Brandkatastrophe in Crans-Montana: Suche nach Vermissten

Brandkatastrophe in Crans-Montana:Suche nach Vermissten: "Ich erreiche ihn nicht mehr"

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Sie flüchtete vor dem Feuer und verlor dabei ihren Freund: "Jetzt erreiche ich ihn nicht mehr", schildert Laetitia Place. In Crans-Montana wird fieberhaft nach Vermissten gesucht.

Menschen gedenken der Opfer des Brandes in der Bar "Le Constellation"

Mit Kerzen und Blumen haben hunderte Menschen der Opfer des Brandes in der Silvesternacht gedacht. Viele kennen Menschen, die noch vermisst werden oder schwer verletzt sind.

02.01.2026 | 1:21 min

Liegen sie schwerverletzt im Krankenhaus oder sind sie nicht mehr am Leben? Seit dem Inferno in der Bar "Le Constellation" im Schweizer Nobel-Skiort Crans-Montana wird nach den vermissten Menschen gesucht, die in dem bei jungen Leuten beliebten Lokal Silvester gefeiert hatten.

Nach dem verheerenden Brand steht die genaue Opferzahl am Freitag noch immer nicht fest, die Identifizierung der vielfach stark verbrannten Todesopfer könnte Tage oder sogar Wochen dauern.

ZDF-Reporterin Anna-Maria Schuck

ZDF-Reporterin Anna-Maria Schuck über die Suche nach der Brandursache und die Herausforderungen bei der Identifizierung der Opfer.

02.01.2026 | 2:12 min

Flammen in der Bar, Gäste in Panik

Das Feuer in der Bar brach während der Silvester-Party in der Nacht zum Donnerstag gegen 1.30 Uhr aus. Augenzeugen berichteten, wie sich die Flammen rasend schnell im Untergeschoss des Lokals ausbreiteten und die Gäste in Panik schreiend versuchten, der Feuerfalle zu entkommen.

"Wir hatten das Feuer gesehen und sind direkt zurückgegangen", sagt Laetitia Place, die an dem Abend mit ihrem Freund den Club besucht hatte. "Ich griff noch nach dem Arm von meinem Freund", schildert sie unter Tränen.

Aber dann bin ich die Treppe hoch und habe losgelassen. Jetzt erreiche ich ihn nicht mehr.

Laetitia Place

Auch die beiden 17-jährigen Eléonore und Elisa suchen nach ihren Freunden, die in dem Lokal Silvester gefeiert hatten. "Wir haben versucht, sie zu erreichen", sagen Eléonore und Elisa, die im Kanton Wallis wohnen, über ihre Freunde. Einige ihrer Handys seien noch im "Le Constellation" geortet worden. "Vielleicht haben sie ihr Telefon verloren."

Viele Suchanfragen in Online-Netzwerken

In Online-Netzwerken überschlagen sich die Suchanfragen, um vermisste Verwandte und Freunde zu finden. Auch Eléonore und ihre Freundin haben es auf diesem Weg versucht. "Wir haben lauter Fotos gemacht. Wir haben sie auf Instagram, Facebook, allen möglichen sozialen Netzwerken gepostet", sagt Eléonore. Dennoch hätten sie auf diese Weise nichts über das Schicksal ihrer Freunde erfahren. "Selbst ihre Eltern wissen es nicht", sagt die 17-Jährige.

Ihre Freundin Elisa sagt während des Gesprächs, sie habe gerade etwas über einen ihrer Freunde erfahren: "Er ist völlig verbrannt, er liegt im Koma", sagt sie über den jungen Mann, der nun wie einige andere Verletzte aus Crans-Montana in der auf Brandopfer spezialisierten Uni-Klinik in Lausanne behandelt werde.

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02.01.2026 | 1:57 min

Behörden: Identifikation der Opfer dauert Tage

Die Behörden sprechen von etwa 40 Todesopfern und 115 Verletzten. Die meisten von ihnen erlitten schwere Verletzungen. Mindestens 80 von ihnen befänden sich in einem lebensgefährlichen Zustand, sagte der Präsident der Kantonsregierung des Wallis, Mathias Reynard, einer Regionalzeitung. Da Crans-Montana viele internationale Gäste anzieht, wird mit einigen Nicht-Schweizern unter den Opfern gerechnet.

Die Behörden betonen, dass es Zeit braucht, die Todesopfer zweifelsfrei zu identifizieren, voraussichtlich mehrere Tage. Bis Donnerstagabend konnten selbst von den Verletzten fünf noch nicht identifiziert werden, wie der italienische Botschafter Gian Lorenzo Cornado der Nachrichtenagentur AFP sagte.

Karte: Brand in Bar "Le Constellation" in Crans-Montana, Schweiz

Bar "Le Constellation" in Crans-Montana, Schweiz

Quelle: ZDF

Ein paar hundert Meter entfernt von der Bar "Le Constellation", die nun von blickdichten Planen umgeben ist, wurde ein Krisenzentrum eingerichtet. Polizisten sorgen dafür, dass Medienvertreter keinen Zutritt bekommen, damit sich Angehörige der Brandopfer unbehelligt Hilfe suchen können. Diplomaten und Behördenvertreter halten sie auf dem Laufenden, außerdem stehen Experten für die psychosoziale Betreuung der geschockten Angehörigen bereit.

Crans-Montana steht unter Schock

Crans-Montana steht weiter unter Schock. In den Cafés, die wieder offen haben, geht es am Freitagvormittag überall um das Feuer. Gäste sprechen darüber, dass sie Betroffene kennen oder wie lange es wohl dauern wird, bis Crans-Montana sich von diesem schrecklichen Ereignis erholt hat. Der 56-jährige Dejan Bajic aus Genf macht bereits seit 1974 regelmäßig Urlaub in Crans-Montana und berichtet:

Die Atmosphäre ist schwermütig.

Dejan Bajic

Der Ort sei "wie ein kleines Dorf: Jeder kennt jemanden, der einen Betroffenen kennt", fügt Bajic mit Blick auf die Brandkatastrophe im "Le Constellation" hinzu. Vor der Bar legen derweil Menschen Blumen nieder für die vielen Opfer, deren Namen noch nicht bekannt sind.

Quelle: AFP, ZDF
Über dieses Thema berichteten mehrere Sendungen, unter anderem die ZDFheute Xpress am 02.01.2026 ab 12:00 Uhr.
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