inferno in einer Bar des Schweizer Skiorts wurde nach bisherigen Ermittlungen durch eine funkensprühende Partyfontäne ausgelöst. Sie setzte den Erkenntnissen zufolge Schaumstoff an der Decke in Brand. Das Feuer breitete sich rasend schnell aus.
Untersucht wird, ob die Brandschutzvorschriften eingehalten wurden. Gegen die beiden französischen Betreiber der Bar wird inzwischen unter anderem wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Unklar ist unter anderem, ob die Abdeckung der Decke regelkonform war und ob es genügend Notausgänge gab.
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von Nils Metzgermit Video0:17