EU-Ratspräsident in Kiew:Costa: Druck auf Russland erhöhen, bis das Töten endet
Zum ukrainischen Nationalfeiertag sichert EU-Ratspräsident Costa Kiew weitere Unterstützung zu - und droht Russland mit neuen Sanktionen, bis Moskau an den Verhandlungstisch komme.
Erneut feiert die Ukraine den Tag der Nationalflagge im Krieg. Staatschefs aus Skandinavien und dem Baltikum sind angereist, um ihre Solidarität zu bekunden.
23.08.2026 | 1:51 minDie EU hat der von Russland angegriffenen Ukraine zum Nationalfeiertag fortgesetzte Hilfe zugesichert. "Wir werden die Ukraine weiter so lange und so umfassend wie nötig unterstützen", sagte Ratspräsident António Costa vor der geplanten Teilnahme an Feierlichkeiten in der Hauptstadt Kiew am heutigen Montag.
Bereits in den vergangenen viereinhalb Kriegsjahren habe man mehr als 220 Milliarden Euro mobilisiert. Zugleich drohte Costa Kremlchef Wladimir Putin mit neuen Sanktionen gegen dessen Land.
Wir werden den Druck erhöhen, bis Russland das Töten beendet, ernsthaften Friedenswillen zeigt und an den Verhandlungstisch kommt.
António Costa, EU-Ratspräsident
In diesem Sommer sehe man deutlicher als je zuvor, dass der Krieg Russlands Ressourcen aufzehre. Die bereits verhängten beispiellosen EU-Sanktionen zeigten Wirkung, sagte der frühere portugiesische Regierungschef.
Zum vierten Mal besucht der Außenminister die Ukraine und kündigt an, sich für weitere, dringend benötigte militärische Unterstützung bei den Partnern einzusetzen.
22.08.2026 | 2:14 minCosta: EU-Beitritt ist beste Sicherheitsgarantie
Über den Krieg hinaus verwies Costa auf die europäische Perspektive der Ukraine. Den angestrebten EU-Beitritt bezeichnete er als "die beste Garantie für Sicherheit und langfristige demokratische Stabilität für die Ukraine und für Europa insgesamt".
Derzeit wird laut Costa das neue von den Staats- und Regierungschefs im Dezember vereinbarte Ukraine-Unterstützungsdarlehen in Höhe von 90 Milliarden Euro umgesetzt. Mit den Mitteln würden Vorbereitungen auf den nächsten Kriegswinter, die Beschaffung von Drohnen und die Stärkung der ukrainischen Luftverteidigung finanziert.
Außenminister Wadephul hat der Ukraine während seines Besuchs vor Ort weitere Unterstützung zugesichert. ZDF-Korrespondent Henner Hebestreit berichtet.
22.08.2026 | 0:58 minMit dem Nationalfeiertag am 24. August erinnert die Ukraine an ihre Unabhängigkeitserklärung vom 24. August 1991. Er wird erneut von dem russischen Angriffskrieg überschattet, der vor viereinhalb Jahren am 24. Februar 2022 begann.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj begrüßte bereits am Sonntag mehrere Staats- und Regierungschefs in Kiew, die an den Feierlichkeiten zum 35. Jahrestag der Unabhängigkeit teilnehmen. Geplant ist zudem eine Videoschalte der sogenannten Koalition der Willigen.
Aktuelle Meldungen zu Russlands Angriff auf die Ukraine finden Sie jederzeit in unserem Liveblog:
Lassen Sie sich Beiträge von ZDFheute bevorzugt bei Google anzeigen.
→ Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen.
Mehr zum Krieg in der Ukraine
Nach Forderung von Ex-Minister Fedorow:Selenskyj: Wahlen im Krieg würden Ukraine "zerstören"
mit Video33:21Drohnen-Attacken auf "russisches Amazon":Wie die Angriffe Putin treffen - und Russlands reichste Frau
von Sebastian Ehmmit Video2:04Tote in Kiewer Vorort gemeldet:Während Wadephul-Besuch: Russische Angriffe auf Kiew
mit Video2:14- Interview
Militäranalyst Remmel:Neue Gefahr durch russische Abschussrampen?
mit Video33:28