"Spiralen-Skandal" mit Tausenden Opfern:Dänemark zahlt Grönländerinnen Schmerzensgeld
In den 1960er und 1970er Jahren setzten dänische Ärzte Tausenden grönländischen Frauen und Mädchen Spiralen ein - ohne Einverständnis. Nun zahlt Dänemark eine Entschädigung.
Grönländerinnen, die vom Spiralen-Skandal betroffen sind, sollen nun jeweils umgerechnet 40.000 Euro Schmerzensgeld erhalten. Dafür gab das dänische Parlament am Donnerstag grünes Licht.
28.08.2026 | 0:30 minDänemark will betroffenen Grönländerinnen im Spiralen-Skandal eine Entschädigung in Höhe von jeweils umgerechnet rund 40.000 Euro zahlen. Dafür gab das dänische Parlament am Donnerstag grünes Licht. Einen Anspruch auf die Summe haben Frauen, denen im Zeitraum von 1960 bis 1991 ohne ihr Wissen oder ihre Zustimmung Spiralen eingesetzt wurden. Dafür kommen schätzungsweise rund 4.500 Frauen infrage.
Für das dunkle Kapitel in der dänisch-grönländischen Geschichte hatte sich Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen im vergangenen Jahr offiziell entschuldigt. Am Freitag erscheinen zwei Experten-Berichte, die den Spiralen-Skandal beleuchten.
Die Regierung Dänemarks entschuldigt sich für die jahrzehntelang praktizierte Zwangsverhütung. Behörden ließen der Hälfte der gebärfähigen Bevölkerung Grönlands eine Verhütungspirale einsetzten.
28.08.2025 | 2:02 minWas steckte hinter dem Spiralen-Skandal?
Vor allem in den 1960er und 1970er Jahren hatten dänische Ärzte Tausenden grönländischen Frauen und Mädchen Spiralen eingesetzt, ohne dass sie dafür ihr Einverständnis gegeben hatten. Es besteht der Verdacht, dass die dänischen Behörden damit das Bevölkerungswachstum in Grönland begrenzen wollten.
Dänemark war bis 1992 für das Gesundheitswesen in seiner früheren Kolonie Grönland verantwortlich. Mittlerweile ist die größte Insel der Erde weitgehend autonom, gehört aber offiziell nach wie vor zum Königreich Dänemark.
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