Gedenken in Crans-Montana in der Schweiz:Trauer nach Flammeninferno: "Es hätte mein Sohn sein können"
Mit Kerzen und Blumen haben hunderte Menschen der Opfer des Brandes in der Silvesternacht gedacht. Viele kennen Menschen, die noch vermisst werden oder schwer verletzt sind.
Bei einem Brand im Skigebiet Crans-Montana in der Schweiz sind laut Polizei rund 40 Menschen gestorben, über 110 wurden zum größten Teil schwer verletzt.
01.01.2026 | 1:29 minHunderte Menschen sind am Donnerstagabend im Schweizer Skiort Crans-Montana zusammengekommen, um der Toten und Verletzten des verheerenden Flammeninfernos in der Silvesternacht zu gedenken.
Sie legen Blumen nieder und zünden Kerzen an. Es herrscht Totenstille, die Menschen sprechen nur im Flüsterton. Viele kennen Personen, die noch vermisst werden oder verletzt wurden.
Dorothea Dörner über das Feuer in einer Bar im Schweizer Nobel-Skiort Crans-Montana.
01.01.2026 | 1:46 minPräsident Parmelin: Schlimmste Tragödie des Landes
Mitten in der Silvesternacht war gegen 1:30 Uhr in der Bar "Le Constellation" das Feuer ausgebrochen. Etwa 40 Menschen kamen ums Leben, mehr als 100 wurden verletzt. Der Schweizer Präsident Guy Parmelin nannte den Brand "eine der schlimmsten Tragödien, die unser Land erlebt hat".
Trauernde legten Blumen nieder und zündeten Kerzen an.
Quelle: AP"Ich war selbst nicht dort, aber ich hatte viele Freunde und Verwandte, die da waren", sagt ein junger Trauernder, der seinen Nachnamen mit Orosstevic angibt.
Einige sind gestorben, andere sind im Krankenhaus.
Orosstevic
"Es waren hauptsächlich Freunde meiner Eltern, aber ich kenne sie sehr gut", sagt er der Nachrichtenagentur AFP.
Nach dem Brand in einer Bar im Schweizer Skiort Crans-Montana ist die Anzahl der Opfer noch unklar, ebenso die Ursache des Unglücks. ZDF-Reporter Marius Reichert über die Faktenlage.
01.01.2026 | 1:24 minFassungslosigkeit unter Angehörigen
In der Nähe umarmen sich Freunde und schluchzen, Väter legen ihren Söhnen den Arm um die Schultern. Menschen weinen und halten sich an den Händen.
"Mein Sohn hätte dort sein können. Er war nicht weit weg", sagt Paulo Martins. Der Franzose lebt seit 24 Jahren in der Gegend. "Er wollte eigentlich mit seiner Freundin dorthin gehen. Aber am Ende haben sie es nicht geschafft."
Als er nach Hause kam, stand er unter Schock.
Paulo Martins
Ein Freund seines 17-jährigen Sohnes sei zur Behandlung nach Deutschland gebracht worden. Er habe Verbrennungen an rund 30 Prozent seines Körpers erlitten.
Menschen trauern in der Nähe der Bar "Le Constellation".
Quelle: APTrauer und Ungewissheit
Trauernde legen Blumen und Kerzen auf einen Tisch. Als auf dem Tisch kein Platz mehr ist, stellen Menschen Kerzen auf den gefrorenen Boden. Der Bereich an der Bar ist mit weißen Vorhängen abgeschirmt, zwei Polizisten bewachen die Absperrung.
"Es gibt Tote und Verletzte, und jemand, der uns nahesteht, wird noch vermisst", sagt eine Frau, die ihren Namen nicht nennen möchte. Es gebe noch keine Neuigkeiten. "Es waren junge Menschen. Menschen, die wir kannten", sagt eine andere Frau, die ebenfalls anonym bleiben möchte.
Was den Brand in der bei Touristen beliebten Bar "Le Constellation" verursacht hat, ist bisher noch unklar.
01.01.2026 | 0:57 minBars bleiben geschlossen
In der Stadt im Süden der Schweiz funkelt noch die Weihnachtsbeleuchtung. Mehrere Bars bleiben aus Respekt jedoch geschlossen.
In einer Kirche wird der Menschen gedacht, die ihr Leben verloren haben. "Es waren viele Menschen da", sagt der Kirchgänger Jean-Claude. "Es gab eine schöne Predigt über Hoffnung. Lasst uns wenigstens das haben: Hoffnung."
Ein junger Mann, der vor Trauer kaum sprechen kann, sagt: "Wir kannten einfach viele Freunde von Freunden, die dort waren."
"Es hätte mein Sohn sein können", sagt eine Trauernde, Mina, mit Tränen in den Augen. "Es war nur Zufall, dass er gestern Abend nicht dort war."
Es gibt eine Kellnerin, die er kennt, sie bedient ihn immer, [...] und leider ist sie nicht mehr da.
Mina
Veronica, die seit 40 Jahren in Crans-Montana lebt, wischt sich Tränen von den Wangen. "Der Schmerz anderer ist der Schmerz aller."
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