Melnyk: Mit Patriots für die Ukraine nicht bis zum Winter warten

Interview

UN-Botschafter der Ukraine:Melnyk: Mit Patriots nicht bis zum Winter warten

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Der ukrainische UN-Botschafter Andrij Melnyk hat schnellere Hilfen für sein Land gefordert. Versprechen reichten nicht, es brauche jetzt dringend Patriot-Raketen zur Drohnenabwehr.

35. Unabhängigkeitstag der Ukraine: Gespräch mit Andrij Melnyk

Gespräch mit Andrij Melnyk (Ständiger Vertreter der Ukraine bei den Vereinten Nationen) zum Unabhängigkeitstag der Ukraine

24.08.2026 | 10:22 min

Anlässlich des 35. Unabhängigkeitstags der Ukraine hat der frühere ukrainische Botschafter in Berlin, Andrij Melnyk, eine stärkere Unterstützung des von Russland angegriffenen Landes gefordert. So gelte es etwa, versprochene Hilfen für die Flugabwehr auch tatsächlich zu liefern, sagte Melnyk bei phoenix. Im Interview stellte der Ständige Vertreter der Ukraine bei den Vereinten Nationen auch Forderungen an einen künftigen UN-Generalsekretär.

Sehen Sie das Interview oben im Video in voller Länge oder lesen Sie es hier in Auszügen. Das sagte Melnyk zur ...

... Unterstützung Europas und der USA für die Ukraine

"Wir können nur dann zufrieden sein, wenn unser Himmel geschützt bleibt und Menschen nicht jede Nacht durch die russischen Raketen sterben müssen", erläuterte Melnyk. Versprechen allein reichten nicht. Es gelte jetzt, die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine weiter zu stärken, "mit allen Mitteln, die man hat".

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Insbesondere die Abwehrraketen für das Patriot-System müssten nun sofort geliefert werden - "und zwar in den Mengen, die benötigt werden". Der Ukraine fehle Munition, um die Dutzenden ballistischen Raketen abzuwehren, mit denen Moskau sie jede Nacht bombardiere.

Andrij Melnyk
Quelle: dpa

... war von 2014 bis 2022 ukrainischer Botschafter in Berlin und zuvor bereits Generalkonsul in Hamburg. Nach seiner Zeit als Botschafter in Deutschland war er zunächst Vize-Außenminister der Ukraine und danach Botschafter in Brasilien. Seit Mai 2025 ist Melnyk Ständiger Vertreter der Ukraine bei den Vereinten Nationen in New York.


Die USA zu überzeugen, die in Aussicht gestellten Lizenzen für die Produktion eigener Patriot-Raketen in der Ukraine auch tatsächlich zu erteilen, sei eine "große Aufgabe", die noch ausstehe, so Melnyk. Viele Verbündete würden zudem über Vorräte an Patriot-Abwehrraketen verfügen. "Diese Raketen könnten nach unserer Auffassung sofort an die Ukraine geliefert werden."

Wir können ja nicht warten, bis der Winter kommt und dann ist die Bedrohung so groß, dass dieser Winter der schlimmste Winter in unserer jüngeren Geschichte werden kann. Das müssen wir gemeinsam verhindern.

Andrij Melnyk

Zwar sei die Ukraine in der Vergangenheit vom Westen nie im Stich gelassen worden, "aber das Gefühl der Notwendigkeit muss man immer noch unseren Freunden in Europa vor Augen führen". Er hoffe, "dass der Weckruf an diesem Feiertag gehört wurde - auch in Berlin", so der frühere Botschafter.

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24.08.2026 | 1:16 min

... Forderung nach Verhandlungen mit Putin

Auf die Frage, ob Verhandlungen mit dem Kremlchef nicht illusorisch seien, antwortete Melnyk, er halte dies nach wie vor für das richtige Ziel. Um Wladimir Putin dazu zu bewegen, müsse der Druck sowohl geopolitisch als auch wirtschaftlich mit Sanktionen erhöht werden:

Es sind immer noch viele Lücken, die gefüllt werden können, um Putin mit dem Rücken an die Wand zu stellen, und um seine Fähigkeit, den Krieg zu führen, zu stoppen.

Andrij Melnyk

Der UN-Sicherheitsrat sei bisher zögerlich, eine Resolution zu verabschieden, "die Putin dazu zwingt, die Kampfhandlungen zu stoppen und die Truppen aus der Ukraine zurückzuordern", nannte Melnyk ein Beispiel. "Wir glauben, dass man hier noch sehr viel erreichen kann, geopolitisch auch, den globalen Süden einzubinden."

Dieses Foto zeigt Rauch, der bei Sonnenuntergang nach einem Drohnenangriff in Kiew am 20. August 2026 im Zuge der russischen Invasion in der Ukraine aufsteigt.

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... Erwartung an den künftigen UN-Generalsekretär

Mit Blick auf die Wahl eines neuen UN-Generalsekretärs, die nach dem Ausscheiden von Antonio Guterres Ende des Jahres ansteht, sagte Melnyk, er oder sie müsse sich mit klaren Worten gegen Russland positionieren. Aber es reiche nicht, zuzusehen, wie Putin den Krieg führt. "Man kann ihn (Putin) mit einfachen Worten leider nicht stoppen."

Wir erwarten, dass sich der künftige Chef der UN einsetzt und engagiert, nach Moskau und Kiew reist, und dass neue Friedensgespräche initiiert werden.

Andrij Melnyk

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Das Interview führte phoenix-Moderator Bernd Rasem.

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Über dieses Thema berichtete phoenix der tag am 24.08.2026 um 17:30 Uhr.
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