Crans-Montana: "Sie sahen Menschen in brennenden Kleidern"

Crans-Montana in der Schweiz:Feuer in Bar: "Sie sahen Menschen in brennenden Kleidern"

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Bei einem Brand im Schweizer Skiort Crans-Montana sind nach Angaben der Polizei etwa 40 Menschen ums Leben gekommen. Augenzeugen berichten von "apokalyptischen Zuständen".

Rettungskräfte sind in der Nähe des Bereichs zu sehen, in dem in der Bar und Lounge Le Constellation nach einer Explosion in den frühen Morgenstunden der Silvesternacht ein Feuer ausgebrochen ist.

Bei einem Brand im Skigebiet Crans-Montana in der Schweiz sind laut Polizei rund 40 Menschen gestorben, über 110 wurden zum größten Teil schwer verletzt.

01.01.2026 | 1:29 min

Nach dem Brand in einer Bar im Schweizer Luxus-Skiort Crans-Montana geht die Polizei von ungefähr 40 Toten aus. Etwa 115 weitere Menschen seien bei dem Vorfall größtenteils schwer verletzt worden, einige schwebten in der Nacht noch in Lebensgefahr. Der Schweizer Präsident Guy Parmelin nannte den Brand "eine der schlimmsten Tragödien, die unser Land erlebt hat".

"Augenzeugen haben uns von geradezu apokalyptischen Zuständen berichtet, von grauenvollen Szenen, die sich in und um die Bar abgespielt haben", berichtet Rolf Dietrich, Reporter vom Schweizer Radio und Fernsehen im ZDF.

Sie sahen Menschen in brennenden Kleidern mit schwersten Verbrennungen am ganzen Körper, mit entstellten Gesichtern und auch mit bis zur Unkenntlichkeit verbrannten Körperleibern.

Rolf Dietrich, Reporter Schweizer Radio und Fernsehen

ZDF-Reporterin Dorothea Dörner berichtet live aus Crans-Montana in der Schweiz

Bei einem Feuer in einer Bar in Crans-Montana sind Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Dorothea Dörner berichtet, dass auch Minderjährige mit gefälschten Ausweisen vor Ort gewesen sein sollen.

02.01.2026 | 1:08 min

Behörden schließen Anschlag aus

Die Silvesterparty in der Bar "Le Constellation" in dem beliebten Touristenort hatte sich in der Silvesternacht gegen 1:30 Uhr binnen weniger Minuten in ein Inferno verwandelt. Die Ursache für den Brand ist weiter unklar, die Behörden gehen aber von einem Unglück aus. Die bisherigen Ermittlungen deuteten nicht auf einen Anschlag oder eine vorsätzliche Tat hin.

"Es gibt mehrere Hypothesen, unsere Hauptthese ist, dass der gesamte Raum Feuer gefangen hat, und das zu einer Explosion geführt hat", sagte die Generalstaatsanwältin des Kantons Wallis, Beatrice Pilloud. Die Ermittlungen liefen. Dazu würden auch am Brandort gefundene Telefone ausgewertet.

Karte: Brand in Bar "Le Constellation" in Crans-Montana, Schweiz

Quelle: ZDF

"Laut Augenzeugen könnten kleine Feuerwerkskörper auf Champagner-Flaschen zum Brand geführt haben. Diese könnten einen Teil der Decken entzündet haben und das könnte dann zu Explosionen geführt haben", berichtet Dietrich. Dies seien jedoch keine gesicherten Erkenntnisse.

Trauernde versammeln sich, um Blumen niederzulegen und Kerzen anzuzünden, um der Opfer des Brandes in der Bar und Lounge «Le Constellation» zu gedenken.

Im schweizerischen Crans-Montana haben hunderte Menschen der Opfer des Brandes in der Silvesternacht gedacht. Mehr als 40 Menschen starben, die Identifizierung der Opfer dauert weiter an.

02.01.2026 | 1:21 min

Anwohner: Hörte sich nicht wie Silvesterfeuerwerk an

"Wir haben eine Explosion gehört, aber das hörte sich überhaupt nicht wie Silvesterfeuerwerk an", sagte ein Anwohner dem Sender RTS. Menschen hätten panisch geschrien. Das Gebäude, in dem sich die Bar befand, sei schwer beschädigt worden. Ein weiterer sagte der Zeitung "24 heures", wegen der Feuerwerke habe er zuerst nicht verstanden, was vor sich gehe. "Dann haben wir den Rauch gesehen."

Es ist furchtbar, viele junge Menschen gehen in diese Bar.

Anwohner in Crans-Montana

Ein New Yorker Tourist filmte, wie orangefarbene Flammen aus der Bar schlugen. Der Nachrichtenagentur AFP sagte er, er habe gesehen, wie Menschen hinausgelaufen seien und in der Dunkelheit geschrien hätten.

"Viele Schwerverletzte, viele stark Verbrannte"

Die Identifizierung der Todesopfer dauert an. "Wir haben viele Schwerverletzte, viele stark Verbrannte", sagte der Präsident der Regierung im Kanton Wallis, Mathias Reynard.

Die Identifizierung der Leichen und der Verletzten kann leider noch etwas Zeit brauchen. Wir haben volles Vertrauen in die Teams, die sich um die Identifizierung kümmern.

Mathias Reynard, Präsident der Regierung im Kanton Wallis

Dies sei vor allem für die Angehörigen "ein furchtbarer Moment". Die meisten Opfer dürften Teenager oder Anfang 20-Jährige gewesen sein, heißt es vonseiten der Polizei, womöglich Minderjährige.

In der Universitätsklinik Lausanne wurden allein etwa 13 erwachsene und 8 minderjährige Brandverletzte aufgenommen, "deren Körperoberfläche zu mehr als 60 Prozent verbrannt ist", wie der Chefarzt des Spitals Morges, Wassim Raffoul, dem Sender RTS sagte. Es handle sich um sehr schwere Verletzungen, deren Behandlung sehr lange dauern werde.

"Hier sind den ganzen Tag bis zum späten Nachmittag die Rettungshelikopter her geflogen und haben die Schwerverletzten hier im Spital abgeliefert", berichtete ZDF-Reporterin Dorothea Dörner aus Zürich. Es werde "wahrscheinlich auch Opfer aus dem Ausland" geben, sagte Gisler. Über mögliche deutsche Opfer war zunächst nichts bekannt.

... liegt im Kanton Wallis und gilt als mondäner Ferienort mit vielen Prominenten. Berühmtester Einwohner war James-Bond-Schauspieler Roger Moore (1927-2017). Der Ort auf etwa 1.500 Metern Höhe hat ein großes Skigebiet. Ende Januar und Anfang Februar finden dort auch Rennen des Ski-Weltcups statt. Über die Feiertage ist der Ort in der Regel ausgebucht.

Auf rund 10.000 Einwohner kommen rund 2.600 Hotelbetten, davon acht Hotels in der Luxuskategorie, und Hunderte Ferienwohnungen. Bei rund einer Million Übernachtungen im Jahr kommen nach Angaben der örtlichen Tourismusbehörde etwa 20 Prozent der Gäste aus dem Ausland. Der nächste große Flughafen ist Genf. Auf dem Landweg sind es von dort aus 180 Kilometer.

Quelle: dpa


Quelle: AFP, dpa, Reuters
Über dieses Thema berichteten mehrere Sendungen, unter anderem die ZDFheute-Sendung am 01.01.2026 ab 19 Uhr sowie die ZDFheute Xpress am 02.01.2026 ab 09:00 Uhr.
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