Update am Morgen: Mahnung an einem Ort des Grauens

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Update am Morgen:Mahnung an einem Ort des Grauens

von Natalie Steger

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Natalie Steger


Guten Morgen,

es ist immer wieder überraschend: Spricht man als Deutsche in Polen mit Auschwitz-Überlebenden oder auch mit Zeitzeugen des deutschen Terrors in Warschau, etwa der brutalen Niederschlagung der beiden Aufstände, begegnet einem kein Hass, sondern Lächeln, ein warmer Händedruck. Versöhnung, Mahnung, Menschlichkeit sind die Botschaften der Wenigen, die noch berichten können.

Heute, am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, wird es in Auschwitz keine politischen Reden geben, nur die Stimmen der Holocaust-Überlebenden sollen gehört werden. An dem Ort, an dem die Deutschen mehr als eine Million Menschen ermordeten - die meisten waren Juden und die meisten Opfer waren Polen. Das fühlt man oft vergessen in Polen.

Rechts ein KZ-Insasse in Nahaufnahme, Blick in die Kamera; links Beschriftung Jude 67253 und Auschwitz

Über dieses Thema berichtet die Doku-Reihe "Auschwitz - Überleben in der Hölle" von ZDFinfo.

27.01.2025 | 45:44 min

Auschwitz ist im nationalen Gedächtnis fest verankert. Während die Deutschen den Ort vor allem mit der Shoa verbinden, tun dies die Polen auch mit der eigenen Nation. In Polen ist man der Überzeugung, dass es im westeuropäischen Gedächtnis große Lücken über die Gräueltaten der Nazis im Osten gibt. "Was wisst ihr überhaupt über unsere polnische Geschichte?", ist zu hören. Und mal ehrlich, gefühlt stehen die Deutschen dem französischen Nachbarn im Westen näher.

Wir reisen nach Frankreich, wegen des Ersten Weltkriegs nach Verdun, wegen des Zweiten Weltkriegs in die Normandie zu den D-Day-Stränden. Bei den Nationen, die nach Auschwitz reisen, standen die Deutschen 2024 hingegen erst an fünfter Stelle - nach Polen, Briten, Spaniern, Italienern. Dabei dürfte einem kaum ein anderer Ort so beklemmend, so erschütternd und so unfassbar traurig das Schicksal von Nazi-Opfern vor Augen führen. Die Berge von Schuhen, Kleidern, Habseligkeiten, die die Deutschen den Häftlingen abnahmen. Die Baracken, durch die der Wind pfeift, die eisigen Winter, wie damals.

Doch die Kälte hält die Überlebenden nicht ab. Manche kommen jedes Jahr, so wie der 94-jährige Bogdan Bartnikowski. "Wir müssen uns an diejenigen erinnern, die uns ermordet haben", sagt er, "dürfen aber nicht in Hass gegenüber den heutigen Menschen leben".

Kommen Sie gut durch den Tag

Natalie Steger, Leiterin des ZDF-Studios in Warschau

Was heute noch wichtig ist

Ausblick

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Haseloff tritt zurück / EU und Indien wollen Freihandelsabkommen unterzeichnen / Bundesweite Streiks an Unikliniken

27.01.2026 | 0:55 min

DWD warnt vor Glätte: Vorsicht beim Weg zur Arbeit, denn Schnee und Regen können auch heute Morgen den Berufsverkehr ausbremsen. Fußgänger müssen sich auf glatte Wege einstellen. Der DWD gab für große Teile Deutschlands eine Warnung vor markanter Glätte heraus. Teils wird empfohlen, nicht notwendige Fahrten und Aufenthalte im Freien zu vermeiden.

Haseloff legt Amt nieder: Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat vergangene Woche seinen Rücktritt erklärt. Heute will er sein Amt offiziell niederlegen. Der Landtag soll morgen den amtierenden Wirtschaftsminister und CDU-Landeschef Sven Schulze zu seinem Nachfolger wählen.

Gipfeltreffen in Indien: In Neu-Delhi treffen sich die Spitzen der indischen Regierung und der EU zu einem Gipfel. Experten gehen davon aus, dass dabei das seit Langem verhandelte Freihandelsabkommen verkündet wird. Das Abkommen soll den gegenseitigen Marktzugang erleichtern.

Warnstreik an Universitätskliniken: Im laufenden Tarifkonflikt der Landes-Beschäftigten mit den Bundesländern wird heute und morgen nach Angaben der Gewerkschaft Verdi bundesweit an Uni-Kliniken gestreikt. 22 Häuser sind demnach an den Warnstreiks beteiligt.

Ausführlich informiert

Nächstes Ziel Nordsee? Eine sichere Energieversorgung ohne russischen Einfluss - die will Europa. Wie gut Windparks in der Nordsee vor Sabotage geschützt werden können, hat ZDFheute live analysiert.

Der Oberkörper von Russlands Präsident Wladimir Putin als Cutout, im Hintergrund eine Windrad-Anlage im Meer.

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Handball-EM

Die deutschen Handballer verlieren trotz großen Kampfs mit 26:31 gegen Gastgeber Dänemark. Am Mittwoch haben sie gegen Frankreich eine zweite Chance aufs EM-Halbfinale:

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Gesagt

Das Publikum soll streng sein, soll pfeifen, aber sein Beifall soll mich zu nichts verpflichten.

Giuseppe Verdi, Komponist

Giuseppe Verdi (1813-1901) zählt zu den bedeutendsten Opernkomponisten. Heute ist der 125. Todestag des Italieners.

Semperoper Dresden am Abend.

Silvesterkonzert aus der Semperoper 2025 mit Musik von Giuseppe Verdi.

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So wird das Wetter heute

Heute schneit es anfangs im Osten noch leicht. Sonst beruhigt sich das Wetter vorübergehend, bevor am Nachmittag von Westen her Regenwolken aufziehen. Im Süden kann sich länger die Sonne zeigen. Die Höchstwerte liegen zwischen 0 und 7 Grad.

Den aktuellen Wetterbericht der ZDF-Meteorologen finden Sie hier im Video.

ZDFheute Wetter - Dienstag - 27.01.2026

Quelle: ZDF

Zusammengestellt von David Metzmacher

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