Flammen in Bar :Nach Feuer in Crans-Montana: Brandschutz im Fokus
Mehr als 150 Partygäste - und nur ein Notausgang: Nach der Feuer-Katastrophe in einer Bar in Crans-Montana rückt der Brandschutz in den Fokus. Kritik gibt es auch am Baumaterial.
Die Feuerkatastrophe im Schweizer Skiort Crans-Montana ist nach Einschätzung der Ermittler durch Partyfontänen ausgelöst worden. Ein Teil der Verletzten wird in Kliniken in Deutschland behandelt.
03.01.2026 | 0:24 minNach dem verheerenden Feuer in einer Bar im Skiort Crans-Montana in der Schweiz geht es bei der Ursachensuche unter anderem um den Brandschutz. Hatte das Lokal genügend Notausgänge und waren sie korrekt ausgeschildert?
Passanten hatten berichtet, die Besucher hätten alle versucht, über eine einzige enge Treppe aus dem Untergeschoss zu fliehen. Dabei sei es zu Gedränge gekommen, einige hätten nur noch an den hochgereckten Armen herausgezogen werden können.
Andere sagten, hinter einer verschlossenen Tür seien durch eine Glasscheibe verzweifelte Menschen zu sehen gewesen, die nicht hinauskamen.
Mit Kerzen und Blumen haben Hunderte Menschen der Opfer des Brandes in der Silvesternacht gedacht. Viele kennen Menschen, die noch vermisst werden oder schwer verletzt sind.
02.01.2026 | 1:21 minFluchtwege und Pyrotechnik problematisch
Dumeng Wehrli, Präsident der Interessengemeinschaft der Brandschutzingenieure Schweiz, sagte dem Sender SRF:
Die Fluchtwegsituation vom Gebäude war sicher nicht ideal, weil Leute vom Untergeschoss - glaube ich - nur eine Ausgangsmöglichkeit hatten.
Dumeng Wehrli, Interessengemeinschaft der Brandschutzingenieure Schweiz
Allein anhand der Zahl der Opfer - 40 Tote und 119 Verletzte - ist klar, dass sich in den beiden Räumen der Bar mehr als 150 Menschen aufgehalten haben.
Nach dem verheerenden Feuer in einer Bar in Crans-Montana stellen sich viele Fragen: Wie war die Bar aufgebaut und wie viele Fluchtwege gab es?
02.01.2026 | 0:17 minEin einziger Notausgang reiche nach den Vorschriften nur in einem Raum mit bis zu 50 Personen, sagt Wehrli. Bei mehr als 50 seien zwei Notausgänge vorgeschrieben. Ab 200 Personen müsse es mehrere und breitere Fluchtwege und Ausgänge geben.
Der einzige Weg nach draußen: Die Treppe aus dem Untergeschoss der Bar "Le Constellation".
Quelle: Le Constellation/TripadvisorWehrli äußert sich auch zu den funkensprühenden Partyfontänen, die auf Videos und Bildern zu sehen sind und welche die Ermittler für den Auslöser des Feuers halten.
Pyrotechnische Gegenstände haben aus meiner Sicht im Inneren von Gebäuden nichts zu suchen.
Dumeng Wehrli, Interessengemeinschaft der Brandschutzingenieure Schweiz
Sprühfontänen sind wohl die Ursache für die Brandkatastrophe in der Schweiz. Das teilt die Staatsanwaltschaft mit. Aufnahmen zeigen Sektflaschen mit daran befestigtem Tischfeuerwerk.
02.01.2026 | 0:41 minBarbetreiber sagt volle Kooperation bei Aufklärung zu
Problematisch könne auch das verbaute Material sein. Auf Videos ist zu sehen, wie Schaumstoff an der Decke - vermutlich zur besseren Akustik angebracht - in Brand geriet. "Alles, was ich fest anbringe, muss als Baustoff zugelassen sein", sagt Wehrli. Dafür gebe es klare Vorschriften, dass dies nicht leicht entflammbar sein darf.
Der Experte betont, dass er selbst nicht vor Ort war und nicht konkret beurteilen könne, welches Material in der Bar "Le Constellation" verwendet worden war.
Die Betreiber des Lokals haben ihre Erschütterung über das Unglück zum Ausdruck gebracht. Dem Nachrichtenportal "20 Minuten" sagte der Wirt, er kooperiere vollumfänglich mit den Behörden, um die Ursache der Katastrophe schnellstmöglich zu klären.
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