Deutscher Wetterdienst: Glätte verlagert sich in den Osten

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Probleme im Berufsverkehr:Wo der Wetterdienst vor Glätte und Schnee warnt

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Ein Tief mit Schnee und Eisregen brachte Autofahrer und Fußgänger ins Rutschen. Die Glatteisgefahr bleibt - derweil nimmt die Bahn den Ostsee-Fernverkehr wieder auf.

Zwei Autos fahren auf einer verschneiten Straße entlang.

Die chaotischen Wetterbedingungen haben heute für erhebliche Störungen im Bahn- und Straßenverkehr gesorgt. Das Video zeigt unter anderem Bilder der vielen Blechschäden.

26.01.2026 | 1:38 min

Neuschnee und Eisregen haben Auto- und Bahnfahrern am Montag in ganz Deutschland den Weg zur Arbeit erschwert. Eine Front mit Niederschlägen überquerte Deutschland von Südwesten nach Nordosten.

Auch für Fußgänger und Radfahrer war es mancherorts gefährlich glatt, wenn sich Regen auf gefrorenen Böden sofort zu Eis verwandelte.

Hier warnt der DWD vor Glätte

ZDFheute Infografik

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Winterwetter beeinträchtigt Bahnverkehr

Die Deutsche Bahn will jedoch nach den Behinderungen durch Schnee und Eis am Dienstag wieder Fernverkehrszüge in Richtung Ostsee fahren lassen. Mit Betriebsbeginn am Morgen sollten die Verbindungen wieder aufgenommen werden, teilte das Unternehmen mit. Am Montag fuhr demnach kein Fernverkehr auf den Strecken Berlin-Stralsund und Berlin-Rostock.

Laut Bahn-Angaben vom Abend hat sich die Lage im Norden weiter entspannt. Es könne jedoch weiter zu Zugausfällen und Verspätungen kommen. Hunderte Beschäftigte der Bahn seien im Dauereinsatz, um Weichen von Schnee und Eis zu befreien.

Verspätungen und Ausfälle gab es am Abend bei ICE- und Intercity-Zügen im Rhein-Main-Gebiet sowie im Raum Hannover. Das Wintertief "Leonie" sorgte am Montag vor allem auf Straßen und Schienen für Behinderungen.

Hunderte Unfälle auf glatten Straßen

Auf glatten Straßen ereigneten sich in der Nacht und am Morgen Hunderte Unfälle. Meist blieb es bei Blechschäden. Mehrere Menschen wurden leicht verletzt. Auf einigen Autobahnabschnitten blieben nach starkem Schneefall Lastwagen liegen und blockierten die Strecken. In Thüringen zählte die Polizei 97 Verkehrsunfälle innerhalb von acht Stunden.

Fahrzeuge der Rettungsdienste stehen nach einem Unfall mit zwei Lastwagen ist in der Nacht zum Montag auf der Autobahn 72 bei Hof.

In Deutschland sorgen Schnee und Glätte vielerorts für rutschige Straßen - es gibt zahlreiche Unfälle. In einigen Teilen des Landes blieben am Montag die Schulen geschlossen.

26.01.2026 | 1:03 min

In Berlin wurde der Straßenbahnverkehr wegen vereister Oberleitungen bis auf weiteres eingestellt. Rund 40 Trams steckten im Streckennetz fest. Durch Eisregen seien die Oberleitungen innerhalb kürzester Zeit extrem und flächendeckend eingefroren, sagte eine Sprecherin der Verkehrsbetriebe BVG.

Das ist eine historische Lage, das hatten wir so noch nie.

Sprecherin der Berliner Verkehrsbetriebe BVG

Ein Winterdienstfahrzeug der Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR) räumt am frühen Morgen des 26.01.2026 Schnee und Eis vor dem Brandenburger Tor.

Ein Winterdienstfahrzeug der Berliner Stadtreinigungsbetriebe räumt am frühen Morgen Schnee und Eis vor dem Brandenburger Tor.

Quelle: dpa

Auch eine U-Bahnlinie in Berlin war auf einem oberirdischen Streckenabschnitt unterbrochen. Ein kurzes Autobahnstück in Berlin wurde wegen Eisglätte gesperrt. Auch andernorts war der öffentliche Nahverkehr eingeschränkt oder wurde vorübergehend eingestellt.

Lastwagen bleiben im Schnee stecken

Den Südwesten Deutschlands hatte die Schneefront bereits am Sonntagabend erreicht. Dort fielen bis zu 25 Zentimeter Neuschnee. In Stuttgart wurden am Abend rund 70 Unfälle auf glatten Straßen gezählt, in der Region Ulm mehr als 50. Schwere Unfälle waren nicht dabei.

Hier warnt der DWD vor Schnee

ZDFheute Infografik

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Bei Weinsberg in Baden-Württemberg blieben in der Nacht auf einer Verbindungsstrecke von zwei Autobahnen 15 bis 20 Autos und Lastwagen im Schnee stecken, wie die Polizei in Heilbronn mitteilte.

In mehreren Landkreisen Niedersachsens und Bayerns wurde der Schulunterricht wegen der gefährlichen Anfahrtswege abgesagt.

Auto rutscht in Vorgarten einer Kirche

Bei Nürnberg geriet ein Mann mit seinem Auto auf schneeglatter Fahrbahn ins Rutschen und landete im Vorgarten einer Kirche. Der Wagen kam in Happurg von der abschüssigen Straße ab, fuhr auf das Gelände der Kirche und stieß gegen eine Treppe am Gebäude. Rettungskräfte brachten den 34-Jährigen leicht verletzt ins Krankenhaus.

Auch Seebestattungen an der Ostseeküste sind vom Winterwetter betroffen. Aufgrund der Witterung und der Eisbildung könnten bis zum 8. Februar keine Seebestattungen mit dem Fahrgastschiff der Weißen Flotte in Stralsund angeboten werden, teilte das Unternehmen auf seiner Website mit.

ZDF-Meteorologe: "Der Winter ist hartnäckig"

In der Nacht auf Dienstag gibt es laut DWD nachlassenden Schneefall. Vornehmlich von Südbrandenburg bis nach Sachsen und in Richtung Bayerischer Wald gebe es noch geringe "Neuschneezuwächse".

benjamin-stoewe

Zum Wochenstart erwartet der Deutsche Wetterdienst zunächst weiter Glätte für Teile des Landes. „Wir werden uns weiter auf das Winterwetter einstellen müssen“, so Benjamin Stöwe.

26.01.2026 | 0:59 min

Nach kurzer Wetterberuhigung ist die Glatteisgefahr jedoch nicht gebannt: Der DWD erwartet in den nächsten Tagen einen Mix aus Regen und Schnee. Vor allem in der Mitte Deutschlands ist mit gefrierendem Regen zu rechnen. "Der Winter ist hartnäckig", sagt ZDF-Meteorologe Benjamin Stöwe.

Wir werden uns weiter auf dieses Winterwetter einstellen müssen, denn diese Luftmassengrenze zwischen dem eher frostig-kalten Nordosten und dem sehr milden Westen und Südwesten bleibt mindestens bis Richtung Wochenende bestehen - und damit bleibt auch Glätte ein Thema.

Benjamin Stöwe, ZDF-Meteorologe

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Quelle: dpa, AFP
Über dieses Thema berichteten am 26.01.2026 mehrere Sendungen, etwa die heute-Nachrichten ab 19 Uhr.

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