Besuch von CIA-Direktor in Moskau:Ex-General: USA versuchen, aus Chaos in Iran herauszukommen
Beim Gespräch von CIA-Direktor John Ratcliffe in Moskau ging es um Iran, vermutet Ex-General Ben Hodges. Die Trump-Regierung hoffe vielleicht auf Unterstützung durch Russland.
US-General a. D. Ben Hodges bezweifelt bei ZDFheute live, dass es beim Besuch des CIA-Chefs in Moskau um eine Warnung vor einem möglichen Angriff auf die Nato ging.
27.08.2026 | 23:39 minWorum ging es bei dem Besuch von CIA-Direktor John Ratcliffe in Moskau? Der Kreml dementiert Berichte von US-Medien, wonach Ratcliffe Russland am Dienstag vor möglichen Angriffen auf Nato-Staaten gewarnt haben soll. Auch US-Präsident Donald Trump weist die Darstellung zurück. Auf einer Pressekonferenz am Donnerstag sprach er stattdessen von guten Gesprächen mit Kremlchef Wladimir Putin.
Der ehemalige General der US-Armee, Ben Hodges, geht bei ZDFheute live davon aus, dass es bei dem Gespräch eher um den Krieg zwischen den USA und Iran ging. Gleichzeitig übt er Kritik am Umgang des Westens mit Russland.
Sehen Sie oben das ganze Interview oder lesen Sie es hier in Auszügen.
Ex-General: Trump-Regierung in verzweifelter Lage
Hodges sieht die USA in einer misslichen Situation:
Die Regierung Trump ist jetzt in einer verzweifelten Lage. Sie versuchen, aus diesem Chaos im Iran herauszukommen.
Ben Hodges, Ex-General der US-Armee
Der Besuch Ratcliffes in Moskau könne laut Hodges immerhin eine Möglichkeit gewesen sein, Botschaften zwischen amerikanischer und russischer Seite zu vermitteln. Denn: "Die Trump-Regierung will ein Ende des Krieges, wo Trump wirklich gut dasteht, weil er einen Frieden erreicht hat."
CIA-Chef Ratcliffe soll Russland in Moskau vor einem Angriff auf einen Nato-Staat gewarnt haben. Der Kreml weist die Berichte zurück und bezeichnet sie als "Schauergeschichte".
27.08.2026 | 1:17 minRussland sei schon lange der größte Freund Irans und möglicherweise versuche die US-Regierung nun, Russland dazu zu bewegen, "entweder aufzuhören, Iran zu unterstützen, oder Druck auszuüben auf Iran."
Gleichzeitig müssen die USA seiner Meinung nach ihre Interessen in Iran, aber auch die eigenen Ressourcen berücksichtigen und einsehen, "dass wir die Straße von Hormus nicht öffnen können, zumindest nicht mit Gewalt und nicht mit dem gegenwärtigen Ansatz."
Ex-General kritisiert Umgang mit Russland
Mit Blick auf den mutmaßlichen Drohnenanschlag in Leipzig hofft Hodges, dass Ratcliffe die russische Seite deutlich auf mögliche Konsequenzen hingewiesen hat. Die deutsche Regierung sollte aber auch selbst tätig werden - ansonsten würde es solche Fälle noch häufiger geben und "das ist demütigend und gefährlich", so Hodges.
Sicherheitsexperte Nico Lange sieht Hinweise auf einen größeren Anschlagsplan und ein Muster russischer Angriffe. Abschreckung gelinge nur, wenn Angreifer Konsequenzen spüren.
26.08.2026 | 3:55 minGenerell kritisiert Hodges den Umgang des Westens mit Russland. Europa wirke derzeit hilflos, sagt er. So stoppe bislang kein europäisches Land Schiffe der russischen Schattenflotte.
Europa könnte mehr tun, anstatt nur traurig darüber zu sein, was die USA nicht tun.
Ben Hodges
Die europäischen Staaten könnten deutlich mehr Druck auf Moskau ausüben, so Hodges. Es sei "unglaublich, dass Zivilisten in Europa von russischen ballistischen Raketen getroffen werden". Auch wäre ein umfassendes Sanktionspaket gegenüber Russland seiner Meinung nach besser gewesen als viele einzelne.
Eigene Entwicklungen zur Raketenabwehr könnten der Ukraine helfen, reichen aus Hodges' Sicht jedoch nicht aus, um die bestehenden Defizite bei der Luftverteidigung auszugleichen. Er geht nicht davon aus, dass die Ukraine in den kommenden Monaten ihren Vorrat an Flugabwehrraketen deutlich erhöhen kann. Hodges kritisiert die USA und andere westliche Staaten dafür, zu lange mit der Bereitstellung ausreichender Flugabwehrkapazitäten gewartet zu haben.
Zum 35. Unabhängigkeitstag erneuert die Ukraine ihre Forderung nach Patriot-Abwehrraketen. Henner Hebestreit berichtet aus Kiew, Felix Klauser aus Moskau.
24.08.2026 | 2:15 minHodges: Russische Mobilmachung unwahrscheinlich
Hodges sieht aber auch Schwierigkeiten auf russischer Seite. An eine erhöhte Mobilmachung Russlands nach der nächsten Präsidentschaftswahl im September glaubt er nicht. Der Kreml wisse, dass die russische Bevölkerung kriegsmüde ist.
Zudem müssten neue Truppen für den Krieg ausgerüstet und ausgebildet werden, doch die dafür benötigte Logistik sei durch die Ukraine stark beschädigt worden. Aus diesem Grund hätte eine mögliche Mobilisierung neuer Streitkräfte große negative Auswirkungen auf Russland, so Hodges. Die Drohungen Russlands seien nur dazu da, Druck auszuüben.
Das Interview mit Ben Hodges führte Victoria Reichelt, zusammengefasst haben es Lisa Hoffmann und Marie Ahlers.
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