Polizei gibt Entwarnung:Drohnenalarm legt Flugbetrieb in München zeitweise lahm
Nach einer mutmaßlichen Drohnensichtung konnten am Münchener Flughafen eine Stunde lang keine Maschinen starten oder landen. Die Polizei gibt Entwarnung. Der Betrieb läuft wieder.
Am Münchner Flughafen war der Flugbetrieb für rund eine Stunde eingestellt, bevor die Bundespolizei Entwarnung gab. Piloten hatten zuvor gemeldet, offenbar eine Drohne gesehen zu haben.
30.05.2026 | 0:16 minDer Flughafen München ist am Samstag wegen einer mutmaßlichen Drohnensichtung vorübergehend gesperrt worden. Um 09.05 Uhr hätten zwei Piloten über dem Flughafen eine Drohne gesichtet und dies dem Tower gemeldet, sagte ein Sprecher von Deutschlands zweitgrößtem Flughafen der Nachrichtenagentur Reuters.
Daraufhin wurden Starts und Landungen aus Sicherheitsgründen ausgesetzt. Die Polizei setzte unter anderem einen Hubschrauber ein, um das Gelände nach möglichen Drohnen abzusuchen. "Es wurde nichts gefunden", sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Die Sperrung wurde daraufhin um 10.05 Uhr wieder aufgehoben.
Flugbetrieb wieder aufgenommen
Seitdem läuft der Flugbetrieb wieder an. Die durch die Sperrung entstandenen Verzögerungen würden nun nachgeholt, sagte ein Sprecher des Flughafenbetreibers.
Rund 20 Maschinen, die in München landen sollten, wurden während der Sperrung auf andere Flughäfen umgeleitet, darunter Frankfurt am Main, Nürnberg und Wien. Die Fluggesellschaften würden nun entscheiden, ob die Flüge wieder nach München zurückkehren.
Immer häufiger wird die Sicherheitslage an Flughäfen und kritischer Infrastruktur durch unbekannte Drohnen bedroht. Deshalb beriet der Bundestag im Februar über Änderungen im Luftsicherheitsgesetz.
26.02.2026 | 0:35 minEuropaweite Debatte über Drohnenabwehr
Bereits im Herbst hatte es wiederholt Drohnensichtungen an Flughäfen in München und anderen europäischen Städten gegeben. Es kam zu größeren Verzögerungen, Passagiere saßen fest. Einige Politiker, darunter auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), vermuteten Russland hinter vielen der Drohnenflüge. Der Kreml wies den Vorwurf zurück.
Die Vorfälle lösten europaweit eine Debatte über die Drohnenabwehr aus. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) haben dem Thema hohe Priorität eingeräumt. Bund und Länder richteten zur Koordinierung ein Drohnenabwehrzentrum in Berlin ein.
Die Drohnenabwehr etwa per Störsender oder Abschuss wurde durch mehrere Gesetzesänderungen geregelt. Zudem betreibt Bayern in Erding nahe dem Münchner Flughafen bei München ein Drohnenabwehrzentrum der Landespolizei.
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